Durch den Matsch zum Vorderskopf

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Der Vorderskopf ist ein von unten recht unscheinbarer Gipfel im Vorkarwendel und wird ob seiner berühmten Nachbarn sicher schnell übersehen. Trotzdem lohnt die Tour, auf der man als kleines Gimmick auch gerne mal allein sein kann.

Durch den Matsch auf den Vorderskopf © Gipfelfieber.com

Durch den Matsch auf den Vorderskopf © Gipfelfieber.com

Die Gegend rund um den Sylensteinstausee habe ich in letzter Zeit des Öfteren ins Auge gefasst. Vor ein paar Wochen ging es durch den Staffelgraben. Diesmal führt uns der Weg etwas weiter bis knapp hinter die Landesgrenze von Tirol im Rißtal, um diesen Vorgipfel vor den mächtig sich auftürmenden Karwendelfelsbrocken mal eben schnell mitzunehmen.

Die Anfahrt

Von München kommend geht es über Bad Tölz bis Lenggries und weiter zum Sylvensteinspeicher. An der Staumauer rechts halten in Richtung Fall, die Brücke überqueren und die Blicke nicht zu sehr vom türkis-blauen Wasser ablenken lassen. Dann noch knapp acht Kilometer weiter bis Vorderriß und kurvig weiter in Richtung Hinterriß. Bevor wir das erreichen, parken wir kurz nach der Kaiserhütte neben der Straße.




Die Tour auf den Vorderskopf

Nicht zu verfehlender Wegweiser zum Vorderskopf © Gipfelfieber.com

Nicht zu verfehlender Wegweiser zum Vorderskopf © Gipfelfieber.com

Knapp 100 Meter nach der Kaiserhütte führt eine Brücke über den Rißbach. Dort links auf dem Forstweg gehen, der nur langsam ansteigt. Nach etwa 10 Minuten geht eine scharfe Rechtskurve ab und sofort danach zweigt der markierte Steig zum Vorderskopf ab. Nun geht es in scharfen Kehren durch den Wald und man gewinnt recht schnell an Höhe, passiert ein kleines Bächlein und die Sonne drückt sich durch den morgendlichen Nebel und sorgt für eine mystische Stimmung. Nach etwa einer Stunde kreuzen wir einen Forstweg und es geht weiter durch den Wald. Und vorbei an einem Baum, der ausschaut als wäre er dem Herrn der Ringe entsprungen. “Nicht so hastig, kleiner Ork”, scheint uns der Ent zuzurufen.

Bald passieren wir ein Hüttlein mit einem fantastischen Ausblick auf den Karwendel. Hach, ich hätte nichts dagegen, wenn das meine wäre… Weiter durch den Wald, nun nicht mehr so steil, stoßen wir bald auf eine Almwiese, die erklommen wird. Hier wird es langsam matschig. Der Regen der Vortage hat Spuren hinterlassen. Am Sattel macht der Steig einen Rechtsschwung und führt durch fast schon sumpfiges Gelände nun recht steil den letzten Anstieg hinauf. Erst kurz vorm Gipfel verlassen wir den nun nicht mehr so dichten Wald und stehen unvermittelt am Gipfel des Vorderskopfes. Wenn man von Gipfel überhaupt reden kann. Vielmehr gleicht der Vorderskopf an seinem höchsten Punkt einem riesigen Plateau.

Wir genießen den Ausblick ins Rißtal, hinüber zur Tölzer Hütte und den Schafreuter. Und natürlich immer wieder zur Östlichen Karwendelspitze und deren Nachbarn.

Zurück geht es über den gleichen Weg. Für den Aufstieg sollte man mit etwa 2,5 Stunden Gehzeit kalkulieren, runter geht`s etwas schneller.

Fazit

Weitestgehend mag die Tour auf den Vorderskopf nicht sonderlich spektakulär sein. Mit seinen 1858 Metern Höhe spielt er auch nicht in der Liga der Großen mit, aber das braucht es auch nicht immer. Wirklich spannend sind aber die Ausblicke, die zu allen Seiten fantastisch ist. Und natürlich die Ruhe. Die Tölzer Hütte auf der anderen Seite des Rißtals und der weit markantere Schafreuter ziehen sicherlich weit mehr Bergwanderer an als der Vorderskopf. Eine schöne Tour ist es trotzdem geworden!


Letzte Änderung: 12. Dezember 2016

Eine Antwort zu " Durch den Matsch zum Vorderskopf "

  1. Wandern in der Eng: Wenn der Winter den Herbst küsst sagt:

    […] an den Startpunkten zum Schafreuter, zum Vorderskopf oder zum Schönalmjoch durchqueren wir Hinterriß und in den Wolken tut sich eine kurze Lücke auf. […]

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