Zäunlkopf: Am Tor zum Karwendel

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Fluffiger Pulverschnee, Sonne satt. So malt man sich die perfekte Skitour in seinen kühnsten Träumen aus. Am Zäunlkopf im Karwendel ist sie wahr geworden. 

Zäunlkopf: Am Tor zum Karwendel © Gipfelfieber

Zäunlkopf: Am Tor zum Karwendel © Gipfelfieber

Es gibt die Tage, wo das Herz einfach lacht. Beim Aufstehen schon. Wegen der Vorfreude. Den ganzen Tag. Wegen dem, was man erlebt. Und beim Schlafengehen. Wegen dem, was man erlebt hat. Dass ein Wintertag der dürftigen Wintersaison 2016 aber solche Glücksgefühle auslösen kann? Konnte er. Und kann er irgendwie sogar noch immer.

Aufstieg über alte Pisten

Relativ gemächlich lasse ich es angehen und trudele erst gegen 9:30 Uhr am Parkplatz der Mühlberg Rodelbahn südlich von Scharnitz ein. Bis der ganze Krempel parat liegt, ist es auch 10 Uhr und ich mache mich ebenfalls relativ gemächlich über die mittlerweile stillgelegte Skipiste an die ersten Höhenmeter. 300 Höhenmeter, einige Kreuzungen des Forstwegs und erste Schweißtropfen später, erreiche9 ich die Sportalm am Mühlberg und das Ende der Piste.

Über den Mittagskopf zum Zäunlkopf

Der Charakter wird nun schlagartig ein anderer. Es geht hinein in relativ dichten Wald. Sollte noch keine Spur vorhanden sein, kann man gut den Markierungen des Sommerwegs an den Bäumen folgen. Es folgen kurze steilere Passagen und auch kurze abfallende Stücke. Die mit dem geteilten Splitboard „abzufahren“, verbuche ich mal unter der Kategorie „interessant“.




Der Wald lichtet sich mehr und mehr und bald erreiche ich den Mittagskopf (1636 m). Schon hier ist der Ausblick hinein ins Karwendel atemberaubend. Direkt vor mir erhebt sich auch schon der Zäunlkopf.

Es folgt nochmals eine kurze abenteuerliche und unkontrollierte Abfahrt und der Aufstieg durch tiefverschneite Latschenkiefern bis zum Zäunlkopf . Bei dem handelt es sich vielmehr um eine Schneekuppel, bei der sich der höchste Punkt (1746 m) nur durch eine (hässliche) orangene Stange ausmachen lässt.

Das Wettersteingebirge im Rücken, die Karwendeltäler vor der Nase. Kein Wölkchen kann den Himmel trüben, die Sonne strahlt mit mir um die Wette. Ausblicke, die das Herz vor Freude höher schlagen lassen.

Die Abfahrt

Dabei soll das schönste doch eigentlich erst kommen. Direkt am Gipfel brauche ich das Splitboard noch nicht wieder anschnallen. Es geht auf gleichem Weg ein paar Meter zurück. Die Abfahrt über den Westhang und durch die Latschen erfordert eine gute Schneelage. Dafür ist es dann in der Regel auch ziemlich lawinensicher. Der Pulver flufft nur so davon und es macht richtig Spaß, frische Spuren in den Schnee zu ziehen. Das Vergnügen währt allerdings nur relativ kurz, denn in der Scharte heißt es zurück zum Mittagskopf aufzusteigen.

Die Abfahrt führt nun durch den Wald und man sollte mit dem Gerät seiner Wahl entsprechend gut umgehen können. Das Board muss ich immer wieder kurz abschnallen, aber das nehme ich gern in Kauf. Je näher ich dem Mühlberg komme, desto mühsamer und enger wird es. Aber dort angekommen, wartet noch die Abfahrt über die Piste, wo schon lange der Betrieb eingestellt ist, die nochmal für richtig gute Laune sorgt.

Fazit

Die Skitour auf den Zäunlkopf war von den Bedingungen die schönste der bisherigen Wintersaison. Traumhafte Verhältnisse, Sonne satt. Die Gegenanstiege mögen das Abfahrerherz etwas trüben, aber an einem Tag wie diesem nimmt man das sehr gern in Kauf.

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Letzte Änderung: 5. Dezember 2016

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