Auf Skido Skisafari in den Dolomiten

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Mit der Skisafari gibt es in den Dolomiten eine spannende Möglichkeit, über mehrere Tage mehrere Skigebiete kennenzulernen. Ständige Begleiter: Ein Ski-Guide und das umwerfende Panorama der Dolomiten. Mitbringsel: Die Anekdote, wie ich meinen Snowboardschuh verlor und er anschließend doch wieder den Weg zurückfand. 

Auf Skido Skisafari in den Dolomiten © Gipfelfieber.com

Auf Skido Skisafari in den Dolomiten © Gipfelfieber.com

Skisafari? Bei Gipfelfieber? Dem bekennenden Snowboarder!? Ja, denn hier ist nur der Name Programm. Natürlich ist die Skisafari auch mit dem Snowboard möglich. Man ist dann vielleicht in der Gruppe allein, aber irgendwie ja auch nicht.

Die Skisafari von Skido ist noch relativ neu und führte mich, Herrn Seitz und den Rest der Reisegruppe vor knapp zwei Wochen einmal quer durch die Dolomiten. Sexten, Cortina d`Ampezzo, Kronplatz und Sella Ronda stehen auf dem Programm. Bei letzterem war ich dann aber leider nicht mehr dabei. Die Gruppen bestehen aus maximal 10 Leuten, die anfangs nach den individuellen Fähigkeiten zusammengestellt werden. Das garantiert, dass der Großteil der Gruppe nicht auf etwaige Nachzügler warten muss.




Ausgangspunkt sind jeweils fünf Hotels in Welsberg im Pustertal. Von dort sammelt Skiguide Pauli, der über 20 Jahre Erfahrung als Skilehrer mitbringt, nahezu jedem Skisafari-Teilnehmer noch Verbesserungstipps geben kann und auch immer einen lockeren Spruch auf Lager hat, jeden Morgen die Gruppe ein. Dann geht es mal schnell, mal etwas länger in die jeweiligen Skigebiete.

Sexten

Die Woche starteten wir in Sexten, das sich rühmt, die Drei Zinnen nur unweit entfernt zu haben. Ein Blick auf selbige haben wir dort leider nicht bekommen. Zunächst geht es ins Skigebiet am Monte Helm und hier wird erstmal das Können der einzelnen Teilnehmer ausgelotet. Auf den jetzt im März leeren Pisten erkundet man das Skigebiet. Es geht bis hinunter nach Vierschach, wo es demnächst eine direkte Anbindung vom Zug ins Skigebiet ähnlich wie am Kronplatz geben wird.

Ohne Worte © Gipfelfieber.com

Ohne Worte © Gipfelfieber.com

Am Mittag geht es mit dem Shuttlebus wenige Minuten weiter bis an den Fuß der Rotwand. Das Skigebiet unterhalb der Felslandschaften gefällt mir ein wenig besser. Bis auf den elendig langen Ziehweg, der Rotwand und Kreuzbergpass verbindet und der selbst beim gut gewachsten Board das ein oder andere Abschnallen und einen schweren Oberschenkel beschert.

Hier ist das Panorama sogar noch besser, selbst wenn hier nur ein Schlepplift verkehrt. Und auch ins Gelände kann man hier gut ausweichen. Selbst nachdem es Tage nicht mehr geschneit hat, findet man hier noch unberührten Schnee.

Wer Lust auf Nervenkitzel hat, fährt die beiden Holzriesen-Pisten. Beide sind schwarz und steil. Nicht nur steil. Extrem steil! Wenn man oben steht, kann einem schon ein bisschen das Herz in die Hose rutschen. Wie gut, dass die bei Snowboardern sowieso immer etwas tiefer sitzt. In der Regel mag ich derartig steile Pisten nicht, aber hier war ich dann doch überrascht, denn die beiden Holzriesen waren extrem griffig und es gab nicht das wohlbekannte Grrrrrrrrrrrrrrr, bei dem die Kante unter Gekreische auf der eisigen Piste nur mit Mühe greift. Von oben sah es letztlich schlimmer aus als es eigentlich war. Wer es dennoch nicht steil mag, kann beiden auch ausweichen.

Cortina d`Ampezzo

Der zweite Tag der Skido Skisafari führte uns raus aus Südtirol und nach Venetien, welches neuerdings Abspaltungsintentionen von Italien hegt. Im Jahr 1956 war der Ort Austragungsort für die Olympischen Spiele und auch Szenen aus James Bond`s legendärem Skiritt aus „Octopussy“ wurden hier gedreht. Und nicht nur das: Im Ersten Weltkrieg wurden in die Felsformationen Labyrinthe von Gängen gesprengt und es wurde erbittert um Felsvorsprünge und Felsbänder gekämpft. Man wandelt und bewegt sich also auf historischen Pfaden.

