Test: Beheizte Handschuhe – Die Stormtracker Heated Gloves

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Nie mehr kalte Hände – das versprechen die beheizten Handschuhe von Outdoor Research. Ob der Traum all derer, denen die Finger schnell frieren, mit den Stormtracker Heated Gloves nun wahr wird?

Beheizte Handschuhe von Outdoor Research - Der Test © Gipfelfieber.com

Beheizte Handschuhe von Outdoor Research – Der Test © Gipfelfieber.com

Ein verfrorener Mensch bin ich eigentlich nicht. Selbst meine Hände sind ein ständiger Wärmepol und es braucht schon knackige Temperaturen (wie die -33°C in Nordschweden im vergangenen Winter) oder wenig Bewegung, damit es mich so richtig friert. Noch mehr bin ich aber ein Freund von Wärme. Sitzheizung bei 20°C? Aber sicher doch! Da klingen die durchgehend warmen Hände selbst an durchschnittlich kalten Snowboard-Tagen doch regelrecht nach Musik in meinen Ohren. Wie machen sich die Stormtracker Handschuhe also im Test?

Auspacken und Aufladen

Handschuh, Akkufach und Akku © Gipfelfieber.com

Handschuh, Akkufach und Akku © Gipfelfieber.com

Die beheizbaren Handschuhe werden in einer praktischen Netzhülle geliefert, wo Handschuhe, Akkus und Ladekabel gut untergebracht werden können. Das ist vor allem dahingehend praktisch, dass die Kabel und Akkus so nicht irgendwo verramscht werden und man am Ende nicht mehr weiß, welches Kabel man jetzt zum Aufladen braucht.

Ein bisschen schade ist allerdings, dass Outdoor Research hier nicht auf einen Standard wie einen Mini- oder Micro-USB-Anschluss setzt, sondern einen eigenen Anschluss beilegt. Vergisst man das Ladekabel also im Winterurlaub ist es mit den warmen Händen schnell wieder vorbei.

Der Ladevorgang dauert in etwa sechs bis sieben Stunden. Beide Akkus sind geladen, wenn die Ladestandsanzeige komplett grün leuchtet.

Das Material

Das Material besteht aus Gore Windstopper und Leder, welches hauptsächlich in der Handfläche angebracht ist. Es wirkt sehr robust. Bei unserem Aufstieg zur Laasacher Winkelscharte kam der Handschuh mit einigem Gestein in Berührung und hat dabei keinerlei Spuren davongetragen. Der Stormbreaker Heated Glove schmiegt sich außerdem wunderbar der Hand an und ermöglicht so griffiges Zupacken. Schnee hat den Handschuhen auch nach mehreren Stunden nichts ausgemacht. Eindringen von Feuchtigkeit konnte ich nicht feststellen.

Der Trockentest

Der Handschuh im eingeschalteten Zustand © Gipfelfieber.com

Der Handschuh im eingeschalteten Zustand © Gipfelfieber.com

Voll aufgeladen, werden die Akkus in die Handschuhe eingesetzt. Das geht ganz simpel: Reißverschluss an der Unterseite öffnen, Akkus rein und am Kabel anschließen, Reißverschluss schließen. Angezogen spürt man die Akkus an der Unterseite der Handgelenke deutlich. Ob sie auch stören? Dazu später mehr.

Drückt man nun den Knopf auf der Oberseite der Stormbreaker Heated Gloves etwa zwei Sekunden leuchtet das Logo von Outdoor Research rot auf. Jetzt beginnt die Aufwärmphase. Die geht schnell. Schon nach wenigen Sekunden merkt man wie sich die Finger im Handschuh deutlich erwärmen, ja fast heiß werden. Wow! Ein Druck auf den Knopf und der Handschuh heizt auf der mittleren Stufe, ein weiterer “Klick” und wir finden uns auf der niedrigsten Stufe wieder. Wieder ein zweisekündiger Druck und die Heizfunktion schaltet sich ab.

Der Praxistest

Am Stubaier Gletscher wurde der Stormbreaker Handschuh von Outdoor Research nun einem Praxistest unterzogen. Wie schlägt er sich wohl an einem Tag auf dem Board? Die Testbedingungen auf etwa 2500 bis 3000 Meter Höhe: Durchschnittlich -7°C, bedeckt, wenig Wind.

