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Monte Capanne: 4-Gipfel-Tour über den höchsten Berg Elbas

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Der Monte Capanne ist mit 1.019 m der höchste Berg der Insel Elba. Eine anspruchsvolle Rundtour über gleich vier Gipfel – Klettersteig inklusive.

Landeplattform auf dem Gipfel des Monte Capanne © Gipfelfieber
Landeplattform auf dem Gipfel des Monte Capanne © Gipfelfieber

Strände mit beinahe weißem Sand, kristallklares türkis-farbenes Wasser in dem sich unzählige Fische tummeln. Kleine Buchten, malerische Städtchen, dazwischen wilde Küstenabschnitte. Das ist die Mittelmeerinsel Elba, nur knapp 10 Kilometer vom italienischen Festland entfernt. Aber sie ist noch mehr.

Das ist zum Beispiel noch Napoleon, wohl berühmtester Einwohner Elbas, der von Feinden besiegt, 1814 abdanken musste und die Insel für sein Exil wählte. Lang hielt er es allerdings nicht aus, denn nach nur wenigen Monaten war er des Lebens auf der Insel im Tyrrhenischen Meer überdrüssig geworden und er kehrte für die Herrschaft der 100 Tage auf das französische Festland zurück.

Wanderparadies Elba

Aber da ist noch mehr. Denn Elba ist auch ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten und vor allem fürs Wandern. Etliche Wanderwege überziehen die Insel. Es gibt Touren, die die Insel von Ost nach West oder von Nord nach Süd queren. Unzählige kleine Gipfel locken zu kleinen und großen Abstechern.

Und dann ist da der Monte Capanne. Mit seinen 1.019 Metern Höhe ein waschechter Eintausender und von weiten Teilen der Insel irgendwie immer zu sehen. Eine Seilbahn führt von Marciana bis knapp unterhalb des Gipfels. Eine Fahrt in den vergitterten Gondeln ist nur im Stehen möglich. Knapp 20 Minuten dauert die gemütliche Auffahrt zur Bergstation.

Spannender ist der Aufstieg zu Fuß und der Weiterweg über den Klettersteig, mit dem sich auf der Rundtour nicht nur der höchste Punkt Elbas erklimmen lässt, sondern gleich noch drei weitere Gipfel.

Monte Capanne vom Ostteil Elbas © Gipfelfieber
Monte Capanne vom Ostteil Elbas © Gipfelfieber

Die Tour in der Übersicht

  • Start: Parkplatz an der Talstation Seilbahn Monte Capanne; ÖPNV: Buslinie 116 bis Ausstieg Marciana, Cabinovia
  • Anfahrt: mit der Fähre von Piombino nach Portoferraio; an der Nordküste entlang über Procchio, Marciana Marina und Poggio bis kurz vor Marciana; Parkplätze direkt an der Straße
  • Route: Marciana – Romitorio di San Cerbone – Bergstation Seilbahn – Monte Capanne – La Galera – La Tavola – Monte di Cote – Marciana
  • Länge: 9,8 km
  • Dauer: 4,5 h
  • Höhenmeter: 847 hm
  • Charakter: anspruchsvolle Bergwanderung & Klettersteigtour auf teils schmalen Bergpfaden, einfacher Klettersteig (Schwierigkeit A/B) ab Monte Capanne mit teils ungesicherten Passagen; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig; weglos zum Monte di Cote
  • Schwierigkeit: mittel
  • Höchster Punkt: Monte Capanne, 1.019 m
  • Einkehrmöglichkeiten: keine unterwegs, zahlreiche Restaurants in Marciana und direkt an der Talstation der Seilbahn

4-Gipfel-Tour über den Monte Capanne

Alle Informationen zur Wanderung auf der Mittelmeerinsel Elba über gleich vier Gipfel, inklusive dem Monte Capanne, zugleich höchster Berg der Insel.

Zusammenfassung für Schnellleser

  • Anspruchsvolle Rundtour auf den höchsten Berg Elbas mit abwechslungsreichem Mix aus Bergwanderung, Gratpassagen und einfachem Klettersteig
  • Der Aufstieg von Marciana führt über alte Pfade, Kastanienwälder und felsiges Gelände hinauf zum Monte Capanne.
  • Hinter dem Hauptgipfel beginnt der spannendere Teil der Tour: ein ausgesetzter Gratweg mit mehreren gesicherten und ungesicherten Kletterpassagen.
  • Mit La Galera, La Tavola und Monte di Cote nimmt die Runde noch drei weitere Gipfel.
  • Insgesamt eine landschaftlich starke, stellenweise fordernde Tour für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer.

