Österliche Skitour zum Jägerkamp

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Der Jägerkamp über dem Spitzingsee ist ein beliebtes Ganzjahresziel für Wanderer und Skitourengeher. Und mit etwas Glück kann man hier auch am Ende des Winters noch wunderbare Tourenverhältnisse vorfinden.

Österliche Skitour zum Jägerkamp © Gipfelfieber.com

Österliche Skitour zum Jägerkamp © Gipfelfieber.com

Mittlerweile ist es schon fast ein bisschen Tradition geworden: Zweimal im Jahr packen wir den ganzen Outdoor-Krempel zusammen und verbringen ein paar – meist auch feucht-fröhliche – Tage am Spitzingsee. Die Planung, das diesjährige Osterwochenende zu nehmen, erfreute mich nur bedingt, denn die Hoffnung, zu dem Zeitpunkt noch Schnee vorzufinden, war extrem gering. Aber manchmal meint es der Wetterfrosch dann doch gut mit uns und Tief Niklas, das in München für orkanartige Böen, eine Evakuierung des Hauptbahnhofs und zahlreiche umgestürzte Bäume sorgte, brachte in seinem Schlepptau die weiße Pracht zurück in die Bayerischen Voralpen und nach Spitzing. Und die will für die womöglich letzte Skitour der Saison natürlich genutzt werden.




Aufstieg über die Piste

Los geht`s am Parkplatz der Taubensteinbahn bevor man überhaupt erst nach Spitzing reinfährt. Schon hier ist klar, dass man nicht mit der Erwartung herkommen darf, den Berg für sich allein zu haben. Bei strahlendem Sonnenschein ist es hier richtig voll und etliche Tourengeher starten in Richtung der zahlreichen Berge im Spitzingseegebiet.

Zunächst geht es ein gutes Stück am Rand der Piste entlang. Ich bin ja kein Freund vom Pistengehen und kann die Art des Skitourengehens eigentlich überhaupt nicht nachvollziehen, aber da die Skisaison am Taubenstein mittlerweile schon beendet ist, braucht man hier nicht zu befürchten, noch mehr als dem Tourengehertrubel ausgesetzt zu sein. Und dann ist das schon ok. Die Piste sorgt jedenfalls dafür, dass man hier sowohl zu Beginn der Tourensaison als auch an deren Ende relativ weit unten noch gute Bedingungen vorfindet und man Ski oder Splitboard nicht ein Stück weit tragen muss.

So geht es jedenfalls die ersten Meter aufwärts, die recht schnell recht steil werden. Üblicherweise bereitet mir das mit dem Splitboard Probleme. Dank des recht tiefen und weichen Schnees ist das diesmal aber nicht der Fall. Nach etwa 30 Minuten lasse ich die Piste rechts liegen und folge den Spuren in Richtung der Oberen Schönfeldalm und biege etwas zu früh links ab. Denn hier folgt nach einer kurzen Querung eine kurze Abfahrt. Wo sich der Skitourengeher nichts weiter denkt, schnalle ich lieber ab und stapfe die paar Meter zu Fuß nach unten. Eine Skifahreinlage mit dem Splitboard ist mir jedenfalls nicht ganz geheuer.

Den Jägerkamp ständig im Blick

Weiter geht es nun an zahlreichen Almhütten vorbei in Richtung Tanzeck, ständig mit dem Gipfel des Jägerkamp im Blick. Hier wird es nochmal etwas steiler, aber in wenigen Spitzkehren ist auch das Stück recht schnell geschafft. An dessen Ende hält man sich links, steigt kurz durch einen kleinen Wald auf. Kurz darauf trennen sich die Wege zum Jägerkamp zur Linken und zur Aiplspitz zur Rechten. Jetzt geht es nur noch sehr flach ansteigend, nur ganz zum Schluss am Gipfel etwas steiler, etwa 20 Minuten querend bis zum Gipfelkreuz des Jägerkamps auf 1746 m (1:40 h ab dem Parkplatz), wo erstaunlich wenig los ist. Während im ganzen Gebiet wohl über 100 Tourengeher unterwegs sind, teile ich den Gipfel mit lediglich zwei anderen Bergfexen. Wetter und Aussicht sind überwältigend, so dass ich hier eine richtig lange Pause einlege und einfach nur genieße. Das war auf der gegenüberliegenden Brecherspitz im letzten Winter anders.

Die Abfahrt

Nach unten geht es weitestgehend auf dem gleichen Weg wie beim Aufstieg. Eine direkte Abfahrt verbietet sich auf Grund der Exponiertheit des Geländes. Bei den Schönfeldalmen halte ich mich allerdings links, um dem Gegenanstieg zu entgehen und komme so in Richtung der Talabfahrt nach Spitzing. Hier gibt es allerdings auch ein längeres ebenes Stück, auf dem ich mit dem Board unter dem Arm durch den Schnee stapfend immerhin ein paar mitleidige Blicke der vorbeihuschenden Skifahrer erhaschen kann.

Zuletzt ist aber auch das geschafft und es geht die letzten Meter über die Aufstiegsstrecke und die Piste zurück zum Ausgangspunkt.

Ab dem Winter 2015/16

Eine gute Nachricht für alle Tourengeher: Die Spitzingsee-Seilbahnen stellen den Bahnbetrieb im Taubensteingebiet ab der Wintersaison 2015/16 ein, so dass der Jägerkamp und die umliegenden Gipfel allein den Skitourengehern vorbehalten bleiben.

Fazit

Eigentlich sollte man es damit belassen und das Splitboard für die nächsten Monate einmotten, denn besser kann eine Wintersaison ja eigentlich nicht zu Ende gehen. Super Schneeverhältnisse, super Wetter und trotz der vielen anderen Tourengeher ein paar stille Momente am Gipfel vom Jägerkamp.


Letzte Änderung: 6. Dezember 2016

2 Antworten zu " Österliche Skitour zum Jägerkamp "

  1. […] 20 Minuten über den Nordrücken hinauf zum Gipfel des Jägerkamps (1746 m), wo ich nun nach der Splitboard-Tour zu Ostern zum zweiten Mal drauf stehe. Das kommt so oft nicht […]

  2. […] vom Watzmann, zum Großglockner bis in den Westen zur Zugspitze. Im Norden winke ich fix dem Jägerkamp und der Brecherspitz. Petrus zeigt sich zudem von seiner besten […]

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