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Norwegens Wahrzeichen: Die Wanderung zum Preikestolen

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604 Meter über dem Lysefjord ragt die Felsplattform des Preikestolen aus der norwegischen Berglandschaft. Der Wanderweg hinauf ist technisch überschaubar, der Tiefblick dafür umso eindrucksvoller. Ruhig ist es auf Norwegens wohl berühmtester Felskanzel allerdings selten. Wer den Preikestolen nicht mit Hunderten anderen teilen möchte, startet sehr früh – oder erst am späteren Nachmittag.

Preikestolen im Nebel © Gipfelfieber
Preikestolen im Nebel © Gipfelfieber

Es gibt Orte, die kennt fast jeder, ohne jemals dort gewesen zu sein. Der Preikestolen gehört ziemlich sicher dazu. Die fast quadratische Felsplattform über dem Lysefjord taucht in Reiseführern, Bildbänden, in einem der letzten Mission Impossible Filme und natürlich auf Social Media derart häufig auf, dass die erste Begegnung fast ein wenig kurios ist: Da ist das Ding also.

Und meistens sind da noch einige andere. Schon 2019 wanderten 331.124 Besucher zum Preikestolen. Damit gehört die Felskanzel nicht nur zu den bekanntesten Wanderzielen in Norwegen, sondern auch zu den meistbesuchten. Visit Norway nennt inzwischen regelmäßig mehr als 300.000 Wanderer pro Jahr. Wer etwas Ruhe sucht, sollte deshalb die klassischen Wanderzeiten meiden. Früh am Morgen funktioniert gut, ebenso ein Start am späteren Nachmittag oder Abend während der langen norwegischen Sommertage.

Das klingt zunächst nicht unbedingt nach dem perfekten Gipfelfieber kompatiblen Bergerlebnis. Trotzdem lohnt sich die Wanderung zum Preikestolen. Denn der Blick über den Lysefjord ist gewaltig, die Felsformation (aus der richtigen Perspektive!) noch eindrucksvoller – und dann wären da ja noch ein Paar High Heels und ein verlorener Hot Dog. Aber dazu später mehr.

Die Tour in der Übersicht

  • Start: Preikestolen Parking / Preikestolen BaseCamp
  • Route: Parkplatz – Wanderweg zum Preikestolen – Preikestolen – Aussichtspunkte oberhalb der Felsplattform – zurück auf gleichem Weg
  • Länge: ca. 8,8 km
  • Dauer/Gehzeit: 3 – 4 h
  • Höhenmeter: 399 hm Aufstieg, 396 hm Abstieg
  • Charakter: weitestgehend einfache Wanderung auf sehr gut ausgebautem, aber teils steinigem und bei Nässe rutschigem Wanderweg; zahlreiche Stein- und Treppenpassagen; an der Felsplattform selbst vollkommen ungesicherte Abbruchkante
  • Schwierigkeit: leicht
  • Höchster Punkt: 613 m
  • Tiefster Punkt: 293 m
  • Einkehrmöglichkeiten: Preikestolen BaseCamp am Ausgangspunkt

Die Wanderung zum Preikestolen

Zusammenfassung für Schnellleser

  • Die Wanderung zum Preikestolen ist 8,8 Kilometer lang und benötigt etwa 3,5 bis 4 Stunden.
  • Der Weg ist hervorragend ausgebaut, aber keineswegs durchgehend flach oder ein Spazierweg.
  • Das 25 x 25 Meter große Felsplateau fällt 604 Meter nahezu senkrecht zum Lysefjord ab.
  • Geländer oder andere Sicherungen gibt es an der Felskante nicht.
  • In der Hauptsaison ist die Wanderung extrem beliebt. Früh am Morgen oder am späteren Nachmittag ist deutlich weniger los.
  • Die beste Perspektive auf den Preikestolen gibt es nicht unbedingt auf dem Plateau selbst, sondern von den höher gelegenen Felsen dahinter.
  • Zelten direkt auf der Felsplattform ist trotz des norwegischen Jedermannsrechts keine gute Idee und wird vor Ort ausdrücklich nicht empfohlen.

