5. Etappe auf dem SalzAlpenSteig: Von Ruhpolding nach Inzell

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Inzell ist das Ziel der 5. Etappe auf dem SalzAlpenSteig. Der Weg führt am Fuß des Rauschbergs entlang und lässt den Gedanken freien Lauf.

5. Etappe auf dem SalzAlpenSteig: Von Ruhpolding nach Inzell © Gipfelfieber
5. Etappe auf dem SalzAlpenSteig: Von Ruhpolding nach Inzell © Gipfelfieber

Zugegeben, die spektakulärste Etappe ist die Nummer 5 auf dem SalzAlpenSteig von Ruhpolding nach Inzell nicht. Das muss sie aber auch nicht und so bleibt auf der im Vergleich zu anderen Etappen doch relativ kurzen Strecke Zeit, sich den ein oder anderen – vermeintlich unnützen – Gedanken zu machen.

Rausch, Rauschen, Rauschberg

Wer sich zum Beispiel den Namen Rauschberg ausgedacht hat? Denn am Fuß des Vorderen und Hinteren Rauschbergs führt die 5. Etappe entlang. Einen Tag nach Christi Himmelfahrt, wahrscheinlich den meisten Vätern und Nicht-Vätern besser als “Vatertag” bekannt, mag die Namensklärung naheliegend sein und so müssten sich dutzende Alkoholleichen vom Vortag rund um den Berg und seinen beiden Gipfeln tummeln. Doch ganz so einfach ist es nicht.




Vielmehr rührt der Name Rauschberg von der Nutzung des Berges zum Erzabbau her. Denn Erz wurde auch als Rausch bezeichnet. So pragmatisch kann Geschichte sein. Immerhin: Selbst mit einem gewaltigen Schädel und einem Restrausch lässt sich der Rauschberg besteigen. Die 1953 erbaute Seilbahn bringt Touristen und Restalkoholisierte nach oben. Mit der Ruhpoldinger Gästekarte sogar kostenfrei.

Von Ruhpolding zum Taubensee

Ich begnüge mich – ohne jeden Kater – mit dem Weiterwandern am Fuß des Rauschbergs. Nach der langen vierten Etappe ist die kurze Route von Ruhpolding nach Inzell eine willkommene Verschnaufspause, die trotzdem ab und an für Schweißperlen sorgt.

Zunächst führt der SalzAlpenSteig aus dem Zentrum von Ruhpolding nach Süden heraus. Durch die Traunauen geht es eine Weile am gleichnamigen Fluss entlang bis es gilt, ein paar erste Höhenmeter zum Taubensee zu überwinden. Während die Seilbahn direkt über dem See den Gipfel ansteuert, liegt das Wasser ruhig da.

Am Fuß des Rauschbergs

Vom See weg windet sich der SalzAlpenSteig am Fuß des Ruhpoldinger Hausbergs durch den Zeller Wald. Nachdem bald zu Beginn das Gros an Höhenmetern für den Tag bereits geschafft ist, geht es im ständigen leichten Auf und Ab weiter, immer wieder garniert mit leider nur kurzen Ausblicken auf den Rauschberg.

Und bald schon scheint als würde der Name doch woanders herrühren. Denn gerade im Frühsommer nach (oder inmitten) der Schneeschmelze vermag man beinahe die ganze Zeit über mal ein leichtes, mal ein starkes Rauschen zu vernehmen. Überall plätschert es vom Rauschberg hinab. Hier ein Rinnsal. Dort ein kleiner Bach.

Von der Fahrriesbodenkapelle nach Inzell

So geht es am Rauschberg dahin bis seine Ausläufer direkt in die Ausläufer des Streichers übergehen, wovon man selber aber kaum etwas mitbekommt. Nach einem kurzen Aufstieg, einem steilen Abstieg öffnet sich zwischen Streicher und Zenokopf die sogenannte Schneegrube, an deren Fuß die malerische Fahrriesbodenkapelle liegt.

Die Kapelle ist der Heiligen Barbara geweiht, die zugleich auch Schutzpatronin der Bergleute ist. Nachdem das mit der Namensherkunft nun endgültig geklärt ist, geht es in wenigen Minuten hinunter nach Schmelz. Bis zum Zentrum von Inzell dauert es nun noch knappe 40 Minuten.

Fazit

Die 5. Etappe von Ruhpolding nach Inzell ist sicherlich nicht die spektakulärste des SalzAlpenSteigs, doch ist sie eine willkommene Abwechslung, gerade an heißen Tagen. Und sie schürt die Vorfreude auf die nächste Etappe, denn die hat es in sich.

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