Ein „Southbag“ geht auf Reisen: Deuter-Trekkingrucksack in Südamerika

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Europa, Asien, Afrika und jetzt Südamerika… Den Rucksack geschultert, bereise ich regelmäßig verschiedene Länder und Kontinente. Für meine Backpacking-Reisen kommt dabei nur ein Trekkingrucksack in Frage, da ich mich nicht lange an einem Ort aufhalte und somit ein Gepäckstück benötige, das sich auf einfache Weise transportieren lässt und mir genügend Flexibilität sowie Bewegungsfreiheit bietet. Denn in der Regel wird nur ein Flug gebucht und los geht das Abenteuer. In diesem Jahr fiel die Entscheidung auf Südamerika, genauer gesagt Chile und Argentinien. Anfang September startete der Trip – mit einem Deuter-Backpacking-Rucksack auf dem Rücken… Der Test- und Erlebnisbericht von Gastautorin Daniela Sommer.

Ein „Southbag“ geht auf Reisen: Deuter-Trekkingrucksack in Südamerika © Daniela Sommer

Ein „Southbag“ geht auf Reisen: Deuter-Trekkingrucksack in Südamerika © Daniela Sommer

Es standen in Chile die Atacama-Wüste sowie Patagonien mit dem Nationalpark Torres del Paine und in Argentinien der Nationalpark Los Glaciares auf dem Plan. Da beide Länder eine enorme Nord-Süd-Ausdehnung aufweisen und mein Freund und ich verschiedene Klimazonen durchreisten, benötigten wir ein flexibles Gepäckstück, das sowohl für Sommer- als auch Winterbekleidung ausreichend Platz bietet und sich gut transportieren lässt. Mein Freund war mit seinem Modell „Cerro Torre“, ein Klassiker von Lowe Alpine aus dem Jahr 2008, bestens versorgt. Mein bisheriger Trekkingrucksack, ein älteres Modell von Jack Wolfskin, erwies sich auf den vergangenen Reisen durch Afrika und Asien leider als viel zu klein und hatte ausgedient, denn er war einfach ungeeignet für unser aktuelles Vorhaben. Daher musste der richtige Begleiter erst noch gefunden werden.

Flexibel, ausgeklügelt und individuell anpassbar

Nachdem ich mir verschiedene Informationen über Trekkingrucksäcke eingeholt und im Geschäft getestet hatte, fiel die Wahl auf den Deuter Aircontact 65+10 von Rucksack-onlineshop.com der Firma Southbag. Wie aus dem Namen des Rucksacks ersichtlich wird, verfügt dieser über ein Aircontact-System, mit dem der Träger durch ein ausgeklügeltes Körperkontakt­system bis zu 15 Prozent weniger schwitzt als bei einem herkömmlichen Trekkingrucksack. Dabei besteht das Rückenpolster aus einem speziellen atmungsaktiven Hohlkammer-Funktionsschaum, der durch einen Pumpeffekt bei jeder Bewegung einen Luftaustausch herbeiführt. Die Ziffern „65 + 10“ im Namen kennzeichnen das Volumen von 65 Litern, das bei Bedarf auf Grund des höhenverstellbaren Deckels auf 75 Liter erweitert werden kann.

Mit diesem cleveren Aircontact-System, dem hohen Volumen und einer Größe von 84 Zentimetern in der Höhe, 40 in der Breite und 28 in der Tiefe bei einem Eigengewicht von 2,71 Kilogramm schien sich der Trekkingrucksack bereits im Vorfeld der Reise als idealer Wegbegleiter zu entpuppen.

