La Sportiva Nepal Top Bergstiefel im Langzeittest

3

Wer einen guten und stabilen Bergschuh für alle Fälle sucht, kann mit dem La Sportiva  Nepal Top glücklich werden. Absolut wasserdicht, steigeisenfest, warm und trittsicher sind nur wenige Qualitäten mit denen sich dieser Schuh rühmen kann. Über zwei Jahre war ich mit diesem Schuh zu jeder Jahreszeit und in den verschiedensten Situationen unterwegs – und bin zufrieden.

La Sportiva Nepal Top Bergstiefel im Langzeittest © Gipfelfieber.com
La Sportiva Nepal Top Bergstiefel im Langzeittest © Gipfelfieber.com

Ohne große Ahnung von Schuhen für hochalpines Gelände, habe ich mich vor zwei Jahren für den La Sportiva Nepal Top entschieden und damit einen „Glücksgriff“ gemacht. Mit heute 300 Euro – Sondergrößen 330 Euro – liegt man bei dieser Art Schuh eher im oberen Mittelfeld der Preisspanne, kriegt aber dafür auch entsprechende Qualität.

Fakten

Kurz die Fakten auf den Tisch: Der La Sportiva Nepal Top ist aus 3+ mm Idro-Perwanger Leder, das als wasserabweisend beschrieben ist, in der Praxis allerdings wirklich als undurchlässig bezeichnet werden kann. Ob acht Stunden Tiefschnee, stundenlang im strömenden Regen oder mal im Bach unterwegs – nasse Füße habe ich in diesen Schuhen noch nie gehabt.

Die mehrlagige Sohle besteht aus einer 6mm Ibi-Brandsohle, Nylonzwischensohle und Vibram® Alpin-Profilsohle. Die Schuhe sind, in der Praxis erprobt, steigeisenfest. Der gummierte Geröllschutz schützt das Leder vor Beschädigung.

Der hohe und feste Abschluss des Schuhs, bei mir (Gr. 46,5) rund zehn Zentimeter über dem Knöchel, bietet nicht nur einen angenehm sicheren Halt, sondern hält auch Steine, Wasser und Schnee weitgehend aus dem Schuh.

Mit 1050g pro Schuh hat man zwar ein ordentliches Gewicht am Fuß, welches man während einer Tagestour aber gut verträgt. Wird die Tour mal länger als 12 Stunden, macht sich das Gewicht an den Füßen durchaus bemerkbar, besonders bergab.




Praxis

Anfangs habe ich den La Sportiva Nepal Top zu leichten Touren getragen, wo er gar nicht „nötig“ gewesen wäre, nur um ihn einzulaufen. Aber auch bei diesen Touren hat sich der Schuh als äußerst komfortabel erwiesen.

In einigen Klettersteigen hatte der Schuh die Möglichkeit sich erfolgreich zu profilieren, unter anderem am Königsjodler, einem der anspruchsvollsten Klettersteige der Ostalpen. Bei verschiedenen Schneeschuhtouren ist der Schuh dadurch aufgefallen, dass ich weder kalte noch nasse Füße hatte.

Kurzum, Sommer wie Winter, Regen und Schnee, der Nepal Top bietet immer einen angenehmen Tragekomfort.

Pflegetipps

Die Pflege sollte nicht zu kurz kommen, Leder bleibt Leder. Die Innensohlen hin und wieder raus und den La Sportiva Nepal Top gut auslüften. Die Sohlen sind nach den zwei Jahren deutlich gezeichnet, halten im Gelände aber noch immer gut. La Sportiva, beziehungsweise diverse Händler, bieten auch die Möglichkeit den Schuh neu besohlen zu lassen. Die Kosten liegen hier zwischen 80 und 100 Euro. Dabei muss man sich den Schuh aber im Gesamten ansehen, ob sich eine derartige Investition noch einmal lohnt.

Kaufen

Das Modell wird mittlerweile nicht mehr vertrieben, hat aber auch schon Nachfolger (La Sportiva Nepal EVO GTX) mit etwas anderen Eigenschaften. Nachfolgend sind alle Modell-Varianten des La Sportiva Nepal aufgelistet:

Fazit

Der La Sportiva Nepal Top schneidet in der Gesamtbilanz sehr gut ab. Universell am Berg einsetzbar, kauft man sich hier einen Schuh für alle Fälle.

Der einzige kleine Minuspunkt ist aus meiner Sicht das Gewicht, das sich auf langen Touren und besonders bergab schon bemerkbar macht. Aber Qualität hat eben ihren Preis und ihr Gewicht.


TEILEN
Vorheriger ArtikelKleine Kräuterkunde (1) – Die Nützlichen
Nächster ArtikelVier Klettersteige für ein Halleluja
Simon ist selbständiger Physiotherapeut und seine Leidenschaft für die Berge hat er von Kindesbeinen an. Die teilt er nicht nur mit Andreas, sondern so oft es geht auch mit den Lesern.

3 KOMMENTARE

Kommentar verfassen