Schneeschuhwandern rund um die Priener Hütte: Zwischen Trubel und Einsamkeit

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Die Priener Hütte ist ganzjährig geöffnet und liegt im Herzen der Chiemgauer Alpen. Rund um sie herum locken zahlreiche Schneeschuhwanderungen auf etliche Gipfel und Gipfelchen. Ein paar davon stellen wir vor.

Schneeschuhwandern rund um die Priener Hütte © Gipfelfieber
Schneeschuhwandern rund um die Priener Hütte © Gipfelfieber

Ach wie herrlich. Erst einmal sich zurücklehnen und die heiße Schokolade genüsslich die Kehle hinunter rinnen zu lassen, heißt es nach Ankunft auf der Priener Hütte. Gar nicht mal so einfach war es, noch einen Platz in der Gaststube zu erhaschen. Und doch erstaunlich, ist doch der Zustieg zur Priener Hütte von allen Seiten relativ lang.

So sind es von Sachrang, aber auch vom Walchsee mindestens zwei Stunden, die man für den Aufstieg einplanen muss. Über gut geräumte Wege ist das selbst im Hochwinter kein Problem, lediglich von Schleching im Achental aus ist der winterliche Anstieg widriger.




Die Priener Hütte

Die Priener Hütte liegt auf einer Höhe von 1.411 Metern mitten im Geigelsteingebiet. Wie eine Insel bietet sie Unterkunft und Rückzugsort inmitten des bereits seit 1975 ausgewiesenen Naturschutzgebiets. Eine Bürgerinitiative engagierte sich für den Schutz des Gebiets, so dass hier nicht, ähnlich wie am Riedberger Horn im Allgäu, der Bau einer Skischaukel zu befürchten ist.

Die Priener Hütte ist bis auf die Adventszeit ganzjährig geöffnet und bietet insgesamt 97 Schlafplätze. Im Winter kommen nicht nur Skitourengeher auf ihre Kosten. Rodler können die lange Forststraße bis Sachrang auf dem Schlitten abfahren. Und Schneeschuhwanderern bieten sich zahlreiche kleine und große Gipfel in unmittelbarer Umgebung der Hütte.

Geigelstein

Der bekannteste ist wohl der Geigelstein, an dessen Fuß die Priener Hütte liegt. An schönen Wintertagen tummeln sich beinahe Heerscharen von Tourengehern an den Hängen des Chiemgauer Blumenbergs.

Von der Hütte aus ist der Gipfel in etwa 1,5 Stunden relativ unschwierig erreicht. In einem weiten Bogen geht es um die Ausläufer des Geigelsteins und hinauf in den Sattel zwischen Rossalpenkopf und Geigelstein und von dort weiter zum Gipfel.

Mühlhörndel und Mühlhörndlwand

Bedeutend ruhiger als auf dem benachbarten Geigelstein geht es auf dem Mühlhörndel zu. Von der Priener Hütte führt diese Schneeschuhwanderung zunächst in gleicher Richtung wie beim Aufstieg zum Geigelstein. Auf Höhe der Oberkaseralm hält man sich aber gen Westen. Am Kamm angekommen, wartet zur Rechten der Abstecher zum Wandspitz (1.685 m). Zur Linken führt der Weg über einen namenlosen Gipfel (1.658 m) und leicht abfallend bis zum Mühlhörndel (1.519 m).

Schneller erreicht ist das Mühlhörndel beim direkten Aufstieg von Sachrang. Hinter der Talalm hält man sich nun links und nicht rechts gen Priener Hütte. Bald endet der Forstweg und unschwierig geht es durch lichter werdenden Wald bis zum Gipfel, den man kaum als solchen zu erkennen vermag.

Mooskopf

Bevor die Priener Hütte erreicht wird, zweigt ein im Sommer breiter Forstweg, im Winter aber kaum zu erkennender Steig in Richtung Ackeralm, Wandberghütte und Wandberg (1.454 m) ab. Verlässt man diesen und steigt über einen leicht ansteigenden Kamm parallel zum Forstweg auf, passiert man bald ein kleines Gedenkkreuz, welches auf einem Stein platziert ein wenig an einen Grabstein erinnert.

Im freien Gelände geht es nun einfach auf den Mooskopf (1.396 m), ein Gipfelchen ohne eigenes Kreuz, aber doch mit herrlichem Blick zum Geigelstein und zur Priener Hütte im Rücken, der beinahe wilden Nordwand des Hochköpfls, wo sich zahllose Tierspuren im Schnee tummeln und tief hinein ins Mangfallgebirge auf der anderen Seite des Inns.

Breitenstein

Wie der Geigelstein ist auch der benachbarte Breitenstein von der Priener Hütte auch im Winter gut mit Schneeschuhen zu erreichen. Über eine breite Schneise geht es in einen Sattel und von dort unschwierig weiter zum Gipfel. Tourengeher werden den Aufstieg etwas mehr genießen, finden sie doch nach den vergossenen Schweißperlen auf dem Weg nach oben einen sehr schönen Abfahrtshang. Etwa 1,5 Stunden dauert der Aufstieg zum Breitenstein (1.661 m) von der Priener Hütte.

Fazit

Die Priener Hütte ist der perfekte Ausgangspunkt für winterliche Gipfeltouren mit Schneeschuhen. Sollten die Ziele zu hochgesteckt sein, ist auch die Hütte selber ein lohnendes Tagesziel. (Fast) das ganze Jahr geöffnet, bietet sie nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch gute Alpenküche.

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