Unterwegs im Lattengebirge (2) – Steinerne Agnes & Dreisesselberg

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Wer im Lattengebirge etwas Einsamkeit sucht, muss Richtung Dreisesselberg aufbrechen, wo weder am Weg noch am Gipfel eine bewirtschaftete Alm oder Hütte wartet. Ausgehend von Hallthurm geht man an der Steinernen Agnes vorbei zum Dreisesselberg und seinem Nachbarn dem Karkopf, dem höchsten Gipfel des Lattengebirges.

Unterwegs im Lattengebirge © Gipfelfieber.com

Unterwegs im Lattengebirge © Gipfelfieber.com

Früh auf im Juni und wie bei der vorherigen Tour im Lattengebirge um Schlag Sechs in Hallthurm (693 m) am Wanderparkplatz. Nach einem kurzen Aufwärmen auf einem breiten Waldweg geht es auch schon rechts weg durch dichten Wald in steilen Serpentinen hinauf zum Rotofen (1369 m). Von hier aus bleibt der Weg relativ gleichmäßig, ein ständig leichtes Auf und Ab, bis wir nach ungefähr zwei Stunden unterhalb der Steinernen Agnes stehen. Die sehen wir aber erstmal nicht, weil sie noch vom Nebel verhüllt ist. Also den Schildern nach und dann mit vollem Körpereinsatz, sprich, mit Händen und Füßen, einmal um das Monument.




Die Steinerne Agnes

Oben angekommen, machen wir erst einmal eine Frühstückspause und genießen den Blick auf die steinerne „Ghettofaust“ – wie das Bild später kommentiert wurde.

Weiter sehen wir noch immer nicht und so steigen wir erst einmal weiter nach oben, in die falsche Richtung, durch dichte Latschen, um nach einer halben Stunde festzustellen, dass wir im Dickicht gefangen sind. Also zurück, an der Agnes vorbei nach unten zum letzten Wegweiser. Dort begegnet uns glücklicherweise ein Einheimischer, der uns Sonne prophezeit und uns den Weg weist.

Weiterweg zum Dreisesselberg

Wir machen uns also Richtung Dreisesselberg auf und kommen keine halbe Stunde später, im prophezeiten Sonnenschein, an der verfallenen Steinbergalm vorbei. Hier bietet sich übrigens auch die letzte Gelegenheit, um noch einmal die Wasservorräte am nahen Bach zu füllen.

Dann geht es hinauf in eine große Mulde mit dichtem Latschenbewuchs. Hier und da sonnt sich eine Gams auf einem Schneefeld zwischen den Latschen. Die Hitze drückt unglaublich in der Mulde und unsere Wasservorräte schwinden schnell.

Links von uns sehen wir jetzt das Gipfelkreuz des Karkopfs (1739 m) und rechts das des Dreisesselbergs (1680 m). Über einen schmalen Pfad geht es durch Geröll nach oben. Im letzten Stück erleichtern ein paar Holzleitern den Anstieg.

Wir entscheiden uns zuerst den Karkopf mitzunehmen und erreichen den Gipfel kurz vor Elf. Vom Gipfelkreuz haben wir eine herrliche Aussicht ins Berchtesgadener Land, direkt auf König Watzmann und seinen Nachbarn den Hochkalter, beide allerdings in Wolken gehüllt.

Dann geht es zurück in die Senke, wir passieren den Abstieg in die Mulde und nehmen noch schnell den Gipfel des Dreisesselbergs mit. Allerdings nur zum Abhaken, die Hitze drückt massiv.

Abstieg auf dem Aufstiegsweg

Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg, zurück durch die Mulde, an der Steinbergalm vorbei – hier werden kurz die Füße im Bach abgekühlt – und dann im ständigen Auf und Ab, zurück an der steinernen Agnes vorbei, wieder hinunter zum Parkplatz, den wir gegen fünfzehn Uhr erreichen. Für den Abstieg sollten drei Stunden, ohne Pausen, kalkuliert werden.

Fazit

Wer die Einsamkeit beim Wandern mag, ist auf dieser Tour richtig. An einem heißen Tag sollte man wirklich genug zu trinken mitnehmen, da man an keiner Hütte „auftanken“ kann. Die Route ist sehr schön und abwechslungsreich, zehrt aber auf der Gesamtlänge von rund 14 Kilometern doch erstaunlich an den Kräften. Mit Pausen sollte man also zwischen acht und neun Stunden Zeit mitbringen.


Letzte Änderung: 16. Dezember 2016

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