Zunächst sind die Handschuhe warm. Und zwar so, dass es die Heizfunktion eigentlich gar nicht braucht. Später kühlt es etwas ab und ich aktiviere die Heizfunktion. Das ist selbst mit über die Handschuhe gezogenem Jackenärmel kein Problem. Im Trockentest ging die Aufheizphase wesentlich schneller. Aber das ist logisch, denn die Testtemperaturen differieren ja auch um etwa 20 Grad. Nach einer Weile aber kommt die Wärme. Nicht mehr so deutlich, auch nicht heiß, aber deutlich spürbar und wärmend. Oh, ist das schön!

Stufe 2 ist dann weniger stark wahrnehmbar, aber es ist doch da. Bei Stufe 3 merkt man allerdings kaum noch etwas bzw. gar nichts.

Allerdings: Gehen die Temperaturen noch weiter runter wird es in den Handschuhen selbst mit eingeschalteter Heizung spürbar und unangenehm kalt. Für -10°C sind die Stormtracker Heated Gloves schlicht und einfach zu dünn gefüttert.

Auch stören tun die Akkus beim Tragen nicht. Man merkt, wo sie sind, aber beim Snowboarden fühlen sich sie nie als lästig oder im Weg an. Die Handgelenke haben volle Bewegungsfreiheit und irgendwie fühlen sich die Handgelenke durch die Akkus sogar noch etwa geschützt, weil sie etwas gestützt werden.

Was ich nachteilig finde: Die Stormtracker Heated Gloves mögen keine Nässe. Bei nassen Schneeverhältnissen spürt man schon nach einer knappen Stunde im Einsatz, dass es in den Fingerspitzen leicht feucht wird. Da dürfte man für meine Begriffe bei einem Preis von knapp 200 € mehr erwarten.

Darauf muss man achten

Gore Windstopper-Material und Leder auf der Innenseite © Gipfelfieber.com

Gore Windstopper-Material und Leder auf der Innenseite © Gipfelfieber.com

Damit dieser herrliche Komfort nicht beeinträchtigt wird, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Eine Fehlerquelle lauert beim Anziehen des Handschuhs. Öffnet man den Reißverschluss, der den Saum weitet, nicht, kann es passieren, dass man unbemerkt den Akku vom Handschuh trennt. Ein Druck auf den Heizknopf und es passiert nichts.

Bei extremen Minustemperaturen gilt es außerdem den Akku so nah wie möglich am Körper zu halten, denn kalte Temperaturen sorgen dafür, dass die Kapazität des Akkus leidet.

Empfohlen wird zudem, die Akkus nach jeder Benutzung direkt wieder zu laden, um sie so zu schonen und die Lebensdauer zu verlängern. Andere spezielle Akkupflegetipps gibt es aber nicht. Der verbaute Lithium-Ionen-Akku lässt sich jederzeit laden, ohne dass dies die Kapazität negativ beeinflusst.

Im Einsatz haben die Akkus etwa 2,5 Stunden Power, um auf der höchsten Stufe zu heizen, fünf auf der mittleren und satte acht auf der niedrigsten Stufe.

Fazit

Die Stormbreaker Heated Gloves sind für 199,95 € u.a. bei Bergfreunde.de erhältlich. Ihr optimaler Einsatzbereich ist statt auf der Piste wohl eher der Einsatz auf winterlichen Hochtouren oder zum Eisklettern. Bei letzterem kann ich nicht mitreden (und werde es wohl nie können). Beim Snowboarden und auf der Hochtour haben sie aber eine gute Figur gemacht. Erst bei Temperaturen von -10°C abwärts wird es spürbar kalt. Selbst mit eingeschalteter Heizung.

Vor allem für die, die am Berg ständig mit kalten Händen zu kämpfen haben, sind die Stormbreaker Heated Gloves aber ein ordentlicher Begleiter. Punktabzug gibt es für die fehlende Kompatibilität zu anderen Ladesteckern und der geringen Fütterung.

*Die Outdoor Research Stormtracker Heated Gloves wurden mir kostenfrei von Bergfreunde.de zum Testen zur Verfügung gestellt.


Letzte Änderung: 6. Dezember 2016

3 Antworten zu " Test: Beheizte Handschuhe – Die Stormtracker Heated Gloves "

  1. […] denken. Es stürmt und ich bin froh, dass mir beim Zusammenbau des Boards nichts davonfliegt. Die Stormtracker Handschuhe von Outdoor Research werden ihrem Namen gerecht und sorgen mit ihrer Heizfunktion trotzdem für warme Finger. Den Rest […]

  2. […] Daunenjacke – wärmt in Pausen schnell auf Hardshell – bei erwartetem Schlechtwetter Mütze Handschuhe […]

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