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Wanderung durch die Aschauer Klamm: Grüner die Bäche nie leuchten

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Grün schimmerndes Wasser, kleine Wasserfälle und ein schmaler Pfad direkt am Bach: Die Aschauer Klamm bei Schneizlreuth ist eine kurze, abwechslungsreiche Schluchtenwanderung abseits der großen Besucherströme.

Über Bretter © Gipfelfieber
Aschauer Klamm © Gipfelfieber

Die Aschauer Klamm bei Schneizlreuth gehört zu den ruhigeren Klammen im Berchtesgadener Land. Statt hoher, enger Felswände prägen vor allem der Aschauer Bach, kleine Wasserfälle und zahlreiche grün schimmernde Gumpen die Schlucht. Direkt am Wasser führt ein schmaler Wanderweg vom Haiderhof hinauf zur historischen Aschauer Klause.

Besonders schön ist die Aschauer Klamm an warmen Tagen. Der Weg bleibt lange nah am Bach, immer wieder führen Brücken auf die andere Seite. Für den Rückweg lässt sich der Klammsteig zu einer abwechslungsreichen Rundwanderung erweitern. Über einen Forstweg, zwei kurze Tunnel und einen Aussichtspunkt geht es zurück zum Haiderhof.

Tour in der Übersicht

  • Ausgangspunkt: Haiderhof bei Schneizlreuth
  • Strecke: 9,5 km
  • Dauer: ca. 3:20 Stunden
  • Höhenmeter: 379 hm im Auf- und Abstieg
  • Höchster Punkt: 861 m
  • Schwierigkeit: mittel, T2
  • Charakter: weitestgehend einfache Wanderung, die trotzdem kurze mit einem Stahlseil gesicherte Abschnitte bereithält; Trittsicherheit erforderlich; bei Regen nicht empfehlenswert
  • Einkehr: aktuell keine reguläre Einkehr am Haiderhof
  • Beste Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst, nicht bei Starkregen oder Hochwasser
  • Route: Haiderhof – Aschauer Klamm – Aschauer Klause – Forstweg – Aussichtspunkt Aschauer Klamm – Abstieg – Haiderhof

Anfahrt und Parkplatz am Haiderhof

Ausgangspunkt der hier beschriebenen Rundtour ist der Haiderhof südlich von Schneizlreuth. Von der B21 führt eine rund drei Kilometer lange, unbefestigte Zufahrtsstraße entlang der Saalach zum Hof. Die Straße ist schmal und bietet nur wenige Möglichkeiten zum Ausweichen. Alternativ beginnt die Wanderung bereits in Schneizlreuth. Von dort verlängert sich die Strecke entsprechend.

Im Winter besteht auf der Zufahrt nur eingeschränkter Winterdienst. Am Haiderhof stehen dann keine Parkplätze zur Verfügung. Vor der Anfahrt lohnt deshalb ein Blick auf die aktuellen Hinweise des Haiderhofs.

Wanderung durch die Aschauer Klamm

Die Aschauer Klamm liegt am Fuß der Reiter Alm zwischen Schneizlreuth und der österreichischen Grenze. Im Vergleich zur nahen Wimbachklamm oder Almbachklamm wirkt sie deutlich weniger verbaut. Keine langen Treppenanlagen und keine Stege führen durch die Schlucht. Stattdessen folgt ein schmaler Wanderweg über weite Strecken unmittelbar dem Aschauer Bach.

Genau das macht für mich den Reiz der Tour aus. Die Aschauer Klamm wirkt weniger spektakulär als einige ihrer bekannten Nachbarn, dafür deutlich natürlicher.

Zusammenfassung für Schnellleser

  • Die Aschauer Klamm ist keine enge Felsschlucht mit Stegen und Treppen, sondern ein naturnaher Klammweg, der über weite Strecken direkt am Aschauer Bach entlangführt.
  • Der Weg wird erst nach und nach schmaler und wilder. Mehrere Brücken, grün schimmernde Gumpen und kleine Wasserfälle prägen vor allem den mittleren Abschnitt.
  • Kurze steilere Passagen sind mit Stahlseilen gesichert. Bei Nässe werden Felsen, Wurzeln und erdige Abschnitte schnell rutschig.
  • Die Aschauer Klause markiert das Ende des eigentlichen Klammwegs. Von dort ist der Rückweg auf gleicher Strecke möglich.
  • Interessanter ist die Rundtour: Sie führt über einen breiten Forstweg durch zwei kurze Tunnel und später zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Klamm. Der Forstweg selbst ist dabei der weniger spannende Teil der Runde.
  • Für bergerfahrene Kinder ist die Tour gut geeignet. Direkt am Bach gibt es viel zu entdecken, an einigen steil abfallenden Stellen ist jedoch Aufmerksamkeit erforderlich.

