Wollig warm: Die Icebreaker Helix LS Zip Jacke im Test

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Icebreaker schickt sich mit der Helix LS Zip Jacke an, die Kälte in die Schranken zu weisen. Ob das klappt, wo sie eingesetzt wird und wie man sie bestmöglich pflegt, weiß der Testbericht.

Wollige Wärme: Die Icebreaker Helix LS Zip im Test © Gipfelfieber.com

Wollige Wärme: Die Icebreaker Helix LS Zip im Test © Gipfelfieber.com

Beim ersten Blick auf die Materialien komme ich direkt ein bisschen ins Grübeln. Wolle? In einem Outdoor-Produkt, welches Wind und Wetter ausgesetzt ist? Muss ich etwa befürchten, zurück in alte Zeiten zu reisen als die frühen Bergsteiger-Generationen noch eingepackt in dicken Wollpullovern, die absolut untauglich waren mit Nässe umzugehen und bei anschließender Kälte steif wie ein Brett worden, die Berge bezwangen? Vom Packmaß und Gewicht ganz zu schweigen… Um soviel aber vorweg zu nehmen: Nein, die Befürchtung ist absolut unnötig.

Fakten- und Materialcheck

Aber zunächst erstmal zu den Fakten und nackten Zahlen. Auf der Jacke steht zwar Wolljacke drauf, die kommt aber nur innen zum Einsatz (Füllung: recycelte Merinowolle; 70 g/m²). Dafür dort zu 100 %. Außen besteht sie aus einer (ebenfalls komplett recycelten!) Polyesterschicht. Das Material ist wasserabweisend und trotzdem atmungsaktiv. Und robust ist es. Ich habe es in knapp zweieinhalb Monaten im Einsatz noch nicht fertig gebracht, der Jacke auch nur irgendwelche Gebrauchsspuren abzuringen. Insgesamt kommt die Helix LS Zip mit drei Taschen, wobei die Brusttasche innen versteckt ist. Das finde ich ein wenig unpraktisch und so kommt es auch, dass ich die Tasche noch kein einziges Mal richtig benutzt habe.

Auch Packmaß und Gewicht überzeugen. Die Jacke lässt sich beispielsweise auf ein kleineres Maß zusammenrollen als die Mammut Kain Jacket und ist gefühlt auch etwas leichter. Der North Face Flux Fleece-Pullover ist dagegen etwas leichter, wobei eine exakte Angabe zur Helix seitens Icebreaker fehlt.

Einsatzbereich

Icebreaker Helix LS Zip in der Farbe Aegean © Icebreaker

Icebreaker Helix LS Zip in der Farbe Aegean © Icebreaker

Der neuseeländische Hersteller Icebreaker ordnet die Helix LS Zip Jacke als Mid-Layer ein. Für alle, die mit den typischen Outdoor-Equipment-Floskeln nicht vertraut sind: Das ist beim Zwiebelprinzip die Schicht, die zwischen Funktionswäsche und Hardshell ihren Platz findet und hauptsächlich dafür verantwortlich ist, Wärme zu liefern. Dass ich die Jacke meist sogar als oberste Schicht getragen habe, soll das nicht schmälern. Als Mittelschicht war sie mir bei den Touren zuletzt sogar zu warm. Soviel schonmal zur Wärmeleistung.




Bis jetzt war die Jacke auf einigen Touren zu Fuß oder mit dem Splitboard im Einsatz. Die Temperaturen bewegten sich dabei immer um die -5°C bis 0°C. Hat man nur ein Funktionsshirt drunter, mag die Icebreaker Helix LS Zip beim Hineinschlüpfen zunächst nicht ausreichend warm sein. Das ändert sich jedoch, sobald etwas Anstrengung dazu kommt. Fährt der Körper die Temperatur etwas hoch wird es in der Jacke richtig angenehm warm, ohne dabei aber zu überhitzen. Legt man Pausen ein, wird es allerdings auch schnell wieder kalt. Daher ist in der kalten Jahreszeit eine auf kleinste Ausmaße zusammenknüllbare Daunenjacke immer dabei.

Auch funktioniert der Feuchtigkeitstransport nach außen recht gut, wobei das bei anderen Materialien sicherlich noch besser funktioniert. Das ist allerdings nur ein Gefühl. In Zahlen (in welchen auch immer) kann ich das nicht nachvollziehen. Richtig nass wird es in der Jacke jedenfalls nicht. Bei leichtem Niederschlag perlt das Wasser auch tatsächlich an der Außenhaut ab, wobei das Material etwas Nässe aufzunehmen scheint, wenn man beispielsweise einen feuchten Ast streift. Aber auch hier gilt: Nach innen dringt davon nichts.

Als äußerst nützlich habe ich zudem die Schlaufen für den Daumen empfunden. So kann die Jacke nicht hochrutschen und bleibt immer dort, wo sie ist.

Das macht die Icebreaker Helix LS Zip Jacke zu einem enorm flexiblen Begleiter als Mid-Layer in der kalten Jahreszeit. In der kühlen Übergangszeit ist sie bei trockenem Wetter auch als oberste Schicht gut einsetzbar.

