Outdooradvent: Wie die Krettenburg zum Weihnachtsbaum kam

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Outdooradvent: Heiligabend vor der Tür. Weihnachtsstimmung in den Bergen, ein wenig Schnee liegt auch schon. Und auf der Krettenburg steht ein Weihnachtsbaum.

#Outdooradvent: Wie die Krettenburg zum Weihnachtsbaum kam © Gipfelfieber

#Outdooradvent: Wie die Krettenburg zum Weihnachtsbaum kam © Gipfelfieber

Der Outdooradvent ist auch 2016 wieder da. 24 Outdoor-Blogger erzählen Tag für Tag eine Geschichte, die sich irgendwie rund um Weihnachten und Outdoor dreht. Gipfelfieber ist zum ersten Mal dabei. Hinter dem 22. Türchen versteckt sich die Geschichte wie die Krettenburg, mehr Berg als Burg wohlgemerkt, zum eigenen Weihnachtsbaum kam.

Die Krettenburg

Die Krettenburg von Süden © Gipfelfieber

Die Krettenburg von Süden © Gipfelfieber

Gesehen haben sie wahrscheinlich ganz viele schon. Auf ihr gewesen, sind es wahrscheinlich die wenigsten. Die Krettenburg. Ein beinahe martialischer Name für einen kleinen Berg, der gerade mal 1494 Meter hoch ist.

Aber martialisch sieht er auch aus. Wie die abweisenden Mauern einer mittelalterlichen Festung wirken die Südwände der Krettenburg, unweit der Oberen Firstalm im Spitzingseegebiet gelegen. Ein Erobern der Burg scheint ausgeschlossen. Und so wagen nur tollkühne Kletterer an den zahlreichen Routen einen Versuch der Erstürmung. “Ein Weihnachtsbaum, der das Martialische etwas in den Hintergrund rücken lässt! Das wär`s doch”, denke ich mir als ich überlege, was denn zum Outdooradvent passen würde.

Vom Spitzingsee zu den Firstalmen

Und so geht es mit Sack und Pack (und einer Lichterkette) ausgestattet am Spitzingsee los gen Untere Firstalm. Der Zustieg ist einfach, verläuft aber ob der im Dezember tief stehenden Sonne lange Zeit im Dunkeln. Erst beim Ankommen an der Alm können wir die strahlende Sonne genießen und steigen die restlichen Meter zur Oberen Firstalm auf, um dort auf der Terrasse die warmen Dezemberstrahlen förmlich aufzusaugen. Nicht ohne vorher einen Blick auf die senkrecht abstürzenden Wände der Krettenburg zu erhaschen. Und da will ich so ganz ohne Seil hoch?

Um die Krettenburg herum

Nachdem sich die Sonne langsam hinter dem Horizont verabschiedet, mache ich mich auf den Weg. Mit der Stirnlampe im Gepäck umrunde ich die Krettenburg. Denn auf einen Durchstieg von Süden lasse ich es nicht ankommen. Direkt hinter der Alm geht es im Dämmerlicht und schon recht tiefem Schnee durch den Wald. An der Nordseite zeigt sich der Berg schon weitaus freundlicher. Eine Besteigung von hier wäre machbarer, aber im Schnee immer noch gewagt.

Über den Westrücken

Nachdem der Steig zur Bodenschneid abzweigt, entdecke ich doch noch eine Möglichkeit. Im Sattel schwingt der Westrücken der Krettenburg weitaus sanfter nach oben und ich versuche mein Glück. Im hier noch nicht zu hohen Schnee stapfe ich nach oben. Ein im Schnee doch recht anspruchsvolles Stück gilt es zu überwinden, nach welchem ich unvermittelt schon auf dem kleinen Vorgipfel stehe.

Es folgt ein Kampf mit Latschen und anderem Geäst, denn die Krettenburg ist komplett bewachsen. Aber schon nach wenigen Minuten erreiche ich den höchsten Punkt und mache mich auf die Suche. Die Suche nach dem passenden Baum, der gern Weihnachtsbaum werden möchte.

Die Suche nach dem Weihnachtsbaum

An den steil abfallenden Südwänden entlang, fasse ich ins Auge, verwerfe, orientiere mich neu und finde schließlich den richtigen. Von der Unteren und Oberen Firstalm gut sichtbar, nicht zu groß, nicht zu klein und nicht direkt am Abgrund. Der soll es sein.

So mache ich mich ans Werk, packe die Lichterkette aus, verteile die LEDs, zupfe hier und zupfe dort. Und warte darauf, dass es dunkel wird. Die Rotwand leuchtet feuerrot und die Sonne zaubert ein farbenfrohes Spektakel an den Nachmittagshimmel.

