5 Tage, 5 Gletscher – Teil 3 – Hintertuxer Liebe

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Der Trip zum Hintertuxer Gletscher am Ende des Tuxer Tals bildete den Abschluss der Reise über die 5 Tiroler Gletscher. Und der Bericht ist – wie könnte es anders sein – eine kleine Liebeserklärung.

5 Tage, 5 Tiroler Gletscher - Reisebericht Teil 3 © Gipfelfieber.com

5 Tage, 5 Tiroler Gletscher – Reisebericht Teil 3 © Gipfelfieber.com

Ja, es ist kein Geheimnis: Hintertux, ich mag dich. Das kann man schon an den etlichen Schneereports sehen, die ich dort gemacht habe. Zudem ist es von München relativ schnell erreichbar, so dass ich dort im Oktober/November in der Regel den Auftakt der Wintersaison, aber auch den Abschluss feiere. Eigentlich bedarf es gar keines Abschlusses, denn der Hintertuxer Gletscher ist das einzige Skigebiet Österreichs, auf welchem das ganze Jahr über gefahren werden kann. Wer also im späten Frühjahr oder sogar im Sommer Lust verspürt, sein Board oder seine Ski aus dem Sommerschlaf zu reißen, kann das tun und mit etwas Glück sogar einen perfekten Powder-Day erleben.




Das Skigebiet

Der Olperer trohnt stolz über dem Gletscher © Gipfelfieber.com

Der Olperer trohnt stolz über dem Gletscher © Gipfelfieber.com

Wie auch ein Großteil der anderen Gletscherskigebiete ist es am Hintertuxer Gletscher überschaubar, kommt aber trotzdem mit 59 Pistenkilometern daher. Mit Gletscherbus 1 bis 3 geht es bis auf die Gefrorene Wand und 3250 Meter Höhe. Auf der Plattform oben hat man einen großartigen Ausblick über die Alpenwelt. Ein Blick durch die Ferngläser lohnt sich, denn da sind die Gipfelnamen eingeblendet. Auf dem Gletscher dominieren die Schlepplifte. Rund um den Kaserer geht es nicht ohne. Sonst lässt sich alles mit Gondel oder Sessellift erreichen. Von ganz oben kann man über breite Pisten gefühlte Ewigkeiten abfahren. Und auch die Talabfahrt rockt. Die ist für Snowboarder zu Beginn zwar nicht so toll, da man das erste Stück Vollgas fahren muss, um nicht abschnallen zu müssen. Und die Talabfahrt ist es erst recht wert und das sage ich nicht oft… Wer auf dem ersten Parkplatz parkt, kann teils sogar direkt bis zum Auto fahren. Aber auf Rollsplit aufpassen, der dort ab und an gestreut wird, denn den mag der Belag nicht.

Freeriden

Warum ich Hintertux so mag, ist klar: Es liegt an den grenzenlosen Freeride-Möglichkeiten. Rund um das Tuxer Joch, unterhalb der Lärmstange und der komplette Bereich unterhalb des Tuxer Fernerhauses oder der unterhalb des Gletscherbusses 3 finden sich unzählige Möglichkeiten, seine Spuren in den frischen Schnee zu ziehen. Im Gletscherbereich sollte auf Schilder, die vor Gletscherspalten dringend geachtet werden, auch wenn die in der Regel vor dem Start der Wintersaison mit Schnee zugeschüttet werden. Ein Gletscher lebt von der Bewegung, so dass sich ständig neue Spalten auftun können.

Was gibt`s sonst noch?

Stimmungsvolle Beleuchtung in der Eishöhle © Gipfelfieber.com

Stimmungsvolle Beleuchtung in der Eishöhle © Gipfelfieber.com

Der Hintertuxer Gletscher wartet zudem mit nicht nur einem, sondern gleich zwei Highlights auf, bei denen es jeweils in bzw. unter den Gletscher geht. Unterhalb des Spannagelhauses lässt sich die Spannagelhöhle besichtigen. Sie gilt als die größte Felshöhle der Zentralalpen und ist im Rahmen einer Führung begehbar. Ganz oben direkt an der Bergstation wartet noch eine Eishöhle, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, um besichtigt zu werden.

Und das lohnt sich. Durch Spalten hindurch wird man durch die atmosphärisch beleuchteten Höhlen geführt, wo ganzjährig eine Temperatur von knapp unter 0°C herrscht, selbst wenn draußen mal wieder die Temperatur unter die -20°C-Marke gefallen ist. Dort trifft man auch auf die Sagenfigur des Hintertuxer Riesen, von dem Teile dort langsam wieder aufgetaut sind (hier gibt`s die Sage ausführlich erzählt). Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall in der ebenfalls ganzjährig geöffneten Höhle.