Pflegetipps

Trotz des Einsatzes von Wolle ist die Jacke für die Maschinenwäsche bis 40°C geeignet. Nicht aber für den Trockner. Und wie bei nahezu allen Outdoor-Produkten üblich, unbedingt auf das Waschen mit einem Weichspüler verzichten, ansonsten besteht die Gefahr, dass das Außenmaterial nicht mehr wasserabweisend wirkt. Ich habe die Jacke bis jetzt ausschließlich im Wollwaschprogramm gewaschen, um möglichst lange etwas von ihr zu haben. Ein Wollwaschmittel wird allerdings nicht empfohlen.

Modelle & Preis

Merino-Label im Inneren © Gipfelfieber.com

Merino-Label im Inneren © Gipfelfieber.com

Die Icebreaker Helix LS Zip Jacke gibt es vier verschiedenen Farbvarianten. Zu meiner Pine-Variante gesellen sich noch Black, Lucky (hellgrün) und Aegean (ein helles Blau). Bei dem Frauenmodell ist die blaue Variante etwas heller, die Farbe Pine wird dabei durch ein kräftiges Lila ersetzt.

Preislich bewegt sich die Jacke im gehobenen Segment. Sowohl Herren- als auch Frauenmodell kostet etwa 200 €. Im Moment gibt es beide Modelle bei Bergfreunde.de für 149,96 €.

Alle Preise in der Übersicht:

Fazit

Die Icebreaker Helix LS Zip Jacke ist für die kalte Jahreszeit der perfekte Begleiter. Der Allrounder kann in eigentlich (fast) jedem Punkt überzeugen und liefert vor allem eins: Wollige Wärme. Dazu gesellen sich kleines Gewicht, ordentliches Packmaß, schickes Design und eine nachhaltige Materialauswahl.

*Die Jacke wurde mir von Bergfreunde.de kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Die Meinung bleibt selbstredend meine eigene. 


Letzte Änderung: 6. Dezember 2016

12 Antworten zu " Wollig warm: Die Icebreaker Helix LS Zip Jacke im Test "

  1. […] Unser Gesamtfazit: MerinoLOFT ist eine Innovation, die diesen Namen auch wirklich verdient hat. Und zwar nicht nur hinsichtlich des Nachhaltigkeitsaspekts, sondern gerade wegen der hervorragend Eigenschaften des Materials: Tolle Wärmeleistung und geringes (Pack-)Volumen bei zugleich hohem Tragekomfort. Ein testurteil zur Männerversion der Jacke gibt’s bei Gipfelfieber.com […]

  2. […] von einigen anderen Bloggern getestet. Andreas von Gipfelfieber hat dazu einen schönen Testbericht […]

  3. […] Noch immer unsicher, ob die Jacke das richtige für dich ist? Weitere Tests findest bei minimulis.de und gipfelfieber.de. […]

  4. […] Gipfelfieber | Wollig warm: Die Icebreaker Helix LS Zip Jacke im Test […]

  5. […] reicht mir in der Regel selbst bei Temperaturen um die 0°C eine leichte Softshell-Jacke wie die Icebreaker Helix oder die Mammut Kain Jacket. Bei Pausen allerdings kühlt man in den dünneren Softshells schnell […]

  6. ulrichsblog sagt:

    ich habe mir die Jacke noch im Sommer gekauft und muß sagen, sie ist der größe Vorteil des bisherigen Winters. Bis ca 7 Grad reicht es völlig, wenn ich unter der Jacke ein dünnes MerinoShirt trage. Ansonsten ist die Jacke schlicht genial, sie wärmt, wiegt extrem wenig und scheint auch robust. Wobei ich hier sagen muß, dass ich bei stärkeren Belastungen eher auf eine Lederjacke zurückgreife

  7. Ulrich sagt:

    Auch nach mehreren Monaten um die null Grad komme ich weiterhin bestens mit der Jacke zurecht. Sie ist strapazierfähig sehr kompakt und hält weit mehr als sie verspricht. Ich habe in diesem Winter noch keine andere Jacke gebraucht, außer halt aus anzugtechnischen Gründen

  8. […] – Bergstiefel/Halbschuh 2x Funktionsshirt – eins zum Wechseln Softshell – z.B. Jacke, Fleecepullover, Weste Windjacke – sollte auch wasserabweisend sein Regenponcho – zum […]

  9. […] spezielle Klettersteig-Schuhe) 2x Funktionsshirt – eins zum Wechseln Softshell – z.B. Jacke, Fleecepullover, Weste Windjacke – sollte auch wasserabweisend sein Regenponcho – zum […]

  10. […] soll, ist Geschmackssache. Ein Fleece ist angenehm kuschelig. Eine Softshell, die beispielsweise mit Merino-Wolle oder Primaloft gefüllt ist, trocknet dagegen schneller. Was ebenfalls nicht fehlen sollte: Eine […]

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