Vom Haiderhof in die Aschauer Klamm

Direkt hinter dem Haiderhof beginnt der beschilderte Weg in Richtung Aschauer Klamm. Ein Schild weist darauf hin, dass der Steig nur für Geübte geeignet ist und auf eigene Gefahr begangen wird.

Die ersten Minuten vermitteln davon noch wenig. Der Weg führt zunächst recht gemütlich am Aschauer Bach entlang. Das Tal ist hier vergleichsweise breit, zwischen Wald und Bach bleiben immer wieder kleine Kies- und Sandflächen.

Mehrfach wechselt der Wanderweg über kleine Brücken die Seite des Bachs. Vor allem im unteren Teil lässt sich das Wasser an vielen Stellen problemlos erreichen.

Nach und nach wird die Schlucht schmaler. Der Pfad zieht etwas weiter nach oben und einzelne Abschnitte werden steiler. Einige kurze Stellen sind mit einem Stahlseil gesichert. Größere technische Schwierigkeiten gibt es nicht, bei Nässe können Felsen, Wurzeln und erdige Passagen jedoch rutschig sein.

Gumpen und Wasserfälle in der Aschauer Klamm

Der Aschauer Bach ist der eigentliche Hauptdarsteller dieser Wanderung. Zwischen hellen Kalksteinen sammelt sich das Wasser immer wieder in tiefen Gumpen. Bei Sonnenschein leuchten einige davon intensiv grün.

Dazwischen fließt der Bach über kleine Felsstufen, bildet kurze Wasserfälle und verschwindet stellenweise zwischen großen Steinen. Anders als in einer engen, dunklen Klamm fällt an vielen Stellen viel Licht bis zum Wasser.

Der Pfad bleibt fast immer in der Nähe des Bachs. Gerade dadurch verändert sich die Perspektive ständig: einmal geht es direkt am Wasser entlang, kurz darauf einige Meter oberhalb durch den Wald und anschließend wieder über eine Brücke auf die andere Seite.

Für Kinder bietet die Wanderung entsprechend viel zu entdecken. Komplett harmlos ist der Weg trotzdem nicht. An einigen Stellen fällt das Gelände steiler zum Bach ab. Kleinere Kinder sollten dort nah bei den Eltern bleiben.

Hinauf zur Aschauer Klause

Im oberen Abschnitt entfernt sich der Wanderweg etwas vom Aschauer Bach. Nach einem letzten Anstieg durch den Wald öffnet sich das Gelände und die Aschauer Klause ist erreicht. Die historische Klause stammt aus der Zeit der Holztrift. Mit solchen Klausen wurde Wasser aufgestaut und anschließend kontrolliert abgelassen. Die Wassermassen transportierten geschlagenes Holz durch den Aschauer Bach hinunter zur Saalach. Von dort gelangte es weiter in Richtung Bad Reichenhall, wo große Mengen Brennholz für die Salzgewinnung benötigt wurden.

Heute bildet die Aschauer Klause den oberen Abschluss des eigentlichen Klammwegs. Eine kleine Unterstellmöglichkeit bietet sich für eine Pause an. Wer nur durch die Aschauer Klamm wandern möchte, kann von hier auf demselben Weg zum Haiderhof zurückkehren. Für die komplette Runde folgt der Rückweg dagegen dem Forstweg.

Rückweg über Forstweg und zwei Tunnel

An der Aschauer Klause dreht die Route nach links und folgt nun dem breiten Forstweg in Richtung Oberjettenberg. Der Charakter der Wanderung ändert sich damit deutlich. Statt direkt am Aschauer Bach geht es zunächst auf breitem Weg durch den Wald. Zwischendurch öffnen sich Blicke in die umliegenden Hänge am Fuß der Reiter Alm.

