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Weitwandern auf dem Natursteig Sieg: Auf den Spuren des Sägezahns

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Der Natursteig Sieg folgt dem gleichnamigen Fluss und überrascht zwischendrin mit ganz viel Natur und Ruhe. Direkt vor den Toren einer Millionenstadt.

Weitwandern auf dem Natursteig Sieg: Auf den Spuren des Sägezahns © Gipfelfieber
Weitwandern auf dem Natursteig Sieg: Auf den Spuren des Sägezahns © Gipfelfieber

Langsam aber sicher wird es dunkel und die Sonne verabschiedet sich nach und nach hinter dem Horizont. An den Ufern der Sieg kehrt langsam Ruhe ein. Der Fischreiher, der hier in der Nähe von Eitorf sein Revier hat, watet mit staksigen Schritten durch das Wasser. Plötzlich blitzt es blau auf und pfeilschnell schießt ein kleines farbenfrohes Bündel knapp über die Wasseroberfläche. Ein Eisvogel!

Nur knapp 25 Kilometer vor den Toren Kölns ist vom Trubel der Millionenstadt nichts zu spüren. Die Natur ist plötzlich greifbar. Die Stadt gefühlte Lichtjahre entfernt. Nicht nur Vögel lassen das Herz von Naturliebhabern und Fotografen höher schnellen. Wanderfreunde finden auf dem Weitwanderweg Natursteig Sieg eine landschaftliche Vielfalt und abwechslungsreiche Etappen mit etlichen Highlights.

Natursteig Sieg – Zahlen und Fakten

Der Natursteig Sieg wurde bereits im Jahr 2011 eröffnet. Der Prädikatswanderweg (seit 2013) führt in 14 Etappen durch die Naturregion Sieg von Siegburg bis kurz vor die Tore von Siegen und durchquert sowohl die Bundeslänger Nordrhein-Westfalen als auch Rheinland-Pfalz.

Die Etappen beginnen und enden immer an den Bahnhöfen entlang der Strecke. Der Weg folgt in Sägezahnmanier – immer wieder geht es steil hoch und kurz darauf wieder steil runter zum Fluss – grob dem Verlauf der Sieg. Knappe 200 Kilometer gilt es auf den Etappen zu überwinden. Bald womöglich sogar noch mehr, denn es ist angedacht, den Natursteig Sieg um drei Etappen und weitere 50 Kilometer zu verlängern.

Highlights am Natursteig Sieg

Beim Wandern auf dem Fernwanderweg werden zahlreiche Highlights passiert. Eine Auswahl:

Druidenstein

Der Druidenstein ist ein Basaltkegel, der sich formschön über dem beschaulichen Kirchen an der Sieg knapp 20 Meter hoch erhebt. Die beeindruckende Felsformation ist als “Nationales Geotop” ausgezeichnet.

Heute vermutet man, dass der Druidenstein schon zu den Zeiten der Kelten als ritueller Ort genutzt wurde. Zahlreiche Mythen und Sagen ranken sich um den Stein, den ein Blitzschlag im Jahr 1979 regelrecht teilte. Seitdem schützen ihn mehrere schwere Betonträger vor einem weiteren Auseinanderbrechen. So verlockend wie er aussieht: Das Klettern auf den Druidenstein ist aus eben diesen Gründen untersagt.

Gleitschirmflieger

Immer wieder gibt es an den Höhepunkten des Natursteigs kleine Schneisen in den Wäldern hoch über der Sieg. Die sind perfekte Startplätze für Gleitschirmflieger und Drachenpiloten, die so die Region aus einer ganz anderen Perspektive entdecken können.

Sieg & Siegfall

Als Namensgeber darf die Sieg natürlich nicht fehlen. Immer wieder wird dem Fluss ein Besuch abgestattet. Manchmal nur kurz, zwischendrin führen die Wege auch mal länger an den Ufern entlang. An denen tummeln sich etliche Vogelarten, unter anderem eben der schon erwähnte Eisvogel, der mit seinem blauen Federkleid auffällt.




Am Siegfall bei Schladern fällt das Wasser auf einer Breite von über 80 Metern knapp sechs Meter in die Tiefe. Der Wasserfall entstand dabei Mitte des 19. Jahrhunderts beim Bau der Eisenbahnlinie, in deren Folge die Sieg mehrfach begradigt und umgeleitet wurde.

Burg Blankenberg

Am Ende der 2. Etappe von Hennef nach Blankenberg steht die gleichnamige Burg. Von der mittelalterlichen Burganlage sind heute nur noch Ruinen erhalten, die seit Anfang der 2000er Jahre aber nach und nach gesichert wurden. Ein Streifzug durch die alten Mauern der Burg Blankenberg darf genauso wenig fehlen wie die Aussicht vom Bastionsturm, von dem man die vergangene Etappe Revue passieren lassen kann.

Wandern auf dem Natursteig Sieg

Die Wanderung auf dem Natursteig Sieg ist abwechslungsreicher als man denken könnte. Die Wege führen vor allem zu Beginn oft steil nach oben und anschließend genauso steil wieder nach unten. Mal geht es unschwierig über breite Forstwege, mal dagegen auf schmalen Pfaden über Stock und Stein. Vereinzelte Stahlseilsicherungen machen das Gehen zwischendrin etwas leichter.

Die Wege des Natursteigs Sieg führen über weite Wiesen und Felder, durch kleine Schluchten, über Bäche und durch dichten Wald. Die Wälder sind besonders vielfältig. Mal wild und dicht. An etlichen Stellen zeigen sich aber auch schon die Auswirkungen des Klimawandels. Etlichen Fichten hat die Trockenheit der vergangenen Sommer so sehr zugesetzt, dass sie anfällig für den Borkenkäfer geworden sind und diesem nun zum Opfer fallen.

Klimafreundlich mit der Bahn

CO2 neutral mit der Bahn © Gipfelfieber
CO2 neutral mit der Bahn © Gipfelfieber

Apropos Klima. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Etappen klimafreundlich mit der Bahn erreichbar sind. So starten und enden alle Etappen an einem Bahnhof. Das Ticket ist bei den meisten Übernachtungsbetrieben inklusive, so dass ein ständiges Umziehen nicht nötig ist und auch das Gepäck nicht jeden Tag neu aus- und wieder eingepackt werden muss.

Wer das bei längeren Wanderungen ein paar Wochen lang jeden Tag gemacht hat, weiß das sehr zu schätzen.

Übernachten

Entlang des kompletten Fernwanderwegs gibt es eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten. Luxuriöse Hotels sucht man dabei meist vergebens. Campingplätze wie der besonders schön gelegene in Happach intensivieren das Naturerlebnis und bieten alles, was man als Wanderer braucht.

Fazit

Der Natursteig Sieg führt äußerst abwechslungsreich über knapp 200 Kilometer an und über der Sieg entlang. Vor den Toren der Millionenstadt Köln lässt sich die Natur förmlich greifen und Ruhe finden.

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