Splitboarden über dem Achental: Hoch, höher, Hochplatte?

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Auf die Hochplatte über dem Achental führt eine unschwierige Ski- bzw. Splitboardtour. Gut für den Start in die Saison. Inklusive einer gehörigen Schrecksekunde kurz unter dem Gipfel.

Splitboarden über dem Achental: Hoch, höher, Hochplatte? © Gipfelfieber

Splitboarden über dem Achental: Hoch, höher, Hochplatte? © Gipfelfieber

Hoch, höher, Hochplatte? Naja, nicht ganz. Nur 1813 Meter hoch liegt er auf der Karwendelseite des Tiroler Fjords, dem Achensee. Für die erste Tour auf dem Splitboard in dieser bisher bescheidenen Wintersaison aber kommt sie mir gerade richtig.

Eisig kaltes Achental

Es ist bitterkalt als ich über den Achenpass fahre und kurz vor Achenkirch mein Equipment aus dem Kofferraum krame. Immerhin: Es gibt endlich Schnee. Nachdem der Winter noch nicht so recht zeigen wollte, was sich wirklich gehört, sieht das hier dann doch ganz vielversprechend aus. Der Schnee reicht bis ins Tal und so kann das Splitboard direkt am Parkplatz angefellt werden.




Ansturm an der Falkenmoosalm

Wer mag, kürzt kurz nach dem Start über einen steileren Hang ab. Ich bleibe auf der Straße, ist schließlich die erste Tour dieses Jahr. Die führt in einem großen Bogen vorbei an den letzten bewohnten Häusern, hinter denen es dann weiter in Richtung Falkenmoosalm in den Wald hinein geht.

Das Winteridyll ist kaum zu toppen: Frischer Schnee auf den Bäumen, die Sonne strahlt mit mir um die Wette. So muss das sein.

Wo ist der Splitboarder?

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Diesmal verlasse ich dann doch die Forststraße und halte mich links am Steig gen Alm. So geht es meist gemächlich bis an den Fuß einer großen Freifläche. Die Almwiese kann geradeaus gequert werden und bald kommen die Hütten der Falkenmoosalm ins Bild. Die wird passiert, die überraschend vielen Schneeschuh- und Winterwanderer zurückgelassen. In einem großen Bogen geht es weiter auf dem Forstweg bergan. Berchtesgadener wählen natürlich die direkte Variante durch eine Waldschneise, aber die behalte ich mir für die Abfahrt vor.

Hochplatte oder Juifen?

Am Fuß des Rückens trennen sich nun die Wege der Tourengeher, die zur Hochplatte wollen und derer, die auf den Juifen gehen wollen. Zu letzterem gelangt man nach leichtem Höhenverlust, dem Passieren von Großzemm- und Lämpereralm und einem anschließenden etwas steiler werdenden Anstieg (etwa 2 Stunden).

Weiterweg zum Gipfel

Zwischen mir und Hochplatte, auserkorenes Ziel des Tages, auf der ich mit Schneeschuhen vor ein paar Jahren schon einmal war, steht allerdings ein tückisch steil aufragender Rücken, an den ich noch düstere Erinnerungen habe. Nachdem ich damals auf Grund mangelnder Spuren die Berchtesgadener Variante (gerade hoch, möglichst steil!) gewählt habe, fällt die Orientierung mit den vorhandenen Spuren wesentlich leichter.

So wird der Rücken im großen Bogen umgangen. Das ist gerade mit dem Splitboard etwas schwieriger und bei etwas eisigeren Verhältnissen macht es Sinn, vorher schon die Harscheisen angelegt zu haben. Auf der Südseite des Gipfelkamms geht es nun schräg empor und über einen letzten steileren Anstieg im Ost-Südhang und zuletzt von Süden zum Gipfelkreuz der Hochplatte auf 1813 Meter.

Schrecksekunde vorm Gipfel

Bevor ich das erreiche, gibt`s eine kurze Schrecksekunde. Ein Blick auf`s Handy zum Checken der Uhrzeit, ein kurzes Flutsch und das iPhone verabschiedet sich. Auf dem abgefahrenen Hang zeigt es, dass die Abfahrt durchaus Spaß zu machen scheint. Es rutscht quasi in Zeitlupe den Hang hinab, während ich – ebenfalls in Zeitlupe – versuche zu reagieren. Innerlich verabschiede ich mich von ihm und beglückwünsche den glücklichen Finder, der es irgendwann im Frühjahr oder Sommer entdeckt und nach knapp 30 Metern bleibt es kurz vorm zweifellosen Verlust doch noch im Schnee liegen. Nochmal Schwein gehabt…

Vom Gipfel schaut endlich auch ein Zipfel Achensee heraus. Der Guffert grüßt aus dem Osten und am Juifen im Norden wird der Schnee am Südhang schon langsam wieder knapp. Genau richtig, hier zu sein und nicht dort…

Abfahrtsspaß garantiert

Nach kurzer Gipfelpause und Gipfeljause und dem obligatorischen Zusammenbau des Splitboards geht es bergab. Erst entlang des Aufstiegswegs am und über den Rücken, später links und rechts durch den Wald der Schneise oberhalb der Alm. Selbst mit kurzer Schussfahrt lässt die sich kaum überqueren, aber nach kurzem Abschnall- und Anschnallmanöver geht es ohne weitere Unterbrechungen hinab zum Parkplatz im Achental.

Fazit

Eine schöne Einstiegstour in der Hoffnung, dass der Winter jetzt so richtig losgeht. Der Aufstieg mag sich manchmal ziehen, dafür gibt`s bei der Abfahrt nur einen winzig kurzen Gegenanstieg und so haben auch Snowboarder Abfahrtsvergnügen, ohne öfter abschnallen zu müssen. Auch der Skitourengeher findet natürlich hier seinen Spaß. An dem beliebten Berg ist man dann allerdings auch unter der Woche nur selten allein.


Letzte Änderung: 17. Februar 2017

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