Warth-Schröcken trifft Lech 2014! Aber warum?

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Der Arlberg ist wohl eine der beliebtesten Skiregionen Österreichs. Und das nicht ohne Grund. Jedes Jahr sind dort die wohl höchsten Neuschneemengen im ganzen Alpenraum zu verzeichnen. Nun geht es Warth-Schröcken an den Kragen.

Vor allem Warth-Schröcken wird von Schnee regelmäßig geradezu heimgesucht, wovon wir uns vor knapp zwei Wochen selbst überzeugen konnten. Warth-Schröcken ist dabei nicht nur das schneereichste Skigebiet, sondern auch eins meiner liebsten: Nicht zu groß, eigentlich nie überlaufen und es gibt super Freeride-Möglichkeiten. Nun aber bekommt das gute Image bei mir die ersten Kratzer.

Die neue Verbindung mit Lech

Ab der kommenden Wintersaison werden die Skigebiete Warth-Schröcken und Lech am Arlberg mit einem neuen Lift, dem Auenfeldjet, verbunden. Und die erste Frage, die ich mir stellte, als ich vor Ort die riesigen Ankündigungsplakate gesehen habe: Muss das sein?

Und das beschäftigt mich noch immer! Die Erschließung des Alpenraums für Wintersportler ist in den letzten Jahren immer weiter fortgeschritten. So wehrte man sich in Tirol zwar viele Jahre lang gegen die Erschließung des Piz Val Gronda mit dem Skigebiet von Ischgl. Vergebens: Im vergangenen Sommer nun wurde der Erschließung durch die Silvretta Bergbahnen vom Land Tirol stattgegeben und damit die Einwände der damit einhergehenden Bedrohung von seltenen Tier- und Pflanzenarten schlicht abgebügelt.




Nur minimale Eingriffe in die Natur

Ähnliches scheint bei der Verbindung von Warth-Schröcken mit Lech am Arlberg allerdings in dem Ausmaß nicht zu befürchten sein. Die Betreibergesellschaft Ski Arlberg wirbt damit, dass die Eingriffe in die Natur beim entstehenden Auenfeldjet nur minimal seien. Die neue Gondel wird auf einer Länge von 2071 Metern das Auenfeld queren. Damit einher geht wohl auch die Erschließung weiterer Skipisten, die aber nicht direkt durch das Auenfeld führen werden. Hier fehlt schlicht das Gefälle.

Verlauf des geplanten Auenfeldjets © Gipfelfieber.com

Verlauf des geplanten Auenfeldjets © Gipfelfieber.com

Wem nützt es?

Trotzdem handelt es sich meiner Meinung nach um einen Eingriff, der einfach nicht sein muss. Wem nützt er? Dem Lech-Touristen, dem es in seinem einwöchigen Winterurlaub nun nicht mehr langweilig wird und er noch mehr Abwechslung hat? Oder etwa dem typischen Familienurlauber in Warth? Aktuell hat man in Warth-Schröcken noch 68 Pistenkilometer zur Verfügung. In Lech-Zürs sind es 117 km. (Wobei die Zählweise der Pistenkilometer allerdings äußerst fraglich ist und mittlerweile sogar die Staatsanwaltschaft auf den Plan treten soll, weil hier schwerer Betrug vermutet wird!) Zusammen wären das also 185 Pistenkilometer. Und man muss sich doch wirklich die Frage stellen, wer die braucht. Klar, es gibt bereits Skigebiete, die diese Größe auch locker erreichen, aber wer braucht die wirklich? Wohl die wenigsten!

Ich bin ja selber sehr gerne auf dem Snowboard in den diversen Skigebieten unterwegs. Auf der anderen Seite bin ich aber zufrieden mit dem, was da ist bzw. bräuchte diese riesigen Angebote und Möglichkeiten, die viele Skigebiete heute schon oft bieten, eigentlich gar nicht. Klar, es mag Hochzeiten in vielen Skigebieten geben, vor allem in der Ferienzeit, wo es auf der ein oder anderen Piste eng werden könnte. Jedoch hatte ich bisher nirgendwo das Gefühl, dass es nicht doch noch genug Platz für alle gäbe. Mir fällt einfach partout kein Grund ein, der es rechtfertigen würde, weiter in die Natur einzugreifen. Auch wenn der Eingriff klein sein mag, so werden beim Bau doch Tiere aufgeschreckt und Pflanzen platt gemacht und auch wird sich vom Liftbetrieb sicherlich das ein oder andere Tier gestört fühlen. Und das lässt bei mir nur Kopfschütteln zurück.

Aber der Profit steht bekanntlich über allem. Und die Betreibergesellschaften haben gegenüber Umweltschutzverbänden offenbar die größere Lobby. Schade. Aber leider die traurige Wahrheit. Und ob sich das in Zukunft ändern mag? Ich möchte dran glauben. Kann es aber nicht…


Letzte Änderung: 22. August 2016

6 Antworten zu " Warth-Schröcken trifft Lech 2014! Aber warum? "

  1. […] und Warth-Schröcken, ist für mich keine Frage: Nein, müssen sie nicht. Aber das hatte ich ja an anderer Stelle schon thematisiert und darum soll es hier nicht […]

  2. […] musste, entschlossen wir uns kurzerhand an den Arlberg nach Warth-Schröcken zu fahren – trotz der unnötigen Liftverbindung nach Lech weiterhin eines meiner liebsten Skigebiete. Der Arlberg nämlich, soviel ist klar, ist eines der […]

  3. […] Landesgrenze und nach Vorarlberg und das Skigebiet Warth-Schröcken. Zwar bin ich nach wie vor kein Freund der Anbindung an Lech und trotzdem liegt mir dieses eher kleinere und ruhigere Skigebiet doch am Herzen. Vor Jahren mehr […]

  4. […] Landesgrenze und nach Vorarlberg und das Skigebiet Warth-Schröcken. Zwar bin ich nach wie vor kein Freund der Anbindung an Lech und trotzdem liegt mir dieses eher kleinere und ruhigere Skigebiet doch am Herzen. Vor Jahren mehr […]

  5. Nikolaus sagt:

    Hm ja, fraglich ob dieser Ausbau nötig war. Das Skigebiet Lech/Zürs ist schon groß genug, damit es einem in 1 Woche nicht fad wird… bin ja gespannt, ob sich das auf die Ticketpreise auswirken wird.
    Lg, Nikolaus

    • Andreas sagt:

      Ja, hat es schon. Bereits seit der letzten Saison kann man ja von Warth nach Lech und umgekehrt. Der Preis, um beide Skigebiete zu nutzen, ist dabei deutlich höher als die alleinige Nutzung des Skigebiets in Warth. Allerdings ist eben das auch noch möglich und das ist schon lobenswert.

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