Chile: Blick auf die Torres del Paine © Daniela Sommer

Chile: Blick auf die Torres del Paine © Daniela Sommer

Doch die Hauptentscheidungs-kriterien für den „Deuter Aircontact 65+10“ waren schließlich seine optimale Passform sowie das variable Tragesystem und damit einhergehend der hohe Tragekomfort. Dieser resultiert bei diesem Rucksack aus dem Vari-Quick-System von Deuter, mit dem sich der Trekkingrucksack individuell auf die entsprechende Rückenlänge anpassen lässt. Nachdem ich also das Tragesystem auf meinen Körper abgestimmt hatte, wurde die Last optimal auf den Hüftgurt, der aus verstärkten gepolsterten Flossen und Kompressionsriemen zur exakten Lastkontrolle besteht, sowie auf die anatomisch geformten Schulterträger verteilt – und mein Rücken entlastet. Der Brustgurt optimierte dabei den Sitz der Schulterträger und die fest angezogenen Lageverstellriemen ermöglichten mir die exakte Positionierung auf dem Rücken. Sind diese gelockert, steht der Rucksack für eine bessere Belüftung leicht vom Rücken ab. Um die volle Bewegungsfreiheit zu gewährleisten, sind die Hüftflossen bei dem Modell „Deuter Aircontact 65+10“ mit einem „Vari-Flex-System“ ausgestattet. Dabei ist dieses so flexibel, dass die Hüftflossen komplexen Bewegungsabläufen „folgen“, ohne dabei das Gleichgewicht außer Acht zu lassen.




Darüber hinaus verfügt der Trekkingrucksack über eine Vorrichtung für Trinksysteme, Wanderstöcke und Pickelhalterungen etc., die somit griffbereit transportiert werden können. Auch dies war für mich ein weiteres Argument für den Rucksack.

Chile: Auf dem Weg zum Nationalpark Torres del Paine © Daniela Sommer

Chile: Auf dem Weg zum Nationalpark Torres del Paine © Daniela Sommer

Nachdem also die Hauptmerkmale erfüllt waren und die Passform des Trekkingrucksacks optimal auf mich eingestellt war, überzeugten mich verschiedene weitere Funktionen und Details: ein separates Bodenfach, der Frontzugriff sowie verschiedene „Geheimfächer“, eine im Boden integrierte Regenhülle – wenngleich der Rucksack selbst durch die PU-Beschichtung bis zu 2.000 mm wasserdicht ist – und vieles mehr. Auch die hohe Zug- und Reißfestigkeit durch das Polyamid-Gewebe, die aber meines Wissens bei fast allen Trekkingrucksäcken Verwendung finden, waren wichtige Kriterien. Denn natürlich wollte ich keinen Rucksack auf eine Reise mitnehmen, der schon beim Be- und Entladen des Flugzeugs kaputt geht oder bei dem der kleinste Regenschauer den gesamten Inhalt durchnässt.

Für alle Fälle

Vollbepackt ging die Reise also los. Ich war gespannt darauf, wie sich mein neuer Weggefährte bewährt. Doch was mir noch ein wenig zusetzte, war der Gedanke daran, den Trekkingrucksack (wie bislang gewohnt) tagtäglich ein- und auszupacken, da wir auf unserem Trip fast jede Nacht an einem anderen Ort schliefen. Morgens mussten wir teilweise sehr früh aufstehen, um unser nächstes Ziel zu erreichen – daher sollte alles schnell gehen. Doch dieses Mal war alles anders … Denn der „Deuter Aircontact 65+10“ verfügt über einen Frontzugriff sowie ein separates Bodenfach, welche sich als äußerst praktisch erwiesen.

Da sowohl der Frontzugriff als auch das Bodenfach sehr großzügig gehalten sind, musste ich nicht den gesamten Inhalt aus dem Trekkingrucksack – wie bei meinem alten Modell – ständig aus- und einräumen, sondern konnte gezielt das Wanderequipment bzw. die Utensilien oder Kleidungsstücke herausnehmen, die ich benötigte. So erwiesen sich der Frontzugriff sowie das separate Bodenfach also als große Vorteile – insbesondere dann, wenn das Packen schnell gehen musste. Mit den seitlichen Kompressionsriemen und denen am Bodenfach konnte ich den Rucksack bei geringerer Beladung, da ich beispielsweise meine Winterjacke und meinen Windstopper oftmals zeitgleich benötigte, einfach zusammenziehen, sodass der Inhalt und das Gewicht wieder körpernah fixiert werden konnten.

Unterwegs in Chile und Argentinien © Daniela Sommer

Unterwegs in Chile und Argentinien © Daniela Sommer

Weitere schöne Details, die für den „Deuter Aircontact 65+10“ sprechen, sind zum einen das Kartenfach, in dem die „Wegweiser“ geschützt und griffbereit aufbewahrt werden können, und zum anderen die Reißverschlusstasche an der Hüftflosse, die kleinen Stauraum für beispielsweise Geld bietet. Diese eignet sich hervorragend, wenn man nicht das Portemonnaie bzw. den Brustbeutel hervor holen möchte, die je nach Ort, Lage und Situation schnell zu Objekten der Begierde werden könnten. Zur eigentlichen Verstauung von Wertsachen sowie Reisepass und Visum gibt es jedoch ein zusätzliches Wertsachenfach auf der Innenseite des Deckels. Doch um an den Inhalt zu gelangen, muss der Rucksack erst abgesetzt werden. Daher war das „Geheimversteck“ an der Hüftflosse ideal für mich, wenn ich schnell und komfortabel an Geld kommen wollte.

