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Einfache Wanderung zum Schossrinn-Wasserfall

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Im Priental, das sich von Aschau im Chiemgau gen Süden bis zur deutsch-österreichischen Grenze erstreckt, sind gleich drei Wasserfälle zuhause. Die Schossrinn ist der bekannteste der drei Wasserfälle. Die stürzt sich mit einer Fallhöhe von knapp 75 Metern über eine überhängende Felswand in die Tiefe. 

Einfache Wanderung zum Schossrinn-Wasserfall © Gipfelfieber
Einfache Wanderung zum Schossrinn-Wasserfall © Gipfelfieber

Vor allem zur Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen ist das beeindruckend. Ist die Schossrinn im Sommer und Herbst bei trockenen Perioden kaum mehr als ein kleines Rinnsal, so sind es dann tosende Wassermassen, die sich unaufhörlich den Weg ins Tal bahnen und den Besuchern der Schossrinn dann schon bei Erreichen der kleinen Bank am Ende des Wanderwegs die Gischt ins Gesicht schleudert. 

Die recht kurze und einfache Wanderung zum Schossrinn-Wasserfall ist einfach und im ganzen Jahr gut machbar. Von Hainbach startet der nur knapp zwanzigminütige Fußweg, der über breite Wiesen und zuletzt direkt neben dem rauschenden Bergbach bis zur Schossrinn führt. 

Die Tour in der Übersicht

  • Start: Parkplatz in Hainbach im Priental; ÖPNV: Buslinie 482 bis Haltestelle Hainbach
  • Anfahrt: auf der A8 bis Abfahrt Frasdorf/Aschau im Chiemgau, weiter durch Aschau und Ortsteil Hohenaschau in Richtung Bergsteigerdorf Sachrang, etwa 2 km nach Ortsausgang großer Parkplatz linker Hand im Ortsteil Hainbach
  • Route: Hainbach – Grenzenlos Wanderweg – Abzweig – Schossrinn – Hainbach
  • Länge: 4,6 km
  • Dauer: 1 h 15 min
  • Höhenmeter: 81 hm
  • Charakter: leichte Rundwanderung bis zum Schossrinn-Wasserfall, zuletzt über Stufen etwas steiler, Rutschgefahr bei Nässe im Bereich des Wasserfalls
  • Schwierigkeit: leicht
  • Höchster Punkt: Schossrinn, 706 m
  • Einkehrmöglichkeiten: keine unterwegs

Die Wanderung zum Schossrinn-Wasserfall

Alle Informationen zur Wanderung zur Schossrinn im Priental zwischen Aschau im Chiemgau und dem Bergsteigerdorf Sachrang.

Zusammenfassung für Schnellleser

  • Kurze, einfache Wanderung zu markantem Wasserfall (ca. 75 m)
  • Besonders eindrucksvoll bei viel Wasser (Schneeschmelze/Regen)
  • Letzter Abschnitt am Wasserfall rutschig und ungesichert
  • Im Sommer teils wenig Wasser, dafür Abkühlung möglich
  • Im Winter oft beeindruckende Eisformationen

An der Prien entlang

Unser Weg führt uns vom Wanderparkplatz auf die andere Straßenseite. Dort folgen wir dem etwas unscheinbaren Pfad, der unmittelbar neben der Prien verläuft. Nur wenig später queren wir die Brücke und wandern an einer großen Wiese entlang, hinter der der Schossrinn Wasserfall bereits hervorlugt. Die Prien ist übrigens einer der längsten Wildbäche in den Bayerischen Alpen. Sie entspringt aus mehreren Quellen am Fuß des Spitzsteins unterhalb der Goglalm und mündet nach über 40 Kilometern Länge in den Chiemsee. Mit etwas Glück lassen sich Eisvogel und Wasseramseln blicken.

Abzweig zum Wasserfall

Wir queren eine weitere Brücke und den Schoßbach und halten uns im Anschluss unmittelbar links. Im Wald geht es leicht ansteigend dem Weg folgend. Kurz darauf treffen wir auf die Zufahrt zu einem der beiden Wohnhäuser, um kurz darauf dem Wegweiser zum Wasserfall zu folgen. Wir passieren ein Kuhgatter (mit Kette wieder schließen!) und das Rauschen des Wassers zur Linken wird lauter. Durch die Bäume lässt sich die Schossrinn schon entdecken. Ein paar Stufen werden erklommen, ein letzter Aufstieg und wir stehen am Geländer, hinter dem es recht steil nach unten geht.

Beeindruckend ist der Blick auf den Wasserfall, vor allem, wenn nach der Schneeschmelze oder Regenfällen viel Wasser die Schossrinn nach unten fällt. Wer mag geht hinter der Sitzbank noch ein paar Meter am ungesicherten Steig weiter und kraxelt bis zum großen Becken direkt unter dem Wasserfall. Links und rechts führen auch Pfade hinter den Wasserfall. Die kleinen Wege und Felsen sind aber extrem rutschig und hier bestehen Abrutsch- und auch Steinschlaggefahr.

An heißen Sommertagen verwandelt sich das Becken bzw. die Gumpe direkt unterhalb der Schossrinn beinahe in eine Badewanne. Auch wenn das Wasser direkt von den Bergen kommt, so erwärmt es sich hier dank der Sonneneinstrahlung etwas und bietet eine tolle, wenngleich immer noch kalte Abkühlung.

Rückweg

Nach dem Abstecher zum Wasserfall geht es auf gleichem Weg zurück auf den Fahrweg, dem wir aber diesmal folgen, um nicht direkt zum Ausgangspunkt zurückzugehen. Wir verlängern die Wanderung über den Grenzenlos Wanderweg und wandern im Wald bis wir diesen im Ortsteil Einfang wieder verlassen. Linker Hand gibt es hier nach starkem Regen und zur Schneeschmelze einen dritten Wasserfall – den Einfang-Wasserfall, der aber auf Privatgelände liegt und nicht besucht werden kann. Wir halten uns rechts, hinter der nächsten Brücke noch einmal und folgen dem Lauf der Prien schließlich flussaufwärts bis wir wieder unseren Ausgangspunkt in Hainbach erreichen.

Die Tour bei Outdooractive

Die Schossrinn im Winter

Während die Schossrinn in der kalten Jahreszeit oft nur gemütlich vor sich hin plätschert, entfaltet sie bei Temperaturen, die nachts an der -20°C-Marke kratzen, einen ganz besonderen Reiz. Nur noch langsam rinnt das Wasser hinab und es bilden sich Eiskristalle, die mehr und mehr miteinander verschmelzen, länger und länger werden bis schließlich der ganze Wasserfall ein einziger Eiszapfen mit vielen noch kleineren Eiszapfen zu sein scheint.

Beharrlich tropft noch etwas Wasser nach unten, um dort auf einem riesigen Eisberg direkt zu gefrieren, der mit der Zeit höher und höher wird. Unten ist der Bach fast eingefroren und nur noch wenige Punkte sind frei vom Eis. Ein atemberaubendes Schauspiel, das nach mehreren kalten Wochen mit beständigen tiefen Temperaturen in beinahe jedem Winter zu beobachten ist.

Fazit

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