Essen & Trinken

Neu sind im Gletscherskigebiet das Spannagelhaus und das Tuxer Fernerhaus. Beide wurden im vergangenen Sommer nahezu komplett platt gemacht und in Rekordzeit wieder aufgebaut, so dass sie pünktlich zum Start der Wintersaison in Betrieb genommen werden konnten. Im Tuxer Fernerhaus gibt es zwei Bereiche. Ein großer Selbstbedienungsbereich und einer, wo bedient wird. Sowohl dort als auch im Spannagelhaus ist – für ein Bergrestaurant (!)- die Bar ausgesprochen gut ausgestattet. So wartet dort unter anderem einer meiner liebsten Rums auf die Besucher. Auch wenn ich bei Alkohol auf der Piste immer gern zur Vorsicht neige. Auch im Tuxer Jochhaus lässt sich gut zu Mittag essen. Das Essen ist dort hüttentypisch ein bisschen rustikaler, aber keineswegs schlecht.

Hotel

Mit dem Tirolerhof wartet in Tux im Ortsteil Lanersbach ein sehr gut ausgestattetes 4-Sterne-Hotel auf Besucher. Die sehr großzügig geschnittenen Zimmer überzeugen mit schicker Einrichtung und ebenso schickem Bad. Auch das Frühstücks- und Abendessenangebot hat uns überzeugt. Wer auswärts essen will, kann wenige Meter in Richtung Lanersbach zum Kasermandl gehen und sich dort die Fotos von DJ Mox mit den Größen der Schlagerwelt zu Gemüte führen (wer Arnie entdeckt, kriegt ein Bienchen!). Musik gibt`s natürlich inklusive. Und gute Tiroler Hausmannskost sowie den ein oder anderen Brand, um selbiges auch zu verdauen.

Einen kleinen Geheimtipp zum Übernachten habe ich auch noch. Der liegt zwar ein paar Kilometer entfernt, dafür aber absolut idyllisch. Der soll auch geheim bleiben. Nähere Infos gibt`s nur auf (überzeugende) Anfrage.

Fazit

Überzeugen brauchte man mich eigentlich nicht mehr. Das Skigebiet schon gleich gar nicht, vor allem eben wegen der unzähligen Freeride-Möglichkeiten. Die neuen Restaurants sind grandios geworden und auch die Eishöhle ist ein Highlight. Hintertux, ich mag dich einfach.

Mehr Informationen

www.hintertuxergletscher.at, Pistenplan, Hotel Tirolerhof Tux, Kasermandl

Wer jetzt übrigens mal alle 5 Tiroler Gletscher besuchen möchte, der besorgt sich dieWhite5-Karte, mit der man auf dem Hintertuxer, dem Stubaier, dem Pitztaler, dem Kaunertaler Gletscher und in Sölden insgesamt 10 Tage (nicht zusammenhängend, gültig vom 01.10.2013 bis 15.05.2014) Ski und Snowboard fahren darf. Und das für nur 345 €. Vergleicht man die jeweiligen Preise für die Tagesskipässe kann man da richtig viel Geld sparen.

Die Reiseberichte Teil 1 aus Sölden und vom Kaunertaler Gletscher und Teil 2 vom Pitztaler und Stubaier Gletscher gibt es hier und hier.

*Die Reise fand auf Einladung von Tirol Werbung statt. Und trotzdem hat das keinen Einfluss auf meine Eindrücke und Berichte. Ich mochte Hintertux ja auch vorher schon.


Letzte Änderung: 15. Dezember 2016

3 Antworten zu " 5 Tage, 5 Gletscher – Teil 3 – Hintertuxer Liebe "

  1. […] Schon wieder das Zillertal. Zumindest fast. Denn der Hintertuxer Gletscher erhebt sich am Ende des Tuxer Tals, zu welchem man nur kommt, wenn man das Zillertal durchfährt. Der Hintertuxer Gletscher ist ein Ganz-Jahresskigebiet und in etwa 2,5 Stunden ab München zu erreichen. Oft eröffne und beende ich hier die Saison und auch dazwischen zieht es mich immer wieder hier hin. Und was soll ich sagen: Ich mag ihn einfach. Noch mehr Details hab ich hier schonmal notiert. […]

  2. […] Nachdem der Winter in dieser Saison nur schwer aus den Puschen kam, scheint er sich für den Ausklang doch noch ein bisschen mehr vorgenommen zu haben. Knapp 30 Zentimeter waren zuletzt prognostiziert. Wenn darauf ein Sonnentag folgt, ist klar, dass statt dem Schreibtisch ein Skitag auf dem Programm steht. Wieder einmal ist das Ziel der Hintertuxer Gletscher. […]

  3. […] 5 Tiroler Gletscher-Skigebiete Sölden, der Kaunertaler, Pitztaler, Stubaier und Hintertuxer Gletscher liegen alle auf einer Höhe um die 3000 Meter, was für nahezu ganzjährige Schneesicherheit […]

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