Tourengehen am Rosengarten: Fünf Skitouren für Genießer

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Der Rosengarten über dem Eggental in den Dolomiten ist Unesco Weltnaturerbe und nicht nur im Sommer Ziel für Wanderer und Kletterer. Im Winter finden Tourengeher traumhafte Skitouren inmitten einer verwunschenen Welt. 

Tourengehen am Rosengarten: Fünf Skitouren für Genießer © Gipfelfieber
Tourengehen am Rosengarten: Fünf Skitouren für Genießer © Gipfelfieber

König Laurin war außer sich vor Wut. Von seinem eigenen geliebten Rosengarten wurde der Zwergenkönig verraten. Die geliebte Similinde verloren. Von den Häschern des Etsch-Königs gefangen genommen. Nie wieder sollte jemand den Rosengarten zu Gesicht bekommen. Nicht am Tag. Und auch nicht in der Nacht. Nur die Dämmerung vergaß der König und seitdem erstrahlt der Rosengarten zum Sonnenuntergang im feuerigsten Rot.

Zwischen Rosengartenspitze und den Vajolettürmen verbirgt sich der Garten des Zwergenkönigs. Die Gartlhütte, im Winter vom Eggental aus kaum zu erreichen, schlummert wie der Garten von Laurin im Winterschlaf. Am Fuß der atemberaubenden wie furchterregenden Felswände warten einige Skitouren, bei denen vor allem die Genießer unter den Tourengehern voll auf ihre Kosten kommen. Größtenteils einfache Skitouren, die von einer grandiosen Kulisse eingerahmt werden.

#1 – Skitour am Ratschigler Hang und zum Vajolon Pass

Inmitten des weitläufigen Skigebiets Carezza beginnt die erste Tour direkt am Parkplatz des Berghotels Moseralm. Die ersten Meter geht es zunächst neben der Piste entlang. Am Beginn des Tschein-Liftes lassen wir den überschaubaren Trubel des Skigebiets hinter uns. Neben dem stillgelegten Schlepplift führt uns der Aufstieg nach oben. Ein kurzes Abschnallen und Überqueren der Straße folgt der weitere Anstieg über eine weite Almwiese. Die Spuren scheinen im Wald zu verschwinden, der schon kurze Zeit später zunehmend lichter wird. In breiten Kehren wird der sich immer weiter öffnende Hang erreicht, der nun bis an die Felswände der Rotwand führt.

Wer mag, legt hier schon die Felle ab und schwingt sich gen Tal. Der letzte Schneefall liegt schon einige Tage zurück und trotzdem lassen sich am Ratschigler Hang nur wenige Spuren finden, so dass noch genug Platz für neue Linien im herrlichen Pulverschnee bleibt.

Bei sicheren Verhältnissen (und genügend Sicht) muss am Ratschigler Hang noch nicht Schluss sein. Eine kurze Querung auf Höhe des Hirzelweges führt in den steilen Anstieg zum Vajolon Pass. Die Skitour durch die Scharte bleibt allerdings den versierten Skibergsteigern vorbehalten.

#2 Pistentour zur Kölner Hütte

Pistengeher haben es oft nicht leicht, in Südtirol ist es sogar in den meisten Skigebieten gänzlich verboten. Auch das Carezza Skigebiet macht da keine Ausnahme, bietet Pistengehern aber doch eine Ausweichmöglichkeit. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr ist der Aufstieg von Welschnofen über die Piste “Laurin 1” und ab der Frommer Alm über die Piste “König Laurin” bis hinauf zur Kölner Hütte gestattet. Dort wartet in Laurins Lounge eine willkommene Möglichkeit zur Einkehr, um die verbrauchten Reserven vor der Abfahrt ins Tal wieder aufzufüllen. Um den Pistenraupen nicht in die Quere zu kommen, ist die Abfahrt auf die beiden Aufstiegspisten begrenzt.

#3 Skitour zur Angelwiese und König Laurin-Wand

Am Fuße der Vajolettürme und mit dem Rosengarten des Königs vor Augen führt eine einfache Skitour über die Angelwiese bis unter die steil hinauf ragende König Laurin Wand. Startpunkte sind die Parkplätze hinter dem Nigerpass in Richtung Tiers. Als Belohnung für die Mühen und den geflossenen Schweiß wartet die Einkehr in der Haniger Schwaige, die im Winter an Wochenenden und Feiertagen geöffnet ist.

#4 Skitour zur Rotwandhütte

Während die Rotwand in den Bayerischen Voralpen zu einem absoluten Skitourenklassiker zählt, ist die Rotwand im Rosengarten nichts für Ski oder Snowboard. Zu steil, zu abweisend, wenn überhaupt ein paar Ausnahmeathleten vorbehalten. Anders ist das mit der Rotwandhütte. Die ist in etwa zwei Stunden vom Karerpass aus relativ einfach erreichbar, im Winter allerdings nicht bewirtschaftet. Der Winterraum bietet Unterschlupf und Obdach für vier Tourengeher.

Von der Rotwandhütte im Rosengarten bieten sich einige weitere Möglichkeiten für abwechslungsreiche Skitouren. Ob hinab ins Vajolontal, direkt ins Fassatal oder auf dem Aufstiegsweg zurück zum Karerpass. Gerade einsamkeitsliebende Tourengeher werden hier ihr Glück finden.

#5 Rosengarten-Durchquerung mit Ski

Auch eine Durchquerung des Rosengartens ist als Skitour möglich. Startpunkt ist dabei auf der östlichen Seite im Fassatal. Bei Pozza die Fassa geht es auf den langen Aufstieg durch das Vajolet-Tal bis zum Rifugio Gardeccia. Ein paar Höhenmeter können durch die Auffahrt zur Bergstation von Ciampedie eingespart werden. Die Abfahrt führt schon tief hinein in das Tal. Die Hütte ist auch im Winter tagsüber geöffnet, bietet allerdings keine Übernachtungsmöglichkeiten.

Der weitere Aufstieg führt nun inmitten durch die Felsriesen des Rosengartens, an denen König Laurin seine Freude hatte. Die Vajolet- und die Preusshütte werden passiert und der Weg zieht weiter in das Tal hinauf. Kurz vor Erreichen des Grasleitenpasses und der gleichnamigen Hütte gilt es sich zu entscheiden.

Die einfachere Abfahrt führt von an den Tschaminspitzen und der Sattelspitze vorbei durch das Große Valbontal. Etwa 400 Meter vor Erreichen des Passes wird zur Scharte ein kurzes, aber steiles Stück aufgestiegen werden.

Die Abfahrt durch das Kleine Valbontal erfordert größeres skifahrerisches Geschick und ist etwas enger und steiler. Erreicht wird das Tal über eine Scharte, zu der vom Grasleitenpass steil aufgestiegen werden muss.

Beide Abfahrtsvarianten führen ins weitläufige Tschamintal und von dort hinab bis nach St. Zyprian.

Fazit

Der so abweisende wie schöne Rosengarten bietet auch für Tourengeher genügend Möglichkeiten, sich auszutoben. Ob einfache Skitouren an den Ausläufern der Felsriesen oder Touren, die inmitten durch das Herz des Rosengartens führen. Selbst König Laurin hätte wohl keine Einwände gegen die Besucher in seinem ehemaligen Zuhause.

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