Im Test: Leki Cristallo Trekkingstöcke

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Lange war ich auf der Suche nach einem System, welches mir richtig gefällt. Nun scheine ich fündig geworden zu sein: Die Trekkingstöcke Cristallo von Leki habe ich in den letzten Wochen ausführlich getestet. Der Testericht dazu.

Die Leki Cristallo Trekkingströcke mit ihrem Speed-Lock-System © Gipfelfieber.com

Die Leki Cristallo Trekkingströcke mit ihrem Speed-Lock-System © Gipfelfieber.com

Als ich mit dem Wandern und Bergsteigen angefangen habe, war schnell klar, dass es ohne Trekkingstöcke nicht geht oder zumindest weniger Spaß macht. Und da man am Anfang nicht unbedingt viel Geld in die Hand nehmen möchte und das eigene Portmonnaie selbiges auch nicht hergibt, greift man zu billigeren Lösungen. Und so habe ich eine ganze Weile günstige Stöcke genutzt, die sogar eine ganze Weile hielten. Auch später habe ich nochmals günstige Trekkingstöcke gekauft. Und die Erfahrungen wurden zunehmend schlechter, was darin gipfelte, dass ein Paar bei der ersten Tour bereits das Zeitliche segnete. Schluss also mit dem billigem Zeug!

Da kam es also gerade recht, dass die Jungs und Mädels von Bergfreunde.de mich dazu einluden, doch die Leki Cristallo Trekkingstöcke zu testen. Nichts lieber als das. Seitdem haben sie mich schon auf einigen Touren begleitet und – soviel sei vorweg genommen – überzeugt.

Das erste, was mir allerdings auffiel, war dann doch ein negativer Punkt. Die Cristallo von Leki kommen mir recht schwer vor. Allerdings zeigte ein Vergleich mit alten Stöcken und denen von Freunden, dass das Gewicht gefühlt normal ist, ohne es jedoch gemessen zu haben. Es gibt sicher leichtere, aber beim Gehen hatte ich nie das Gefühl, ich würde zu viel mit mir mitschleppen.

Die verschiedenen Systeme

Lange war ich auch auf der Suche nach dem richtigen System. Wie man sieht, gibt es unzählige Systeme auf dem Markt. Am weitesten verbreitet, sind wahrscheinlich immer noch die Drehsysteme. Mein Fall waren sie ehrlich gesagt nie, denn irgendwann versagte das Ganze immer. Speed Lock nennt sich das Verschlusssystem von Leki bei den Cristallo und funktioniert auch so. Länge justieren und festspannen. Das war`s. Und es hält bombenfest. Kein einziges Mal hat sich die Länge, ohne dass ich es wollte, verstellt.




Sehr gut gefällt mir auch das Schlaufensystem. Die Schlaufenlänge kann hier mit einem Klicksystem rasch verstellt werden, so dass man beim Abstieg beispielsweise fix umstellen kann, wie man es gerade braucht.

Einen weiteren dicken Pluspunkt gibt es für die ergonomischen Griffe. Beim Aufsteigen funktionieren sie wie eigentlich alle anderen Trekkingstöcke, die ich bisher hatte, auch. Da konnte ich jetzt keine großen Unterschiede ausmachen, außer dass ich an den Händen keine Blasen bekomme, was mir sonst schon ab und an passiert ist. Noch besser aber sind die Griffe beim Abstieg. Man kann oben wunderbar um den Griff fassen, um sich bestmöglich abzustützen und die Knie bestmöglich zu entlasten. Allein dafür habe ich die Stöcke ins Herz geschlossen.

Ein Anti-Shock-System ist in den Leki Cristallo nicht integriert. Gebraucht habe ich es bis jetzt allerdings nicht. Manchmal fand ich es sogar ein wenig befremdlich, daher möchte ich das nicht als Negativpunkt werten.

Erste Erfahrungswerte

Noch ein paar Punkte in der Zusammenfassung: Die getesteten Stöcke fühlen sich sehr robust an. Auf einfachen Touren haben sie mich begleitet, aber auch auf höher gelegenen, schwierigeren Touren wie zuletzt in den Hohen Tauern haben sie mich begleitet und dort auch in Geröllfeldern stets gute Dienste verrichtet. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie instabil sind und habe ihnen stets Vertrauen geschenkt. Auch gut: Braucht man sie zwischendurch nicht und schiebt sie komplett zusammen, nehmen sie nur wenig Platz weg und passen so problemlos an jeden Rucksack. Die mitgelieferten Teller habe ich immer noch nicht verloren. Auch ein gutes Zeichen!

Der Langzeittest (Update)

Knapp über ein Jahr nutze ich die Leki Cristallo mittlerweile. Und sie funktionieren tadellos wie am ersten Tag. Während ich in dieser Zeit schon zwei oder drei günstige Paare an Stöcken hinter mir hätte, stehen die getesteten Stöcke weiter ihren Mann. Abnutzungserscheinungen sind selbst an den Längenmarkierungen kaum wahrzunehmen. Mehr kann man für sein Geld nicht bekommen!

Nach knapp zwei Jahren kam dann doch das schnelle Ende der Stöcke. Ein Zurückrutschen auf einer Skitour, der Stocke steckt tief im Schnee und knickt ab. Passiert.

Fazit

Für knapp 80 € bekommt man mit den Leki Cristallo ein ausgezeichnetes Paar Trekkingstöcke, die mich hoffentlich noch lang begleiten werden. Sie wirken robust und lassen sich schnell in der Länge verstellen. Die Kritikpunkte wie fehlendes Antishock-System und das Gewicht fallen für mich persönlich nicht negativ ins Gewicht.

Hier gibt es die Leki Cristallo noch:

Letzte Änderung: 16. Dezember 2016

5 Antworten zu " Im Test: Leki Cristallo Trekkingstöcke "

  1. Ken Takel sagt:

    Mir sind meine Stöcke mit Drehsystem auch kaputt gegangen. Werde mir mal die hochpreisigeren Modelle anschauen.

    • Andreas sagt:

      Du wirst es nicht bereuen. Die neuen Stöcke haben mich jetzt schon wieder auf so vielen Touren begleitet, dass ich in der Zeit wahrscheinlich zwei Paar billigere verschlissen hätte. Lohnt einfach nicht…

  2. Im Test: Gregory Z30 Rucksack | Blog über Bergtouren, Klettersteige, Skitouren und Hütten in den Alpen mit Ausrüstungs-Tests und Technik für unterwegs... sagt:

    […] vor ein paar Wochen durfte ich ja die Leki Cristallo Trekkingstöcke auf Einladung von Bergfreunde.de ausführlich testen. Nun durfte ich erneut am Testprogramm […]

  3. […] Im Test: Leki Cristallo Trekkingstöcke […]

  4. […] sie die Knie auch um unglaubliche 250 Tonnen! Daher braucht man ein verlässliches Modell und wie Andreas schon schrieb, lohnt sich eine Investition in Billigprodukte einfach nicht, da sich auch zwei bis drei Paar […]

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