Besonders auffällig sind zwei kurze Tunnel, durch die der Forstweg führt. Sie bringen etwas Abwechslung in den ansonsten einfachen Abschnitt. Der Weg verliert anschließend zunehmend an Höhe. Dabei lohnt es sich, auf die Abzweigung in Richtung Aschauer Klamm und Haiderhof zu achten.

Aussichtspunkt über der Aschauer Klamm

Bevor der endgültige Abstieg beginnt, führt die Route noch an einem Aussichtspunkt oberhalb der Aschauer Klamm vorbei. Von hier zeigt sich die Schlucht aus einer völlig anderen Perspektive. Während der Hinweg fast ausschließlich unmittelbar am Wasser verläuft, blickt die Runde nun von oben in das bewaldete Tal des Aschauer Bachs.

Danach führt ein schmalerer Pfad wieder ziemlich steil bergab. Schließlich trifft die Route erneut auf den Bereich am unteren Ende der Klamm und führt zurück zum Haiderhof. Gerade diese Kombination macht die Runde etwas interessanter als einen reinen Hin- und Rückweg durch die Schlucht: Der Klammsteig liefert den landschaftlich stärksten Teil, der Rückweg eröffnet noch einmal neue Perspektiven auf das Gelände am Fuß der Reiter Alpe.

Ist die Aschauer Klamm für Kinder geeignet?

Grundsätzlich eignet sich die Wanderung auch für bergerfahrene Kinder. Der Bach, die Brücken, kleinen Wasserfälle und Gumpen sorgen unterwegs für genügend Abwechslung.

Ein Spazierweg ist die Aschauer Klamm allerdings nicht. Der Pfad ist teilweise schmal, bei Nässe rutschig und an einzelnen Stellen fällt das Gelände unmittelbar daneben steiler ab. Trittsicherheit sollte deshalb vorhanden sein.

Mit einem Kinderwagen ist der Weg durch die Klamm nicht möglich.

Wann ist die beste Zeit für die Aschauer Klamm?

Besonders reizvoll ist die Wanderung vom Frühjahr bis in den Herbst. Nach der Schneeschmelze beziehungsweise nach regenreichen Perioden führt der Aschauer Bach mehr Wasser. An warmen Sommertagen sorgen Bach und Wald für etwas Abkühlung.

Nach starken Regenfällen ist Vorsicht angesagt. Der Wanderweg kann rutschig werden, außerdem steigt der Wasserstand des Aschauer Bachs schnell an. Bei Starkregen oder Hochwasser sollte auf die Tour verzichtet werden.

Auch feste Wanderschuhe gehören zur Tour dazu. Die Strecke ist zwar technisch überschaubar, ein großer Teil führt aber über Naturwege und schmale Pfade.

Die Tour bei Outdooractive

Die komplette Rundwanderung durch die Aschauer Klamm findest Du auch bei Outdooractive. Dort gibt es die Route auf der Karte, das Höhenprofil sowie die Möglichkeit, den Track für die Navigation unterwegs zu nutzen.

Fazit

Die Aschauer Klamm muss sich nicht mit besonders hohen Felswänden oder großen Wasserfällen in den Vordergrund drängen. Ihre Stärke liegt an anderer Stelle: Der Wanderweg bleibt über weite Strecken direkt am Aschauer Bach, grüne Gumpen wechseln sich mit kleinen Wasserfällen, Kiesbänken und kurzen felsigen Passagen ab.

Dazu kommt, dass die Klamm bei Schneizlreuth häufig ruhiger ist als die bekannteren Schluchten rund um Berchtesgaden und Bad Reichenhall.

Mit dem Rückweg über die Aschauer Klause, den Forstweg und den Aussichtspunkt entsteht eine abwechslungsreiche Rundwanderung, die mit knapp zehn Kilometern genug Strecke für einen halben Wandertag bietet, ohne technisch besonders anspruchsvoll zu werden.

6 Kommentare

  1. Eigentlich habe ich gehofft, dass die Aschauer ein Geheimtipp bleibt ;-) Aber du hast vollkommen recht: an einem heißen Sommertag die ideale Kinderwanderung, sofern die Kinder (und Eltern) etwas geländegeübt sind.

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