Vom Preikestolen BaseCamp in Richtung Felskanzel

Mit dem Auto ist am Preikestolen Parking Schluss. Rund 300 Meter über dem Meer beginnt der eigentliche Wanderweg. Wer ältere Reiseberichte kennt, entdeckt hier schnell einen Unterschied: Der Zustieg zum Preikestolen ist heute noch stärker auf die hohen Besucherzahlen ausgelegt und es wurde ein großer Parkplatz angelegt.

Vom dem führt der Weg zunächst leicht bergan. Schotter, Naturweg und vor allem unzählige sauber angelegte Steinstufen bestimmen die ersten Abschnitte. An steileren Stellen wurden große Treppenanlagen in den Hang gesetzt, feuchte Bereiche werden über befestigte Wege und Bohlen überwunden.

Ein Spaziergang ist die Tour deshalb trotzdem nicht. Rund 400 Höhenmeter kommen auf dem Weg nach oben zusammen. Wer sonst kaum wandert, wird spätestens an den längeren Stufenpassagen merken, dass zwischen Parkplatz und berühmtem Fotomotiv noch ein bisschen Arbeit liegt.

Technisch anspruchsvoll wird der Wanderweg dagegen kaum. Trittsicherheit schadet auf den Felsen und bei Nässe trotzdem nicht. Vor allem blanker Granit kann mit Wasser unangenehm glatt werden. Feste Schuhe und wetterfeste Kleidung gehören deshalb auch auf dieser stark frequentierten Wanderung zur Ausrüstung, wobei das wohl für jede Tour in den rauen norwegischen Gefilden gilt.

Durch Wald, über Felsen und vorbei an kleinen Seen

Zwischen den steileren Stufen wird das Gelände immer wieder flacher. Der Weg führt durch lichten Wald, über felsige Hochflächen und an kleinen Seen vorbei. Einer davon ist der Tjødnane, etwa einen Kilometer vor dem Preikestolen.

Genau diese Abwechslung macht die Wanderung angenehmer, als es die enorme Zahl an Besuchern zunächst vermuten lässt. Der Weg verläuft nicht einfach vier Kilometer stumpf bergauf. Kurze Abstiege und flachere Abschnitte sorgen immer wieder für Abwechslung.

Irgendwann öffnet sich das Gelände endgültig. Der Wald bleibt zurück, nackter Fels übernimmt und erstmals taucht tief unten das Wasser des Lysefjords auf. Jetzt dauert es nicht mehr lange.

Der Wanderweg zieht unmittelbar oberhalb der steilen Felswände entlang. Es folgt ein schmaler Abschnitt mit einem Tiefblick, der dem vom Preikestolen in nichts nachsteht. Wenige Minuten später liegt die berühmte Plattform vor uns.

Auf dem Preikestolen

Und dann stehen wir auf diesem beinahe absurd geformten Stück Fels. Rund 25 x 25 Meter misst das Plateau. Der Name Preikestolen bedeutet Kanzel beziehungsweise – wörtlich übersetzt – Predigtstuhl. 604 Meter geht es von der Felskante nahezu senkrecht hinunter bis zum Lysefjord. Eine Absperrung gibt es nicht.

Das sorgt für interessante Verhaltensweisen. Geduldig stellen sich unzählige Menschen in die Schlange, um nicht ein, sondern DAS Foto in der vorderen linken Ecke zu machen. Wer`s braucht. Einige setzen sich demonstrativ lässig an die Kante und lassen die Beine über dem Abgrund baumeln. Andere robben auf dem Bauch die letzten zwei Meter nach vorne. Wieder andere bleiben lieber dort, wo zwischen Schuhsohle und Fjord noch etwas mehr Norwegen liegt.

Ich gehöre irgendwo zur zweiten Gruppe. Zuerst liege ich. Dann sitze ich. Dann stelle ich fest: Das ist nicht so ganz mein Fall. Ein gesundes Maß an Höhenangst ist also weiterhin vorhanden.

Der Preikestolen von oben

Den spektakuläreren Blick gibt es aber woanders, nämlich etwas oberhalb des Preikestolens.

Wer von der Kanzel noch weiter auf die dahinter liegenden Felsen steigt, gewinnt schnell an Höhe. Von dort verändert sich die Perspektive komplett. Erst jetzt lässt sich richtig erkennen, wie diese geometrisch wirkende Felsplatte aus dem Berg herausragt.

Unten liegt der schmale Lysefjord. Rechts und links fallen die Felswände ins Wasser. Dazwischen sitzt der Preikestolen beinahe wie ein sauber herausgeschnittener Block.

