Maurachalm und Karseggalm im Großarltal: Käse, Krapfen und Zither

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Von Alm zu Alm im Tal der Almen. Unterwegs auf einem Abschnitt des Salzburger Almenwegs über dem Großarltal zur Karseggalm und Maurachalm.

Maurachalm und Karseggalm im Großarltal- Käse, Krapfen und Zither © Gipfelfieber
Maurachalm und Karseggalm im Großarltal- Käse, Krapfen und Zither © Gipfelfieber

Gerade beißen wir noch in die letzten Stücke des frisch ausgezogenen Bauernkrapfens als hinter der Hütte der Maurachalm plötzlich liebliche Töne erklingen. Der Hüttenwirt und seine Frau haben ihre wertvolle Zither ausgepackt, spielen und singen zu den Klängen des Saiteninstruments und zaubern so ein Lächeln auf unsere Gesichter und die der anderen Almbesucher.



Großarltal

Die Maurachalm liegt im Großarltal im Salzburger Land inmitten der hier so friedlichen Radstädter Tauern. Das Großarltal trägt den Beinamen “Tal der Almen” und das nicht zu Unrecht. Etwa 40 bewirtschaftete Almen gibt es im Großarltal, dazu noch etliche Almen, die unbewirtschaftet sind.

Salzburger Almenweg

So ist es nur konsequent, dass auch Teile des Salzburger Almenwegs durch das Großarltal führen. Auf einer Länge von insgesamt ca. 350 Kilometern führt der Salzburger Almenweg einmal quer durch das Salzburger Pongau. Auf den 25 Etappen des Weitwanderwegs werden sage und schreibe 120 Almen passiert.

Der Salzburger Almenweg startet dabei im Tennengebirge, führt schließlich immer der Spur des blauen Enzians folgend in die Hochkönig-Region, zur Salzburger Sonnenterrasse, in Gasteiner- und Großarltal und über die Salzburger Sportwelt bis nach Obertauern.

Knapp 20.000 Höhenmeter gilt es dabei zu überwinden.

Von der Breitenebenalm zur Karseggalm

Unsere Wanderung über die Almen des Großarltals kommt mit deutlich weniger Höhenmetern aus. Vom Ausgangspunkt unserer Tour bei der Breitenebenalm, zu der eine Auffahrt mit dem Wandertaxi oder gar dem Auto möglich ist, bis zur Karseggalm, der ersten Station der Almwanderung, gilt es lediglich knapp 200 Höhenmeter zu überwinden.

Nachdem es hinter der Breitenebenalm zunächst etwas steiler bis in den Wald hinauf geht, flacht es dort schon deutlich ab. Auf wurzeligen Pfaden, um uns herum schießen unzählige Schwammerl aus dem Boden, erreichen wir bald eine Forststraße. Schon knapp 40 Minuten nach dem Aufbruch erreichen wir die Karseggalm.

Auf der Karseggalm

Rauch steigt aus dem Dach auf und beim Betreten wird schnell klar warum. Inmitten des Hauptraums der Karseggalm, der ältesten im ganzen Großarltal, ist eine große Feuerstelle, über der zwei riesige Kessel hängen. Einer für Warmwasser, einer fürs Kasen, wie uns Hüttenwirt Willi erzählt.

Strom gibt es kaum und doch lebt Willi den ganzen Almsommer auf der Alm und vermisst dabei nichts. Auf der Karseggalm hat sich in den letzten 400 Jahren wohl nur wenig geändert, weshalb die Hütte, wo Speck und Käse direkt über der Feuerstelle räuchern und reifen, auch öfter als Filmkulisse dient.

Nach einer Brettljause, bei der vom Käse bis zum Brot alles selbst gemacht wurde, und einem ebenfalls selbstgebrannten Vogelbeerschnaps geht es auf den Weiterweg.

Vor ein paar Jahren waren wir schon einmal auf der Karseggalm. Hier gibt`s noch mehr zur Alm und ihrer Geschichte.

Über die Unternebenalm zur Maurachalm

Auf breiten Wegen geht es nun zum nächsten Zwischenziel, das schon in Sicht ist. Die Unternebenalm ist deutlich moderner, ein Spielplatz macht die Alm auch für Familien mit Kindern zu einem attraktiven Ziel. Für eine Pause ist es aber zu früh und so wandern wir weiter in Richtung der Maurachalm.

Es geht etwas abwärts und bald nachdem es sich wieder aufwärts schwingt, verlassen wir den Wald und sehen unser Ziel – die Maurachalm – schon weit vor uns. An einer kleinen Kapelle am Wegesrand machen wir kurz Station und etwa eine Stunde nachdem wir die Unternebenalm passiert haben, erreichen wir die Maurachalm, wo wir uns die täglich frisch zubereiteten Bauernkrapfen schmecken lassen während im Hintergrund die Zither erklingt.

Alternativer Rückweg über die Gabel (Kitzstein)

Bei schönem Wetter, gerade auch, wenn der Sonnenuntergang nicht mehr weit ist, lohnt es sich, den Rückweg über die 2.037 m hohe Gabel anzutreten. Etwa eine Stunde sollte für den Aufstieg einkalkuliert werden, bei dem knapp 400 Höhenmeter überwunden werden. Über die Oberwendalm erfolgt anschließend der Abstieg bis zur Karseggalm. Auf gleichem Weg geht es dann zurück zum Ausgangsort an der Breitenebenalm.

Sind die Ausblicke nur sporadisch und das Wetter zeigt sich weniger von der Sonnenseite versteckt sich die Gabel auch gern komplett in den Wolken. Dann ist auch der Rückweg auf dem bekannten Aufstiegsweg kein Beinbruch.

Fazit

An gleich vier Almen lässt sich bei der Wanderung von der Breitenebenalm über Karseggalm, Unterebenalm bis zur Maurachalm im Großarltal Station machen. Bei der einfachen Tour lohnen sich vor allem die kulinarischen Abstecher bei den verschiedenen Almen.

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