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Hüttentouren für den Sommer: 5 Touren von ruhig bis alpin

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Eine Nacht auf der Hütte macht aus einer Bergtour schnell ein kleines Abenteuer. Der Tag endet nicht am Parkplatz, sondern oben am Berg – mit Abendstimmung, Hüttenessen und dem frühen Aufbruch am nächsten Morgen.

Priesbergalm © Gipfelfieber
Hüttentouren für den Sommer: 5 Touren von ruhig bis alpin © Gipfelfieber

Der Bergsommer steht vor der Tür. Du hast Lust auf eine mehrtägige Tour von Hütte zu Hütte? Die folgenden fünf Hüttentouren zeigen, wie unterschiedlich mehrtägige Touren im Sommer sein können: ruhig und wenig erschlossen, aussichtsreich und flexibel oder alpin und fordernd.

Hüttentour durch die Kreuzeckgruppe

Die Kreuzeckgruppe liegt zwischen Lienz und Spittal und steht etwas im Schatten ihrer bekannten Nachbarn, den Hohen Tauern im Norden und den Lienzer Dolomiten im Süden. Genau das macht den Reiz dieser Hüttenwanderung aus. Die Berge wirken weniger erschlossen, die Täler still, die Höhenwege aussichtsreich und oft ist man über längere Abschnitte ziemlich allein unterwegs.

Die Route führt von Dölsach über das Anna-Schutzhaus, die Hugo-Gerbers-Hütte, die Feldnerhütte und die Salzkofelhütte bis nach Möllbrücke. Ohne Zusatzgipfel kommen rund 56 Kilometer und 3.819 Höhenmeter zusammen. Technisch ist die Tour meist nicht extrem schwierig, gute Grundkondition ist aber nötig.

Passt für: Bergwanderer, die eine ruhige, mehrtägiges Hüttenwandern abseits der großen Klassiker suchen.

Charakter: grüne Höhen, stille Täler, Bergseen, lange Etappen und viel Ruhe

Schwierigkeit: mittel

Noch mehr Informationen: Hüttentour durch die Kreuzeckgruppe

Kleine Reibn über dem Königssee

Die Kleine Reibn ist vor allem als lange Tages-Bergtour über dem Königssee in den Berchtesgadener Alpen bekannt. Mit einer Übernachtung im Carl-von-Stahl-Haus oder im Schneibsteinhaus lässt sie sich aber gut als kompakte Hüttentour planen. Der Weg führt vom Parkplatz Hinterbrand über die Jenner-Mittelstation und den Jennersattel zum Torrener Joch. Von dort geht es auf einem anspruchsvolleren Bergsteig weiter zum Schneibstein.

Der Schneibstein ist der landschaftliche Höhepunkt der Runde. Von seinem Gipfelplateau reicht der Blick unter anderem ins Hagengebirge, zum Steinernen Meer, zur Watzmann-Ostwand und hinunter in Richtung Schönau am Königssee. Der weitere Weg führt über die Windscharte, vorbei am Seeleinsee und über die Priesbergalm zurück in Richtung Jenner-Mittelstation oder Hinterbrand. Mit etwas Glück lassen sich zwischen Schneibstein und Seeleinsee Steinböcke entdecken.

Passt für: trittsichere Bergwanderer, die eine lange Runde über dem Königssee auf zwei Tage verteilen möchten.

Charakter: aussichtsreiche Rundtour über dem Königssee in einer hochalpinen Landschaft

Schwierigkeit: mittel

Durch und über den Wilden Kaiser

Die Tour durch den Wilden Kaiser ist die alpinste Unternehmung in dieser Auswahl. Sie führt nicht nur von Hütte zu Hütte, sondern auch über Klettersteige und ausgesetzteres Terrain. Während der erste Tag mit dem Aufstieg von Kufstein zur Kaindlhütte noch recht gemütlich ist, so wird es am folgenden Tag bei der Überschreitung des Scheffauers bis zur Gruttenhütte schon anspruchsvoller. Für unerfahrene Klettersteiggeher ist im Widauersteig auf den Scheffauer Helm und Klettersteigset sinnvoll.

