Vergessene Steige – Der Eisbergsteig

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Der Eisbergsteig führt auf den östlichsten Gipfel der Reiteralpe, den Eisberg. Markierte Wege sucht man vergebens und so kann man auf der Überschreitung auch zu Zeiten, wo es woanders vor Wanderern nur so wimmelt, allein sein.

Vergessene Steige - Der Eisbergsteig © Gipfelfieber.com

Vergessene Steige – Der Eisbergsteig © Gipfelfieber.com

Im Leben gibt es ja ab und an unverhoffte Begegnungen, die Folgen haben. In dem Fall richtig reizende Folgen. Nämlich eine solche Begegnung mit einem Ur-Ramsauer, der die Berge genauso liebt wie wir das tun. Und er war es dann auch, der uns in eine Karte ein paar Steige einzeichnete, die heute nicht mehr gepflegt und auch nicht mehr markiert werden und so teils nur schwer zu finden sind. Grund genug, diese zu gehen und im Blog die Serie ‘Vergessene Steige’ zu starten und diese vorzustellen.

Die Anfahrt

Von München geht`s über die A8 in Richtung Salzburg. Bei Bad Reichenhall fahren wir ab, weiter bis Berchtesgaden und dann Richtung Ramsau und zum Hintersee. Alternativ ist auch die Anfahrt über die Deutsche Alpenstraße über Inzell und Schneizlreuth möglich (aktuell ist die zwischen Schneizlreuth und Ramsau aber auf Grund von Brückenbauarbeiten gesperrt). Das Auto lassen wir in der Nähe der Bushaltestelle Triebenbach stehen.




Der Eisbergsteig

Der Eisbergsteig © Gipfelfieber.com

Der Eisbergsteig © Gipfelfieber.com

Von nun an geht es zu Fuß weiter. Wir folgen der Beschilderung in Richtung Halsalm. Nach etwa zehn Minuten zweigt rechts etwas unscheinbar der Steig durch den Antonigraben zur Reiteralpe ab. Eigentlich ist er aber nicht zu verfehlen. In angenehmer Steilheit geht es nun in etwa 30 Minuten bis an den Fuß der Ostwand des Edelweißlahners. Wir folgen der Markierung in Richtung Eisbergscharte.

Nach kurzer Zeit wird der Steig deutlich schmaler und steiler. Rechts geht es mächtig bergab, was wir aber bei den morgendlichen Nebelschwaden gar nicht sehen können. Kurz darauf folgt eine weitere Markierung. Die Wahl ist zwischen Leiterl und Platte. Wir folgen letzterem.

Kurz darauf führt der Weg über ein äußerst schmales Felsband mit einer Stahlseilsicherung. Die macht zwar nicht mehr den vertrauenserweckendsten Eindruck, aber wir nehmen sie dann doch ganz dankbar an, denn ein falscher Schritt kann hier fatale Folgen haben. Weniger sicheren Gehern ist das Mitführen eines Klettersteigsets ans Herz zu legen.

Von der Eisbergscharte zum Eisberggipfel

Kurz darauf geht es weit weniger anspruchsvoll zur Eisbergscharte, wo wir eine ganze Weile pausieren. Denn schließlich verziehen sich die Wolken im Süden immer wieder kurz und geben den Blick auf Watzmann und Hochkalter frei.

Anschließend ist der Weg noch gut zu finden, was sich kurz darauf aber ändert. Hier bedarf es Gespür und irgendwann haben wir etwas pfadähnliches gefunden, was uns weiter auf den ersten Gipfel des Eisbergs auf 1800 Meter (Wikipedia sagt 1799 m) führt. Durch die Latschenkiefern, die den ganzen Gipfel überziehen, geht es kurz auf und ab und weiter zu Gipfelkreuz zwei und drei.

Wir pausieren wieder lang. Genießen die Ausblicke zum Hochstaufen über das Lattengebirge im Norden, dem Göllstock im Osten und natürlich immer wieder zum Watzmann im Süden.

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Der Abstieg über den Eingeschlossenen Steig

Zunächst führt uns der Steig vom nördlichsten der drei Gipfel wieder nach unten in Richtung Eisboden und der Eisbodenalm mit seiner wunderschönen Jagdhütte. Es geht weiter abwärts und alsbald über ein großes Schuttfeld, wo der Weg ab und an schwer zu finden ist. Aber ein bisschen Rutschen im Geröll und bald haben wir ihn wieder. Etwas weiter unten folgt ein spektakuläres Wegstück, bei dem eine Felswand gequert wird. Von oben läuft das Wasser in Rinnsalen die Wand hinunter, aber ein Drahtseil hilft beim Balance-Halten.

Ab jetzt geht es weniger spektakulär durch den Wald bis zum Forstweg, wo wir uns rechts in Richtung Schwarzbergwacht halten (links geht es zum Wachterlsteig). Am Parkplatz und Taubensee vorbei geht es in knapp 40 Minuten zurück bis zum Ausgangspunkt.

Fazit

Bis jetzt die schönste Tour des Jahres. Einfach weil sie extrem abwechslungsreich ist und eine Ruhe bietet, die man nicht so oft findet. Auch wenn man nicht in so richtig hohen Lagen unterwegs ist, so ist die Tour zwischendrin durchaus anspruchsvoll und Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind so Voraussetzung.


Letzte Änderung: 12. Dezember 2016

2 Antworten zu " Vergessene Steige – Der Eisbergsteig "

  1. […] Norden schauen wir zur Reiteralpe mit dem Eisbergsteig, den wir Wochen zuvor gemacht haben. Untersberg, Hoher Göll und Hohes Brett und der Schneibstein […]

  2. […] Tour im Frühjahr über den Eisberg auf der Reiteralpe ist so richtig hängen geblieben. Über den wenig bekannten Eisbergsteig auf […]

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