Auf den bekannten Fotos wirkt das Plateau oft größer. Von oben zeigt sich dagegen das komplette Verhältnis zwischen Fels, Fjord und Berglandschaft. Für mich ist dieser Blick deutlich eindrucksvoller als der Tiefblick direkt von der Kante.

Wer noch weitergeht, kann die ruhigere Berglandschaft oberhalb des Preikestolen erkunden. Bereits wenige zusätzliche Minuten sorgen häufig dafür, dass ein großer Teil der Besucher zurückbleibt.

Der Rückweg verläuft anschließend auf der bekannten Route zurück zum Ausgangspunkt. Wer flott unterwegs ist, schafft den Abstieg deutlich schneller als den Aufstieg. Trotzdem lohnt es sich gerade bei Nässe, auf den vielen Felsplatten nicht unnötig Tempo zu machen.

Wann ist die beste Zeit für den Preikestolen?

Die klassische Wandersaison am Preikestolen reicht ungefähr von April bis Oktober, grundsätzlich ist der Weg aber ganzjährig zugänglich. Im Winter können Schnee und Eis zusätzliche Ausrüstung wie Grödel oder Spikes erforderlich machen. Wetter- und Wegbedingungen sollten deshalb vor dem Start geprüft werden.

Mindestens genauso wichtig wie die Jahreszeit ist im Sommer die Uhrzeit.

Der Preikestolen ist extrem beliebt. Im Rekordjahr 2019 wurden mehr als 330.000 Besucher gezählt. Wer zwischen spätem Vormittag und frühem Nachmittag an einem schönen Sommertag unterwegs ist, sollte deshalb nicht mit Einsamkeit rechnen.

Meine Empfehlung: entweder sehr früh starten oder den langen norwegischen Sommertag nutzen und erst am Nachmittag losgehen. Die lokale Preikestolen-Stiftung empfiehlt ebenfalls spätere Starts; unter der Woche ist es meist zusätzlich ruhiger.

Ein Abend auf dem Preikestolen kann damit erheblich entspannter sein als die klassische Tour um 10 Uhr morgens. Nur die Rückkehr vor Einbruch der Dunkelheit sollte weiterhin Teil der Planung sein.

Anreise zum Preikestolen von Stavanger

Auch hier hat sich seit meinem ersten Besuch einiges verändert. Früher war die Fahrt von Stavanger zum Preikestolen mit einer Fährpassage verbunden. Heute führt der Ryfast-Tunnel 13 Kilometer unter dem Meer direkt von Stavanger in Richtung Ryfylke und Jørpeland. Vom Stadtgebiet Stavanger bis zum Preikestolen BaseCamp dauert die Fahrt mit dem Auto je nach Ausgangspunkt und Verkehr so nur noch knapp 30 bis 40 Minuten.

Der große Parkplatz liegt direkt am Beginn des Wanderwegs. Die Parkgebühr beträgt 275 NOK (Stand: August 2026) für einen Pkw bei mehr als zwei Stunden Aufenthalt. Motorräder kosten 100 NOK, Fahrräder können kostenlos abgestellt werden. Die Einnahmen fließen nach Angaben der Stiftung in Wegunterhalt, Infrastruktur und Besucherlenkung.

Auch ohne Mietwagen funktioniert die Anreise. Während der Saison fahren Direktbusse von Stavanger zum Preikestolen beziehungsweise zur Preikestolhytta. Die Anzahl der Verbindungen variiert je nach Saison.

Übernachten am Preikestolen

Direkt am Start der Wanderung liegt heute das Preikestolen BaseCamp. Zur Anlage gehören verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten von Zimmern in der Mountain Lodge über die einfachere Preikestolhytta bis zu Camping- und Glampingangeboten. Damit lässt sich ein sehr früher Start unkompliziert organisieren.

Wer mit Camper oder Wohnmobil unterwegs ist, sollte beachten: Auf dem eigentlichen Preikestolen-Parkplatz ist Übernachten ausdrücklich verboten. Das gilt sowohl für Wohnmobile und Camper als auch für das Schlafen im Auto oder Zelten auf dem Parkplatz. Einige Kilometer entfernt gibt es dafür reguläre Campingmöglichkeiten.

Kann ich auf dem Preikestolen zelten?

