Petition unterzeichnen: Nein zur Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal!

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Während die Gletscher weltweit schmelzen, planen Pitztal und Ötztal den Zusammenschluss ihrer beiden Gletscherskigebiete. Eine Petition versucht, gegen den Tourismus auf Kosten der Natur anzukämpfen.

Petition unterzeichnen: Nein zur Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal! © Gipfelfieber
Petition unterzeichnen: Nein zur Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal! © Gipfelfieber

Es ist ein Bild, das traurig macht. Einmal mehr schreiben Pitztal und Ötztal negative Schlagzeilen. Schon lange gibt es Pläne, die Skigebiete am Pitztaler Gletscher und Ötztaler Gletscher zu verbinden. Diese werden nun konkreter. So soll eine Fläche von etwa 90 Fußballfeldern für den Skibetrieb hergerichtet werden. Der die beiden Skigebiete trennende Gletscher soll schlicht platt gemacht werden, um neue Pisten in Betrieb nehmen zu können. Im Gebiet rund um die Braunschweiger Hütte sollen darüber hinaus mehrere Lifte, eine Beschneiungsanlage, ein Speichersee und diverse Betriebsgebäude entstehen.



Doch damit nicht genug: Um eine Verbindung herzustellen, soll unterhalb des Rettenbachjochs ein 600 Meter langer Tunnel entstehen, der die Skifahrer von einem Skigebiet ins andere bringt. Weil auch das noch nicht reicht, soll der Gipfel des Linken Fernerkogls um 40 Höhenmeter geschliffen werden, wofür 120.000 Kubikmeter Gestein abgetragen werden müssen.

Petition gegen den Zusammenschluss

Um dem Raubbau an der Natur in Zeiten des Klimawandels und weltweit schmelzender Gletscher Einhalt zu gebieten, haben sich der Österreichische Alpenverein, der WWF und die Naturfreunde Österreichs zu einer Allianz für die Seele der Alpen formiert, die zudem eng mit dem Deutschen Alpenverein zusammenarbeitet.

Auch in Tirol selber regt sich Widerstand. Die Petition “Nein zur Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal!” ruft dazu auf, das Projekt sofort zu beenden, um derart massive Eingriffe in die Natur zu unterbinden.

Hier geht es direkt zur Petition, die jede Unterschrift gebrauchen kann.

Eine Chronologie der bisherigen Ereignisse

Dass der Zusammenschluss von Pitztal und Ötztal schon länger angestrebt wird, zeigt eine Chronologie der bisherigen Ereignisse, die in trauriger Regelmäßigkeit schwere Eingriffe in die Natur und das Ökosystem Gletscher offenbaren.

2006: Illegale Errichtung einer Talabfahrt vom Pitztaler Gletscher, die im Nachgang von der Politik genehmigt wurde.

2015: Nachdem die Idee bereits länger in den Köpfen der Betreiber der Skigebiete und der Touristiker herumgeistert, wird es im Jahr 2015 ernst und die ersten konkreten Pläne für einen Zusammenschluss des Pitztaler Gletschers und des Ötztaler Gletschers werden erarbeitet.

Sommer 2018: Die Pitztaler Gletscherbahnen machen erneut auf sich aufmerksam, indem sie ohne Genehmigung einen kompletten Grat wegsprengen, um einen Skiweg zu verbreitern. Die illegale als Instandhaltungsmaßnahme getarnte Verbreiterung hat eine behördliche Sperrung von Teilen des Skigebiets zur Folge.

Mai 2019: Die entsprechenden Anträge werden in den Talgemeinden Sölden und St. Leonhard im Pitztal eingereicht.

Sommer 2019: In den sozialen Medien kursieren Bilder vom Pitztaler Gletscher, die Bagger zeigen wie sie Gletscherspalten zuschütten. Was auf den Fotos martialisch aussieht, ist trotzdem Teil der bestehenden Genehmigung, um den Betrieb im Gletscherskigebiet gefahrlos aufrecht erhalten zu können.

bis Ende 2019: Umweltverträglichkeitseinschätzung der Tiroler Landesregierung; mündliche Verhandlung, an der u.a. die beteiligten Naturschutzverbände Stellung beziehen werden

Anfang 2020: Bescheid über den beantragten Zusammenschluss

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