Am dritten Tag folgt der Aufstieg von der Gruttenhütte über den Gamsängersteig auf die Ellmauer Halt, den höchsten Gipfel des Wilden Kaisers. Anschließend führt der Weg über den Kaiserschützensteig weiter ins Kaisertal. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ausreichend Wasser sind hier wichtig, da es auf der Überschreitung erst am Ende wieder Wasser gibt. Nach der letzten Nacht im Anton-Karg-Haus geht es durch das idyllische Kaisertal zurück zum Ausgangspunkt und hinaus aus einem der schönsten Gebirge der Alpen.

Passt für: erfahrene Bergsteiger mit Klettersteigerfahrung.

Charakter: fordernde Kaiser-Tour mit Hüttenübernachtung, Klettersteigen, viel Fels und langen Abstiegen

Schwierigkeit: schwer

Noch mehr Informationen: Wilder Kaiser – Teil 1, Wilder Kaiser – Teil 2

Von Hütte zu Hütte im Sellrain

Die Hüttentour im Sellrain führt durch die Stubaier Alpen und zeigt, dass Bergsommer auch rau sein können.

Die Mehrtagestour startet in Kühtai und führt über mehrere Hütten: Schweinfurter Hütte, Winnebachseehütte, Westfalenhaus und Neue Pforzheimer Hütte. Dazu kommen Übergänge wie die Finstertaler Scharte, das Zwieselbachjoch und das Winnebachjoch. Mit Schöntalspitze und Haidenspitze lassen sich zusätzlich Gipfel einbauen. Mit der Schöntalspitze (3.002 m) ist sogar ein echter Dreitausender dabei.

Passt für: konditionsstarke Bergwanderer mit Erfahrung im alpinen Gelände.

Charakter: mehrtägige Hüttentour in den Stubaier Alpen mit Scharten, Hütten, Dreitausendern;

Schwierigkeit: mittel

Noch mehr Informationen: Hüttentour im Sellrain

Prientaler Gipfel-Reibn

Die Prientaler Gipfel-Reibn lässt sich besonders gut als mehrtägige Wanderung ab Aschau planen. Eine Aufteilung auf drei Etappen mit zwei Hüttenübernachtungen bietet an: zunächst von Aschau über Laubenstein, Predigtstuhl, Klausenberg und Zinnenberg hinauf zum Spitzstein mit Übernachtung im Spitzsteinhaus, anschließend hinunter ins Bergsteigerdorf Sachrang und weiter zur Priener Hütte. Am dritten Tag führt die Tour über den Geigelstein und die Kampenwand zurück nach Aschau.

So verbindet die Runde zwei sehr unterschiedliche Seiten des Prientals: den aussichtsreichen Übergang am Spitzstein, die ruhigere Berglandschaft mit schmalen Pfaden auf der Westseite und das Naturschutzgebiet Geigelstein auf der Ostseite sowie den markanten Abschluss an der Kampenwand. Die Tour bleibt damit niedriger als klassische hochalpine Hüttentouren, verlangt aber trotzdem Ausdauer, Trittsicherheit und eine gute Kondition.

Passt für: ausdauernde Bergwanderer, die eine Hüttentour im Chiemgau mit mehreren Gipfeln und kleinem Rucksack suchen.

Charakter: abwechslungsreiche Runde über Spitzstein, Priener Hütte, Geigelstein und Kampenwand – mit regionalem Charakter und vielen Möglichkeiten zur Anpassung.

Schwierigkeit: weitestgehend einfach, zwischendrin aber schmalere Steige; Anstieg über Spitzstein Nordwandsteig mittelschwer; konditionell fordernd

Fazit: Fünf Hüttentouren, fünf unterschiedliche Charaktere

Die Kreuzeckgruppe ist die richtige Wahl für alle, die Ruhe und wenig erschlossene Bergwelt suchen. Die Kleine Reibn bietet eine kompakte Hüttentour über dem Königssee. Der Wilde Kaiser verlangt alpine Erfahrung, das Sellrain Kondition und Wetterfestigkeit. Die Prientaler Gipfel-Reibn punktet mit Flexibilität, regionalem Charakter und mehreren Hüttenoptionen.

Damit decken die fünf Touren ein breites Spektrum ab – von der ruhigen Mehrtagestour bis zur alpinen Überschreitung.

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