Historisch mutet auch der ein oder andere Lift, vor allem im Bereich des über 3200 Meter hohen Tofana, an. Hier gibt es noch etliche Nicht-Umlauf-Lifte, die mit Schwung ankommen und man aufpassen sollte, nicht gleich wieder vornüber aus dem Lift zu kippen. Aber das kann trotzdem nicht trüben. Denn die verschiedenen Skigebiete rund um Cortina d`Ampezzo sind schlichtweg der Hammer. Und das liegt vor allem am Panorama, an dem man sich einfach nicht satt sehen kann. Zumal bei solchem Traumwetter, welches wir hatten.

Kurz vor Mittag geht es in den Shuttlebus und hinüber und hinauf zu den Cinque Torri. Hier ist alles extrem weitläufig, die Pisten nicht überlaufen und es macht einfach Spaß. Über ein paar Lifte geht es bis zur Talstation vom Lagazuoi. Mit der Gondel geht es fix hinauf auf 2800 Meter. Oben werden Ski oder Board wieder angeschnallt, bevor es kurz darauf heißt, einen Stopp einzulegen. Hier kann man eine Stellung aus dem Ersten Weltkrieg im Fels anschauen, die einen mitten hinein in den Berg führt. Und gleichzeitig stelle ich mir die Frage, wie absurd so ein Stellungskrieg im Hochgebirge eigentlich ist. Raumgewinne um nur wenige Höhenmeter, um so ganze Täler kontrollieren zu können.

Panorama mit dem Lagazuoi © Gipfelfieber.com

Panorama mit dem Lagazuoi © Gipfelfieber.com

Nun geht es weiter ins Tal, nochmal einen Lift hoch und zurück zum Bus. Dort ausgestiegen das gleiche Spiel nochmal und zurück zum Parkplatz, von dem wir am Morgen gestartet sind. Dort angekommen, sind die Beine vom recht intensiven Tagesprogramm etwas schwer. Auf dem Rückweg geben die Berge einen kurzen Blick auf die Drei Zinnen frei. Fotostopp-Pflicht!

Kronplatz

Eigentlich nicht wirklicher Bestandteil der Skisafari endete meine persönliche Safari dann doch hier. Das Skigebiet ist schon ein wenig kurios. Ein Berg, der von allen Seiten mit Liften erschlossen ist. Das mag für Naturliebhaber schon ein bisschen erschreckend sein, zumal am Gipfel gleich acht Seilbahnen ankommen. Auf der anderen Seite bleiben so weitere Gebiete im Umkreis von jeglichen Liften unberührt. Der Kompromiss ist zwar immer schwierig, aber so doch meines Erachtens vertretbar gelöst.

Lifte am Kronplatz © TVB Kronplatz

Lifte am Kronplatz © TVB Kronplatz

Das Skigebiet selber ist eher für Familien geeignet. Alles ist weitläufig und die Pisten sind unglaublich breit. An Wochenenden kann es hier zwar sehr voll werden, aber gegen Ende der Saison hat man auch hier mehr als genug Platz.

Das Skigebiet am Kronplatz wird am besten am freien Tag zwischen den Skisafari-Tagen erkundet. Einfach in Welsberg in den Zug steigen. Knapp 12 Minuten später erreicht man Percha, wo das Gleis quasi direkt mit dem Lift verbunden ist.

Erwähnenswert ist noch das Locknfest, welches alle zwei Jahre kurz vor Saisonende stattfindet. Am Ende einer Piste bildet sich dort durch Schmelzwasser eine große (und recht tiefe) Lache, die es auf Ski, Snowboard oder einem Gefährt der Wahl zu bezwingen gilt. Dieses Jahr findet das Locknfest am 13.04. statt. Und das sieht dann so aus und dürfte äußerst erfrischend sein:

Am Gipfel entsteht zudem unter Leitung der Architektin Zaha Hadid in den nächsten Monaten noch ein weiteres Museum von Alpinlegende Reinhold Messner (der immer noch irgendwie mein Held ist), welches sich rund um Fels und Bergsteiger drehen wird. Die Eröffnung ist für den Sommer 2014 geplant.

Hotels

An der Skisafari von Skido beteiligen sich insgesamt fünf Hotels, die wie schon erwähnt, alle in Welsberg ansässig sind. Wir sind jeweils vom Hotel Dolomiten gestartet. Vor allem erwähnenswert ist hier das Essen. Neben einem reichhaltigen Frühstücksbuffet wartet abends ein hervorragendes Menü mit Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Dessert. Zudem wartet ein Wellnessbereich inkl. Sauna zum Entspannen nach einem anstrengenden Skitag.

