Projekt 16 Gipfel: Die Wasserkuppe – Hessens Höchster

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Die Wasserkuppe ist mit ihren 950 Metern Höhe der höchste Berg Hessens. Beinahe bis zum Gipfel kann man mit dem Auto fahren. Zu Fuß macht das aber mehr Spaß.

Projekt 16 Gipfel: Die Wasserkuppe - Hessens Höchster © Gipfelfieber
Projekt 16 Gipfel: Die Wasserkuppe – Hessens Höchster © Gipfelfieber

Plötzlich hängen wir im dichtesten Nebel als wir am Vorabend zu unserer Besteigung der Wasserkuppe in die Hessische Rhön kommen. Kaum 20 Meter reicht die Sicht. Mystisch schauen vereinzelte Büsche aus dem fast farblosen Nebelschleier, der uns umgibt. “Das ist ja ein guter Auftakt für unser Projekt 16 Gipfel“, denke ich mir.

Minuten später passieren wir den Querenberg, ein paar Kilometer östlich der Wasserkuppe gelegen, und erspähen zwischen den dichten Wolken einen kurzen Blick auf das Gipfelziel des nächsten Tages, das im goldenen Abendlicht scheint. Es geht doch.

Die Wasserkuppe

Die Wasserkuppe hinter Vogelbeeren © Gipfelfieber
Die Wasserkuppe hinter Vogelbeeren © Gipfelfieber

Die Wasserkuppe ist nicht nur der höchste Berg von Hessen, sondern zugleich Schauplatz von Fliegerpionieren, damals wie heute. Bereits früh begann die Nutzung der vom höchsten Punkt sanft abfallenden Grasflächen für erste Flugübungen. Schon vor dem 2. Weltkrieg wurde daraus ein kleiner Flugplatz, der noch heute von Segelfliegern genutzt wird. Auch Gleitschirmflieger finden perfekte Startplätze und ein gutes Übungsgelände.




Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf der Wasserkuppe eine Wetterschutzhütte. Während später das Militär einen Großteil des Gipfels für sich beanspruchte, werden die Gebäude, inklusive dem Radom, das Wahrzeichen der Wasserkuppe, heute für zivile Zwecke genutzt. Sogar eine Straße führt bis (fast) nach ganz oben, so dass die Wasserkuppe ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist. Im Sommer wie im Winter, wo die Skifahrer, Snowboarder und Schlittenfahrer auf ihre Kosten kommen.

Wege auf die Wasserkuppe

Bis zum Gipfel zu fahren, kommt natürlich nicht in Frage, schließlich wollen wir im Rahmen der 16 Gipfel-Tour alle höchsten natürlichen Erhebungen der deutschen Bundesländer aus eigener Kraft erklimmen. Die Wanderung, die uns vom Talort Wüstensachsen zum Gipfel und wieder hinab führt, bietet einen riesigen Kontrast zum an schönen Tagen vollkommen überlaufenen Gipfel der Wasserkuppe und spendiert sogar den einen oder anderen ruhigen und einsamen Moment.

Vom ansehnlichen Zentrum in Wüstensachsen führt uns das Symbol mit dem roten Dreieck auf weißen Grund aus dem Ort hinaus und schließlich in gemächlichem Aufstieg in den Wald hinein. Uralt erscheinen die Bäume, die um uns herum aufragen. Die Moose an den gefallenen Baumriesen zeugen davon, dass die Natur hier ihren Gang gehen darf. Aber ob der dichte Wald nicht jeden Ausblick auf die malerische Rhön zunichte machen wird?

Aussichten am Schafstein

Nein, tut er nicht. Ein kurzer Abstecher zum Schafstein, inklusive einem etwas steilerem Anstieg, offenbart uns die Hessische Rhön und den vulkanischen Ursprung des Gebirges aber bald. Beim Rundweg am Plateau des Schafsteins (832 m) öffnet sich plötzlich der Blick gen Osten und gibt den Blick auf den Talort und die sanften Hügel- und Waldlandschaften frei.

Trubel auf der Wasserkuppe

Zurück am Weg zur Wasserkuppe erreichen wir bald den Parkplatz und finden uns im Trubel wieder. Zwischen Segelflugmuseum, Rhön Info-Zentrum und Souvenirläden ist es gar nicht so leicht, den eigentlichen Gipfel zu finden. Ein letzter Anstieg, das Radom fest im Blick, und die kleine Stele, die den höchsten Punkt Hessens markiert, ist erreicht.

Während am Südhang Gleitschirmschüler ihre ersten Flugversuche starten, statten wir dem bereits 1923 errichteten Fliegerdenkmal einen Besuch ab. An guten Tagen warten hier Ausblicke bis ins Rothaargebirge und den Taunus. Wir begnügen uns damit, dass die Sicht besser ist als am Vortag befürchtet.

Fuldaquelle und zurück

Die Fuldaquelle © Gipfelfieber
Die Fuldaquelle © Gipfelfieber

Auf dem Rückweg nach Wüstenhausen passieren wir die Quelle der Fulda. Der später stattliche Fluss, der sich nach über 200 Kilometern mit der Werra vereinigt und als Weser bis in die Nordsee mündet, ist nicht der einzige, der hier entspringt. Insgesamt entspringen etwa 30 Quellen an dem höchsten Berg Hessens. Woher die Wasserkuppe ihren Namen hat, dürfte somit auch klar sein, wobei sich Etymologen dabei trotzdem nicht ganz sicher sind, wir uns aber schon.

Im dichten Wald passieren wir die deplatziert wirkenden Kühnsteine, Überbleibsel der letzten Eiszeit. Weiter wandern wir an vor sich hin plätschernden Bächen zurück zum Startort und sind überrascht, ob der Ruhe, die man fernab des Gipfels in den Wäldern und auf den Wegen findet.

Fazit

Eine einfache Wanderung führt auf den höchsten Berg von Hessen. Mit 950 Metern Höhe ist die Wasserkuppe zwar auch mit dem Auto erreichbar, Spaß macht das allerdings keinen. Vielmehr ist der Spruch “Der Weg ist das Ziel” wohl selten treffender als hier.

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