Von Marciana auf den Monte Capanne

Unser Aufstieg beginnt noch vor dem Sonnenaufgang unmittelbar an der Talstation der etwas aus der Zeit gefallen wirkenden Seilbahn.

Direkt unter der Gondel folgen wir den Pfadspuren, die uns steil nach oben bringen. Bald stoßen wir auf die Sentiero di – wie könnte es anders sein – Napoleone und passieren die kleine Kirche Romitorio di San Cerbone, die eine Steintafel als “älteste Anbetungsstätte Elbas” ausweist und wohl bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. entstanden ist.

Durch Kastanienwälder wandern wir weiter auf einem steinigen Bergpfad, der sich zusehends verengt. Die Vegetation wird lichter und kurz wird der Blick frei über den Nordteil der Insel. Ein Aussichtspunkt lockt bald zum Innehalten während im Rücken der Monte Capanne mitsamt seinem Schlussanstieg sichtbar wird.

Über Granitplatten geht es weiter aufwärts, immer mit Blick auf die Bergstation, die wir nach knapp 1,5 Stunden bereits erreichen. Zuletzt hinauf zur großen Helikopter-Landeplattform und zum zugegebenermaßen nicht wirklich schönen Gipfel, den Antennen “zieren”. Ein in die Jahre gekommener den Gipfelbereich umrundender Zaun rundet das Bild ab und so lassen wir den Gipfel und den höchsten Punkt Elbas schnell wieder hinter uns.

Klettersteig: Auf und Ab am Grat

Denn jetzt wird es spannend. Unterhalb der Plattform sind Pfadspuren auszumachen, die auf der Nordseite unterhalb des Gipfels des Monte Capanne entlang führen. Wir folgen den rot-weißen Markierungen und bald schon treffen wir auf das erste Stahlseil. Die Schwierigkeit des hier beginnenden Klettersteigs ist mit A/B bewertet, es gibt aber auch viele ungesicherte Abschnitte, die in leichter Kletterei aber kein Problem darstellen.

Nach einem steilen Abstieg in die Südseite geht es entsprechend wieder nach oben bis wir den zweiten Gipfel La Galera (969 m) erreichen. Eine kurze ausgesetzte Passage endet in einem steilen Abstieg mit der wohl schwierigsten Stelle des Klettersteigs und dem Abklettern über Platten, dank Stahlseil aber kein Hindernis. Das Durchklettern eines Felsentors und ein schmales Band bilden die letzten Hindernisse des Klettersteigs und wir erreichen den Gipfel La Tavola (936 m). Kurz darauf zweigt schon der Abstiegsweg zurück nach Marciana ab. Bevor wir dem folgen, machen wir noch einen weglosen Abstecher zum Monte di Cote (950 m), auf dem ein wunderbarer Rückblick über den gesamten Gratverlauf und die zurückgelegte Strecke bis zum Monte Capanne wartet. Im Westen reicht die Aussicht bis zur Nachbarinsel nach Korsika. In südlicher Richtung lässt sich ein Blick auf die beiden unbewohnten Inseln Pianosa und Montecristo.

Abstieg nach Marciana

Zurück am Abzweig geht es nun in Kehren recht steil nach unten bevor es unter La Stretta (806 m) und Monte Giove (855 m) zuletzt durch Wälder bis nach Marciana geht, wo wir im genau im beschaulichen Ortszentrum ankommen, um in einer der vielen kleinen Bars und Restaurants das beste Bier der Insel zu trinken.

Tipps für die Tour auf den Monte Capanne

  • im Sommer noch vor dem Sonnenaufgang starten, um nicht in der gleißenden Sonne auf- bzw. abzusteigen
  • genug Proviant, vor allem Wasser mitnehmen
  • Klettersteigset für Unerfahrene und Kinder nutzen

Die Tour bei Outdooractive

Noch mehr Details zur Rundtour und Kartenmaterial zum Downloaden und Nachwandern gibt es bei Outdooractive.

Fazit

Die Kombination aus Bergwanderung auf den Monte Capanne und Klettersteigtour über den Grat und gleich vier Gipfel mitsamt Meerblick ist großartig. Hinter dem höchsten Berg Elbas geht es ungleich ruhiger zu, auch wenn die durchaus etwas anspruchsvollere Tour sicher kein Geheimtipp ist.

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