Alles Zwiebel oder was? Was zieh ich im Herbst eigentlich an?

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Der Herbst ist da. Und mit ihm kühlere Temperaturen. Wie kleidet man sich bei solchen Bedingungen optimal, wenn es nach draußen gehen soll? Ganz einfach: Im Zwiebellook. 

Alles Zwiebel oder was? Was zieh ich im Herbst eigentlich an? Zwiebellook natürlich © Gipfelfieber

Alles Zwiebel oder was? Was zieh ich im Herbst eigentlich an? Zwiebellook natürlich © Gipfelfieber

“Was zieh ich jetzt eigentlich an?” Die Frage, die viele Frauen fast jeden Tag des Jahres beschäftigt und sie mit großem Fragezeichen vorm Schrank stehen lässt, beschäftigt den/die Bergsteiger/in, Wanderfreund/in und Outdoor-Begeisterte(n) spätestens, wenn die Tage im Oktober langsam kürzer werden. Denn dann ist es am frühen Morgen oft garstig kalt. Mit den ersten Sonnenstrahlen wird es aber schnell wärmer und in den letzten Jahren waren selbst Novembertage, an denen das Thermometer über die 20 Grad-Marke gesprungen ist, keine Seltenheit.

Die Lösung des Problems:

Der Zwiebellook!




Die 1. Schicht: Unterwäsche

Los geht`s bei der richtigen Unterwäsche. Die klassischen Feinripp-Unterhemden aus Baumwolle bleiben lieber im Schrank. Wem ein simples Shirt im Herbst und Winter zu frisch ist, der setzt auf atmungsaktive Thermounterwäsche. Die bekannteste Marke am Markt für warmes Untendrunter ist wahrscheinlich die norwegische Marke Odlo. Aber es lohnt sich auch abseits bekannter Outdoor-Marken die Augen offen zu halten. Engelbert Strauss hat ebenfalls Thermowäsche im Programm, die preislich deutlich niedriger angesiedelt ist und qualitativ keinen Deut schlechter ist. Auch bei Discountern finden sich sicher hin und wieder brauchbare Teile, wobei man von der Qualität weniger erwarten sollte. Ganz wichtig in der kalten Jahreszeit: Ein Ersatzoberteil. Denn beim Aufstieg wird oft gehörig geschwitzt und so wird das Funktionssleeve trotz bester Atmungsaktivität vor allem am Rücken, wo der Rucksack aufliegt, nass. Am Gipfel oder bei einer längeren Pause wird es so schnell unangenehm kühl und die Gefahr, sich zu erkälten, steigt.

Die 2. Schicht: Es wird warm

Nachdem uns die Thermowäsche zumindest eine leichte Grundwärme beschert, die am frischen Novembermorgen aber lange nicht reicht, braucht es noch einen guten Wärmespender. Hier kommt am besten eine Softshelljacke, die bei schönem Wetter auch als ober(st)e Schicht dienen kann, oder ein Fleece-Pullover in Frage. Aus welchem Material die sein soll, ist Geschmackssache. Ein Fleece ist angenehm kuschelig. Eine Softshell, die beispielsweise mit Merino-Wolle oder Primaloft gefüllt ist, trocknet dagegen schneller. Was ebenfalls nicht fehlen sollte: Eine zusätzliche Daunenjacke wie die Microtherm von Eddie Bauer, die bei richtig kalten Bedingungen oder in Pausen zusätzlich schnell übergeworfen kann. Die spendet unmittelbar Wärme und fällt dank minimalem Packmaß im Rucksack kaum auf.

Ein kleiner Tipp: Am besten immer leicht fröstelnd loslaufen. Denn beim Anstieg wird es schnell warm genug und man macht nicht nach zehn Minuten die erste Pause.

Die 3. Schicht: Gegen Wind und Wetter

An schönen Tagen muss nicht zwangsläufig die komplett dichte Gore-Tex-Regenjacke eingepackt werden. Da reicht in aller Regel eine leichte Windjacke wie die Adidas Terrex Agravic Hybrid Softshell. Wind kann im Herbst die Temperatur viel kälter erscheinen lassen als sie ist. Und da kann die Zwischenschicht aus Fleece oder Wolle auch schnell an ihre Grenzen kommen. Ist die Windjacke dann noch wasserabweisend, hält sie auch einen kurzen Schauer aus. Für den allergrößten Notfall schadet es nicht, einen günstigen Regenponcho (gibt es für etwa 2 €) im Gepäck zu haben.

Die 4. Schicht: Gerüstet für die Sintflut

So nicht! Poncho unter der durchgeweichten Jacke - lang ists her © Gipfelfieber

So nicht! Poncho unter der durchgeweichten Jacke – lang ists her © Gipfelfieber

Bei sintflutartigen und andauernden Regen- und Schneefällen ist die Windjacke ganz schnell am Ende und erst langsam und später immer schneller sickert die Nässe durch Schicht um Schicht. Willkommen auf der Titanic. Nass kühlt der Körper extrem schnell aus und da wird es auch schnell gefährlich. Eine Hardshell-Jacke gehört bei entsprechenden Wettervorhersagen daher ins Gepäck. Wer sich im Laden solche Regenjacken anschaut, wird schnell feststellen, dass die Preisspanne von überschaubar bis ins Unermessliche reicht. Wo ist also der Unterschied zwischen einer 100 €- und einer 500 €-Jacke? Von letzterer ist deutlich mehr zu erwarten: Jacken der Kategorie sollten ob Schnee, Eis oder Regen aushalten und dazu noch eine gute Atmungsaktivität bieten. Jacken der niedrigeren Preiskategorie tun das auch, richtig starkem Regen können sie aber irgendwann einfach nicht mehr Stand halten. Wer im hochalpinen Bereich unterwegs ist und immer mit schnellen und heftigen Wetterumschwüngen rechnen muss, sollte also lieber in den sauren (teuren) Apfel beißen. Für die meisten anderen Einsätze sind die günstigeren Modelle wie die North Face Stratos ausreichend und mit regelmäßiger Auffrischung der Imprägnierung bieten auch sie einen ordentlichen Regenschutz.

Fazit

Mit dem Zwiebellook ist man an kühlen Herbsttagen genau richtig gekleidet. Wird es zu warm, wird eine Schicht einfach ausgezogen und in den Rucksack gepackt. Am Ende hat man so zwar einen schwereren Rucksack. Aber lieber etwas mehr tragen als zu frieren.

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Letzte Änderung: 5. Dezember 2016

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