Aprés Ski

Viel gibt es diesbezüglich nicht und das ist – der ein oder andere Leser wird meine Vorliebe für Gebiete, wo das nicht über die Maßen praktiziert wird, kennen – nicht weiter tragisch! Lediglich am Kronplatz in Bruneck wartet die ein oder andere erwähnenswerte Feier- und Absturzmöglichkeit.

Preise

Die Preise für die Skido Skisafari sind gestaffelt. Das 7-Tage-Programm mit drei Tagen Skisafari in Sexten, Cortina d`Ampezzo und Sella Ronda kostet inklusive Halbpension ab 479 € (390 € mit Frühstück). Die 4-Tage-Variante mit zwei Tagen Skisafari beginnt bei 361 € (243 €). Jeweils dazu kommt dann noch der Skipass.

Wissenswertes

Zwar ist das Fahren neben den Pisten nicht im Programm vorgesehen, jedoch ist es kein Problem, auch mal auszuweichen und abseits zu fahren. Allerdings: Seit ein paar Jahren ist das in Südtirol grundsätzlich verboten. Daher sollte beim Abseitsfahren zumindest vollständige Lawinensicherheitsausrüstung mitgeführt werden. Dazu zählt neben dem LVS-Gerät auch Schaufel, Sonde und Notfallsignal. Wird man von den Pistenpolizisten (ja, die gibt es!) ohne Ausrüstung erwischt, kann das empfindlich teuer werden. Strafen von bis zu 250 € sind möglich (dafür bekommt man bereits ein komplettes LVS-Set!). Im Grunde sollte man das nicht erwähnen müssen, aber der Vollständigkeit halber gehört es dazu. Noch teurer wird es, wenn man eine Lawine auslöst. Selbst wenn dabei niemand zu Schaden kommt, gilt das als abstrakte Gefährdung und kann im schlimmsten Fall mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden.

Fazit

Für alle, die im Winterurlaub nicht immer nur ein Skigebiet abfahren wollen, ist die Skido Skisafari die perfekte Möglichkeit, andere Skigebiete kennenzulernen und zu erkunden. Begleitet vom erfahrenen Skiguide Pauli geht es über unzählige Pistenkilometer einmal quer durch die Dolomiten, die mit ihren beeindruckenden Felsformationen regelrecht ins ständige Staunen versetzen. Auch Christian aka Herr Seitz hat einen Artikel in seinem Blog veröffentlicht (u.a. mit dem bei mir  fehlenden Sella Ronda-Tag).

Ein verlorener Schuh

Hat sich gelohnt © Gipfelfieber.com

Hat sich gelohnt © Gipfelfieber.com

Zu guter Letzt darf natürlich die Geschichte vom verlorenen Snowboardschuh nicht fehlen. Vor allem um klarzustellen, dass es kein Verlust auf Grund irgendwelcher Eskapaden war. Nein, auf der Fahrt durch das Pustertal und den kommenden Freeride-Tagen in Obertauern ließ mich das Panorama einfach nicht los und es musste noch ein Fotostopp her. Beim Öffnen des proppevollen (und schlecht gepackten) Kofferraums stahl sich ein Schuh von dannen, was ich natürlich erst beim Ausladen in Obertauern gemerkt habe. Glücklicherweise hat sich Herr Seitz dessen angenommen und den Snowboardschuh, den offenbar keiner haben wollte, am folgenden Tag wieder eingesammelt und in eine Mülltüte verpackt und mir geschickt. Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank! Rechts ist übrigens das Ergebnis des Halts zu sehen.

Mehr Informationen

www.skido.it
Skigebiet Sexten
Skigebiet Cortina d`Ampezzo
Skigebiet Kronplatz
Skigebiet Sella Ronda
Hotel Dolomiten
Dolomiti Superski

*Ich wurde auf die Skisafari von der PR-Agentur Maro und Partner und Skido eingeladen. Dass das den Bericht nicht beeinflusst, ist selbstverständlich.


Letzte Änderung: 12. Dezember 2016

2 Antworten zu " Auf Skido Skisafari in den Dolomiten "

  1. […] der Skisafari mit Skido in den Dolomiten ging es direkt weiter in die Hohen Tauern nach Obertauern, eigentlich ein Schneeloch, wo sich der […]

  2. […] (und mehr) versprach, einen erbitterten Stellungskrieg, dessen Frontlinie von den Dolomiten (wie am Lagazoui) bis hinab zum Gardasee reichte. Rund um Riva del Garda gibt es etliche weitere Relikte aus diesem […]

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