Am Hochkranz Ostgrat: Wild, wagemutig, wow

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Die Besteigung des Hochkranz über den Ostgrat hat es in sich, auch wenn es wenig aufregend los geht. Kurz vorm Gipfel geht es dafür nochmal richtig heiß her.

Am Hochkranz Ostgrat: Wild, wagemutig, wow © Gipfelfieber

Am Hochkranz Ostgrat: Wild, wagemutig, wow © Gipfelfieber

Fast ein bisschen einsam und verloren steht er da. Umrandet vom mächtigen Hochkalter-Massiv im Nordosten, vom Großen Hundstod im Osten und den Leoganger Steinbergen im Süden wirkt er ein wenig allein und vom großen Drumherum ausgeschlossen. Der Hochkranz. Dabei ist seine Besteigung nicht minder spektakulär als die der höheren Nachbarn.




Aufstieg/Auffahrt zur Kallbrunnalm

Ein Traumtag kündigt sich schon am frühen Morgen an. Kein Wölkchen trübt den Himmel. Die Temperaturen klettern in Windeseile. Von Pürzlbach starten wir vom Wanderparkplatz in Richtung Kallbrunnalm. Da unser Ziel hier noch nicht ganz genau feststeht, starten wir mit den Mountainbikes, um den Aufstieg auf dem Fahrweg bis zur Alm zu beschleunigen. Da es zwischendrin ziemlich steil hinauf geht, klappt das mit dem Beschleunigen zwar nicht so ganz, aber die Vorfreude auf die Abfahrt nimmt dafür mit jedem zurückgelegten Höhenmeter zu. Im Sommer verkehrt hier übrigens auch das Almtaxi.

An der Alm angekommen, entscheiden wir uns gegen das Seehorn, wo einfach noch zu viel Schnee liegt und uns das Lawinenrisiko ob der warmen Temperaturen zu groß erscheint. Schon vor der Alm bzw. auch kurz dahinter noch einmal führt ein Fahrweg weiter in Richtung Hochkranz. Hinter einer der unzähligen Hütten parken wir die Mountainbikes und nun geht es zu Fuß über die breiten Almwiesen unschwierig aufwärts.

Über Almwiesen

Über das Hochfeld führt uns der Steig weiter über den Ostrücken kurz etwas steiler werdend hinauf auf den Kühkranz, den 1811 m hohen Vorgipfel des Hochkranz, auch wenn man ihm sein Dasein als Gipfel nicht wirklich anmerkt. Hier queren wir die ersten Schneefelder, es geht kurz ein Stück hinab und vor uns erhebt sich nun der steile Ostgrat vom Hochkranz.

Der Weg teilt sich hier. Von Süden führt ein Klettersteig mit der Schwierigkeit B auf den 1953 m hohen Gipfel des Hochkranz, wir entscheiden uns für den unmarkierten Anstieg über den Ostgrat und damit für die spannendere Variante.

Wer zischt denn da?

Während wir kurz pausieren, raschelt es kaum merklich in den kleinen Sträuchern neben den wegtauenden Schneefeldern. Eine junge Kreuzotter, die die Wärme hinaus gezogen hat, nimmt Reißaus, um kurz darauf doch noch für ein kurzes Bild zu posieren und mit Zischlauten in unsere Richtung zu drohen. Auch später beim Abstieg treffen wir noch auf eine Kreuzotter, die Sonne tankt, aber sofort den Rückzug antritt als wir sie erspähen.

Über den Ostgrat auf den Hochkranz

Zunächst überwinden wir nun ein recht steiles Schneefeld und kurz danach beginnt auch schon die Kraxelei. Die Kletterei bewegt sich meist im I-er Bereich, ein paar wenige Stellen sind aber auch im II. Schwierigkeitsgrad. Links und rechts geht es im ersten Drittel des Grats nahezu senkrecht mehrere hundert Meter nach unten und es bleibt nur ein schmales Felsband über das wir Balancieren. Fehler machen absolut verboten!

Zwei kurze Stücke sind mit einem Stahlseil und Haken entschärft. Auch Bohrhaken finden sich im gesamten Gratabschnitt, so dass die sehr ausgesetzten Passagen und Klettereinlagen auch gesichert gegangen werden können. Je näher wir dem Gipfel kommen desto einfacher wird der Steig wieder und bald stehen wir am Gipfelkreuz des mit Latschen übersäten Hochkranz und genießen die Ruhe, das grandiose Wetter und die traumhafte Aussicht auf unsere Umgebung.

Abstieg

Zurück geht es über den gleichen Weg wie beim Aufstieg. Bevor wir uns in den Sattel schwingen, lassen wir an der Kallbrunnalm noch ein alkoholfreies Weißbier das Herz erfreuen und dann geht es flott zurück zum Ausgangspunkt und wir wissen auch endlich, wofür die Quälerei beim Hochfahren gut war.

Fazit

Die Besteigung des Hochkranz in den Berchtesgadener Alpen über den Ostgrat ist ein Spektakel und macht richtig Laune. Allerdings ist absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unentbehrlich, denn am Grat geht es teilweise sehr luftig zu. Auch wegen seiner exponierten Lage ist der Hochkranz aber ein echtes Highlight.


Letzte Änderung: 5. Dezember 2016

Eine Antwort zu " Am Hochkranz Ostgrat: Wild, wagemutig, wow "

  1. Svato sagt:

    schöne Tour aber mein Geheimtipp in diese Gegend ist Großes Rothorn

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