Theoretisch ja, in der Praxis ist die Sache etwas komplizierter.

In Norwegen gilt das Allemannsretten, das Jedermannsrecht. Auf unkultiviertem Land ist Zelten grundsätzlich erlaubt, solange unter anderem mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Häusern und Hütten eingehalten und mögliche lokale Regeln beachtet werden.

Das bedeutet aber nicht, dass die Felsplattform des Preikestolen ein sinnvoller Zeltplatz wäre.

Die für das Gebiet zuständige Stiftung bezeichnet den Preikestolen ausdrücklich als ungeeignet zum Campen: nackter Fels, die unmittelbar angrenzende 600-Meter-Abbruchkante und Besucher praktisch rund um die Uhr sprechen dagegen. Feuer ist am Preikestolen ebenfalls tabu.

Ich würde deshalb von einer Übernachtung direkt auf oder unmittelbar an der Plattform klar abraten. Der Reiz eines Sonnenaufgangs lässt sich auch mit einem frühen Start vom BaseCamp erleben – ohne Zelt auf blankem Fels, nächtliche Besucher und die Frage, wie viel Wind eine Zeltheringkonstruktion eigentlich aushält, wenn es gar keinen Boden für Zeltheringe gibt.

Der Lysefjord: Preikestolen, Kjeragbolten und 4.444 Stufen

Der Preikestolen ist nur eines von mehreren Wanderzielen rund um den Lysefjord. Der Fjord zieht sich über rund 42 Kilometer durch Ryfylke. Teilweise steigen die umliegenden Berge mehr als 1.000 Meter aus dem Wasser empor.

Wer länger in der Region bleibt, sollte deshalb nicht direkt nach der Preikestolen-Wanderung weiterfahren. Tief im Fjord wartet beispielsweise Flørli. Hierhin geht es nur mit dem Boot. Der frühere Kraftwerksort ist vor allem für seine Holztreppe bekannt: 4.444 Stufen führen neben den ehemaligen Druckrohren rund 750 Höhenmeter den Berg hinauf. Damit gilt sie als längste Holztreppe der Welt.

Noch weiter im Lysefjord liegt mit dem Kjeragbolten das nächste bekannte Fotomotiv. Der Felsblock steckt zwischen zwei Felswänden hoch über dem Fjord. Der Gedanke von den letzten Metern auf den Stein und der Blick nach unten gruseln mich noch Jahre später ein wenig. Die Wanderung dorthin ist deutlich länger und anspruchsvoller als die Tour zum Preikestolen.

Beide habe ich auf einer langen Tour miteinander verbunden: erst die 4.444 Stufen von Flørli hinauf, dann über das Hochplateau und schließlich zum Kjeragbolten. Den kompletten Bericht findest Du hier:

Von Fjorden, Steinen, Trollen und 4.444 Stufen

Wer nicht wandern möchte, erlebt den Lysefjord außerdem hervorragend vom Wasser aus. Vom Schiff wird besonders deutlich, wie hoch der Preikestolen tatsächlich über dem Fjord sitzt. Aus 604 Metern Höhe wirkt ein Boot winzig. Vom Boot aus wirken dafür die Menschen auf der Kanzel wie kleine Punkte.

Von High Heels und einem verlorenen Hot Dog

Bleiben noch zwei Geschichten aus der Kategorie: Dinge, die bei einem normalen Wanderziel eher selten erzählt werden.

Da wäre zunächst das Thema High Heels.

Schon bei meinem ersten Besuch kursierte die Geschichte, dass am Preikestolen ein verlassenes Paar hochhackiger Schuhe gefunden worden sei. Dahinter soll ein Suizid gestanden haben. Ob sich die Geschichte in genau dieser Form tatsächlich zugetragen hat, lässt sich heute kaum noch belastbar nachvollziehen.

Unabhängig davon lässt sich eine klare Ausrüstungsempfehlung formulieren: High Heels sind für den Weg zum Preikestolen eher ungeeignet.

Was auf ungefähr jedem anderen Wanderweg ebenfalls gelten dürfte.

Geschichte Nummer zwei ist nicht viel weniger düster, dafür mindestens ebenso absurd – und ebenfalls nicht verbrieft.