Der optimale Weggefährte

Der „Deuter Aircontact 65+10“ bietet genügend Platz für eine große Reise, insbesondere dann, wenn Winter- und Sommerbekleidung verstaut werden müssen, was in unserem Fall unabdingbar war. Denn wir begegneten in den knapp drei Wochen sämtlichen Witterungsbedingungen – von minus 3 Grad und Schnee bis zu 25 Grad bei strahlendem Sonnenschein. Daher war der Trekkingrucksack für mich die optimale Entscheidung. Denn er verfügt über ein großes, erweiterbares Volumen sowie einen äußerst angenehmen Tragekomfort durch verschiedene relevante Einstellungsmöglichkeiten und vieles mehr.

So erwies sich der Trekkingrucksack auch bei längerer Tragezeit als angenehm, denn durch das ausgeklügelte Tragesystem wurde mein Rücken kontinuierlich entlastet und das Gewicht optimal auf die Schultern und Hüfte verteilt. Dazu muss ich jedoch erwähnen, dass ich mit dem vollbepackten Gepäckstück insgesamt „nur“ auf 12 Kilogramm kam. Denn ich packe ganz nach der Devise „weniger ist mehr“. Für mich ist es von hoher Relevanz, nicht mehr mitzunehmen als nötig, da ich das Gewicht schließlich jeden Tag tragen muss – ganz gleich, ob auf kurzen oder langen Strecken.

Die Beckenflossen, Schultergurte und das Rückenteil des „Deuter Aircontact 65+10“ sind so gepolstert, dass ich weder Druckstellen bekommen habe, noch das Gewicht deutlich spürbar war. Denn auf der ganzen Reise hatte ich nicht einmal das Gefühl, dass ich tatsächlich 12 Kilogramm zusätzlich zum eigenen Körpergewicht „herumschleppen“ musste.

Fazit

Eigentlich sollte dies ein Testbericht werden, der Pro und Contra des Rucksacks aufzeigt. Leider konnte ich trotz Suche nach einem Manko oder einer Schwachstelle, keine Kriterien im täglichen Praxiseinsatz ausmachen, die ins Gewicht fallen. Ich habe wirklich den für mich passenden Backpacking-Rucksack gefunden und die nächsten Reisen lassen somit nicht lange auf sich warten.

Kaufen

Zum Schluss fehlt natürlich noch der Preis: Den Deuter Aircontact 65+10 gibt es bei Amazon ab ca. 200 €. Weitere Preise und Shops in der Übersicht:


Letzte Änderung: 6. Dezember 2016

6 Antworten zu " Ein „Southbag“ geht auf Reisen: Deuter-Trekkingrucksack in Südamerika "

  1. Thomas sagt:

    Das ist tatsächlich ein toller Rucksack. Ich habe mir den letztes Jahr auch zugelegt und auf dieser Tour zum ersten Mal getestet: http://www.breitengrad66.de/2013/09/01/trekking-unter-moschusochsen/

    • Andreas sagt:

      Servus Thomas, sehr cooler Bericht. Die Moschusochsen leben dort in freier Wildbahn? Beeindruckende Tierchen auf jeden Fall…

  2. Niklas sagt:

    Mich würde es interessieren was alles so in den Rucksack hineingepasst hat 🙂

  3. Alex sagt:

    Danke für die Erfahrungen. Meistens zeigen sich dann erst die negativen Eigenschaften nach Jahren oder wenn man mal ein Produkt eines anderen Herstellers hat. So sind zumindest meine Erfahrungen.

  4. […] gibt es mittlerweile spezialisierte Rucksäcke. Vom kleinen Begleiter für die  Tagestour zum riesigen Backpack-Rucksack, mit dem man ein Jahr um die Welt reist, über einen Airbag-Rucksack, um vor Lawinen gewappnet zu […]

  5. […] Rucksack – ca. 40 l Volumen […]

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