Gießenbachklamm und Schopperalm: 197 Stufen über der Schlucht

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Die einfache Rundwanderung durch die Gießenbachklamm und zur Schopperalm ist perfekt für Familien geeignet. Sowohl Groß als auch Klein kommen voll auf ihre Kosten.

Am Eingang der Gießenbachklamm © Gipfelfieber
Am Eingang der Gießenbachklamm © Gipfelfieber

Es ist die wohl schönste Wanderzeit im Jahr angebrochen. In einem kräftigem Gelb leuchten die Bäume in den Wäldern Ende September. Im Hintergrund das ruhige Plätschern des Gießenbachs, das rhythmische Brummen und Klatschen eines Wasserrads säuselt sanft in den Ohren. Von oben strahlt die Sonne, die mit dem blauen und wolkenlosen Himmel und dem Kaisergebirge um die Wette strahlt. Kaum satt sehen, mögen wir uns an den vielen Farben und Eindrücken.

So ergeht es uns als wir am Eingang des Thierseer Tals bei Kiefersfelden ankommen und zu einer gemütlichen Wanderung durch die Gießenbachklamm und zur Schopperalm aufbrechen. Wobei durch nicht ganz korrekt ist. Vielmehr gehen wir über die Gießenbachklamm, denn von Angesicht zu Angesicht sehen wir uns nur ganz kurz.

Das größte Wasserrad Bayerns

Die Rundwanderung durch die Gießenbachklamm startet in der Nähe von Kiefersfelden unweit von der deutsch-österreichischen Grenze und dem schönen Kufstein am Fuß des Kaisergebirges.

Direkt am Start in Kiefersfelden wartet das erste Highlight: Ein riesiges Wasserrad – das größte Bayerns – verrichtet notorisch seinen Dienst. Bei knapp acht Metern Durchmesser kommt es pro Minute auf vier Umdrehungen und erzeugt so 20 Kilowatt Strom. Die saubere Energieerzeugung bleibt auch beim weiteren Weg am Gießenbach entlang bestimmendes Thema und mehrere Schautafeln erläutern die Nutzung der Wasserkraft.

Während anfangs der Gießenbach noch sanft neben dem Weg nach unten plätschert, ändert sich das kurz hinter einer Brücke schlagartig. Ein bereits im Jahr 1910 erbautes Elektrizitätswerk markiert gleichzeitig den Eingang in die Gießenbachklamm.

Die Gießenbachklamm

Die Felsen verengen sich und schwingen sich unmittelbar in die Höhe. Nur ein schmaler Durchlass bleibt dem Gießenbach, der sich in tausenden Jahren mühevoller Kleinarbeit hier durchgearbeitet hat. Näher als am Eingang kommen wir den tosenden Wassermassen nicht mehr und nutzen die Gelegenheit und den schmalen Steig, der direkt in die Gießenbachklamm führt.

Kristallklar und leuchtend grün funkelt das rauschende Wasser. Zeit für ein paar Fotos und um nochmals durch zu schnaufen. Denn der Weg führt uns nun nicht weiter in die Klamm, sondern hoch über die Klamm.

197 Stufen wollen erklommen werden, an deren Ende ein schmaler, aber sehr gut gesicherter Weg wartet, der, ähnlich wie bei der Mayrbergklamm, immer wieder spektakuläre Tiefblicke in die Gießenbachklamm bereitet.

Viele Familien mit Kindern säumen den Pfad an diesem schönen Herbsttag, aber doch längst nicht so viele wie in der überlaufenen Partnachklamm oder der benachbarten Höllentalklamm bei Garmisch. Kein Wunder, die Wanderung durch die Gießenbachklamm und zur Schopperalm ist selbst als Rundtour nicht sonderlich lang, es warten nach den vielen Stufen am Klammeingang keine weiteren Schwierigkeiten und nach dem wir am Ausgang über der Schlucht angelangt sind, den Staudamm und den dahinter liegenden grün schimmernden Stausee passiert haben, wartet mit der Schopperalm ein weiteres Highlight.

Jause an der Schopperalm

Wo sich die Wanderer in der Gießenbachklamm selber gut verteilen, so kommen sie an der Schopperalm wieder zusammen. Die Bänke sind voll, jauchzende Kinderstimmen rasen mit Bobby Cars waghalsig den Hang neben der Hütte hinunter und freuen sich über die Ziegen, die sich wiederum über die Streicheleinheiten freuen. Ein Blick in die Karte verspricht auch für Familien faire Preise. Nach ergiebigem Kuchen, Kaffee und Kakao geht es von der Schopperalm auf den Rückweg.

Rundweg zurück zum Start

Eine letzte Anstrengung folgt aber doch noch. Frisch gestärkt gilt es im Wald noch einmal ein paar Höhenmeter aufzusteigen. Sind die geschafft, geht es gemütlich weiter. Über sanfte Wiesen führt die Rundwanderung nun vorbei am Trojerhof (einem der ältesten Bergbauernhöfe Bayerns) wieder langsam abwärts. Gespickt mit grandiosen Ausblicken auf das Kaisergebirge vor der Nase, wo die ersten Gipfel mit Schnee bezuckert sind, und dem Brünnstein im Rücken, der über dem Taleingang zu wachen scheint. Alternativ ist auch der Abstieg über den Ortsteil Breitenau möglich.

Hinweise

Die Gießenbachklamm ist aus Sicherheitsgründen im Winter etwa ab Mitte November bis Ostern gesperrt. Die Schopperalm ist in der Regel von April bis Anfang Oktober bewirtschaftet. Aktuelle Hinweise gibt es auf der Website der Schopperalm.

Fazit

Vor allem für Familien mit Kindern ist die Rundwanderung durch die Gießenbachklamm bei Kiefersfelden bis zur Schopperalm und zurück ein tolles Erlebnis. Die tosenden Wassermassen des Gießenbachs und Tiefblicke in die 60 Meter tiefe Klamm beeindrucken Klein und Groß. Bei der Einkehr in der Schopperalm kommen alle auf ihre Kosten.

Informationen & Tourdaten

Ausgangspunkt & Parken: Thierseestraße, Kiefersfelden; Parkplätze direkt an der Straße

Höchster Punkt: 701 m

Höhenmeter: 216 hm (einfach)

Länge: 5,2 km

Dauer: ca. 2 h

Schwierigkeit: einfach

Einkehr: Schopperalm, Trojerhof

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