An einem vollen Tag soll eine Gruppe auf dem Preikestolen Hot Dogs gegessen haben. Einer blieb übrig und wurde kurzerhand über die Felskante geworfen. Problem: In unmittelbarer Nähe befand sich ein nicht angeleinter und offenbar sehr motivierter Hund. Der sah weniger den 604 Meter hohen Abgrund als vielmehr den fliegenden Hot Dog und sprang hinterher. Den Rest der Geschichte kann sich jeder selbst zusammenreimen. Ob der Hund den Hot Dog noch erwischt hat, ist nicht überliefert.

Die Tour zum Preikestolen bei Outdooractive

Den GPS-Track mit Karte, Höhenprofil und allen Tourdaten findest Du bei Outdooractive:

Häufige Fragen zur Wanderung auf den Preikestolen

Wie lange dauert die Wanderung zum Preikestolen?

Für Hin- und Rückweg sollten etwa 3,5 bis 4 Stunden reine Gehzeit eingeplant werden. Mein GPS-Track kommt bei 8,8 Kilometern auf 3:35 Stunden. Mit längerer Pause auf der Felsplattform und an den Aussichtspunkten sind vier bis fünf Stunden realistischer.

Wie schwierig ist die Wanderung zum Preikestolen?

Die Tour ist als leichte bis mittelschwere Wanderung einzustufen. Technische Schwierigkeiten gibt es auf dem Hauptweg kaum. Mehrere steilere Treppen, felsiger Untergrund und rund 400 Höhenmeter verlangen trotzdem Kondition und vernünftiges Schuhwerk. Bei Nässe können die Granitplatten rutschig werden.

Wie hoch ist der Preikestolen?

Die Felsplattform liegt 604 Meter über dem Lysefjord. Der benachbarte Neverdallsfjell überragt den Preikestolen um knapp 100 Meter.

Ist der Preikestolen für Kinder geeignet?

Für bergerfahrene Kinder ist die Wanderung grundsätzlich machbar. Entscheidend ist weniger der Weg als die Situation auf der Felsplattform: Die Abbruchkante ist nicht gesichert. Gerade mit kleineren Kindern ist dort deshalb besondere Aufmerksamkeit erforderlich.

Wann ist am Preikestolen am wenigsten los?

Im Sommer lohnt sich ein sehr früher oder später Start. Vor allem zwischen spätem Vormittag und frühem Nachmittag treffen viele Wanderer gleichzeitig auf der Plattform ein. Unter der Woche ist es meist ruhiger als am Wochenende.

Kann ich mit dem Auto zum Preikestolen fahren?

Bis zum Preikestolen Parking direkt am Beginn des Wanderwegs. Von dort geht es ausschließlich zu Fuß weiter. Von Stavanger führt die Anreise inzwischen durch den Ryfast-Tunnel und dauert etwa 30 bis 40 Minuten.

Darf ich auf dem Preikestolen zelten?

Das norwegische Jedermannsrecht erlaubt Wildcampen unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich. Direkt auf der Felsplattform ist eine Übernachtung trotzdem nicht empfehlenswert und wird von der lokalen Preikestolen-Stiftung ausdrücklich als ungeeignet bezeichnet. Am Parkplatz selbst sind Zelten und Übernachten im Fahrzeug verboten.

Fazit

Ja, der Preikestolen ist voll. Ja, das Motiv kennt praktisch jeder bereits von Fotos. Und nein, Einsamkeit ist hier an einem sonnigen Sommertag um 12 Uhr eher nicht zu erwarten.

Trotzdem gehört die Wanderung zum Preikestolen für mich zu den Touren, die sich lohnen und die im Gedächtnis bleiben.

Nicht unbedingt wegen des Fotos mit baumelnden Beinen über der Kante. Darauf kann ich weiterhin hervorragend verzichten. Sondern wegen des Gesamtbildes: der Weg durch Wald und über Granit, der erste Blick auf den tief eingeschnittenen Lysefjord und vor allem die Perspektive von oben auf diese beinahe perfekt geformte Felsplattform.

Wer früh startet oder die langen Sommerabende nutzt, nimmt dem größten Nachteil der Tour außerdem viel von seinem Schrecken. Und vielleicht bleiben dann sogar die Hot Dogs dort, wo sie hingehören.

8 Kommentare

  1. […] 1853 wurde die Marke Devold in Norwegen gegründet. Schon früh setzte Devold auf den Einsatz von hochwertiger Wolle und stattete damit die […]

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