Dann ist es soweit. Der Sensor der solarbetriebenen Lichterkette beschließt, dass es dunkel genug ist. Die Kerzen gehen an.

Und ich bin ein wenig enttäuscht. Die Leuchtkraft ist bescheiden. Größere Lichter wären die bessere Option gewesen. Die Kamera weigert sich lang, auch nur ein wenig mehr als einen winzigen Lichtpunkt auf die SD-Karte zu bannen. Irgendwann, es wird immer dunkler, gelingt es und etwas Zufriedenheit macht sich breit. Noch ein kurzes Zurücklehnen, die beinahe unwirkliche Stille genießen, ein Blick zum Weihnachtsbaum und dann geht es wieder zurück.

Abstieg oder Schlittenfahrt

Im Licht der Stirnlampe durch die Latschen, über den Gratrücken hinab in den Sattel und von dort über den Steig, den wenigen Spuren folgend mal mehr, mal weniger direkt hinab zur Unteren Firstalm. Noch ein Blick zurück. Da steht sie nun wieder: Die Krettenburg. Unbezwingbar. Einschüchternd. Abweisend. Eine Festung. Die LEDs wieder im Gepäck. Ich komme wieder. Mit einer Lichterkette, die man auch von unten sieht.

Und dann geht es mit dem Schlitten gen Tal. Der lässt sich bequem in der Oberen Firstalm ausleihen und auf der beleuchteten Strecke kann man so selbst an dunklen Winterabenden gen Spitzingsattel brettern.

Frohe Weihnachten

Nun bleibt mir nicht viel mehr als allen Lesern, Bloggern, Wanderern, Bergverrückten und sonstigen Outdoorlern ein frohes Fest und einen guten Rutsch (aber nicht auf der Krettenburg!) zu wünschen.

Die bisherigen Kalendertürchen beim Outdooradvent

#1 Die Winter-Serie bei aufundab.eu.

#2 Eine Ode an das Wintertraining von istdochallesnursport.de.

#3 Winterwandertipps für’s Saarland von lebedraussen.de.

#4 Auf die Erzherzog-Johann-Hütte mit Gipfel-Glueck.de.

#5 In die japanischen Alpen mit Wohlgeraten.

#6 Gedanken am anderen Ende des Seils von abenteuersuechtig.de.

#7 Innenansichten der Outdoor-Szene von outdoor-blog.com.

#8 Meer, Berge und gutes Essen: Weihnachten in Spanien von KulturNatur.de.

#9 Die dunkle Seite von Red Bull von einfachdraussen.info.

#10 Tipps, Tricks und die richtige Technik zum Schneeschuhwandern bei diestreunerin.at.

#11 Die Notkarspitze und das Erbe des Kaisers von luftschubser.de.

#12 The Pendling and Kala Alm in winter – a FaceTime with the Kaiser by klimbingkorns.de.

#13 Tierleidfrei durch die Weihnachtszeit von outdoor-blog.org.

#14 Warum man Hüttenwochenenden machen sollte erklärt auf-den-berg.de.

#15 Das filmische Türchen vom wandervideoblog.de: Bad Hiking Santa

#16 Mit outdoor-spirit.de geht es in’s australische Outback auf den Oodnadatta Track

#17 Alleine in der Berghütte – im Winter geht das! von bergreif.de.

#18 Romantische Advents-Wanderung bei mein-wanderhund.de.

#19 Wie Du auch in der Großstadt Deine alpinen Fähigkeiten trainieren kannst von hiking-blog.de.

#20 Ihr Kinderlein wandert: im Advent zum Galaun und Riederstein bei zwerg-am-berg.de.

#21 Winterwandern im Chiemgau mit mehr-berge.de.

#22 Siehe oben! Wie die Krettenburg zum Weihnachtsbaum kam

#23 wanderweib.de

#24 outcozo.com

Damit von den Lichtern auch wirklich was auf dem Bild erkennbar ist, habe ich mit Bildbearbeitung etwas nachgeholfen. Aber nur ein bisschen…;-) 

Letzte Änderung: 12. August 2017

3 Antworten zu " Outdooradvent: Wie die Krettenburg zum Weihnachtsbaum kam "

  1. Nadine sagt:

    Beim nächsten Mal helfen wir alle, große Lichter für den Baum mitzubringen. 😉 Schöne Feiertage!

  2. Martin sagt:

    Coole Sache! Die Idee muss ich mir merken für nächstes Jahr. Ich blicke von meinem Garten auf einen Klettersteig, da bau ich nächstes Jahr auch einen Solar-Christbaum rauf 🙂

  3. WanderWeib sagt:

    Sehr coole Idee und Sache. Leider gibt es in Tokio kaum echte Weihnachtsbäume. 😉

    Viele Grüße aus Tokio
    Tessa

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